Bachelorarbeit, 2023
36 Seiten
1 Einleitung
2 Soziologische Relevanz und Erkenntnisinteresse
3 Forschungsstand
4 Vorrevolutionäre Ausgangssituation vor 2010
4.1 Das politische System Tunesiens
4.2 Die sozialstrukturellen Merkmale der Demonstrierenden
4.3 Menschenrechtslage und Repressionen
5 Die Revolution
5.1 Ursachen, Auslöser und Beginn der Revolution
5.2 Der Verlauf der Revolution
5.3 Ausgang der Revolution
5.3.1 Der Politische Wandel nach 2011
5.3.2 Postrevolutionäre Entwicklungen
6 Theoretische Rahmung
6.1 Soziologische Konzeption des Revolutionsbegriffs
6.2 Arendts Konzept der Revolution
6.2.1 Der Revolutionsbegriff definiert nach Hannah Arendt
6.2.2 Die Bedeutung der Freiheit in Arendts Revolutionstheorie
6.2.3 Arendts Unterscheidung der Amerikanischen und Französischen Revolution
6.2.4 Unterscheidung und Verhältnis von Macht und Gewalt
6.2.5 Die Bedeutung des öffentlichen Raums
6.3 Die Relevanz von Arendts Revolutionstheorie in der soziologischen Revolutionsforschung
7 Analyse der Revolution in Bezug auf ihr Scheitern
7.1 Die Anwendung von Gewaltmitteln
7.2 Die Etablierung einer neuen Staatsform
7.3 Der Pathos des Neubeginns
7.4 Das Ziel der Revolution: Freiheit
7.5. Ergebnisse der Analyse
8 Kritische Würdigung der Theorie in Bezug auf das konkrete Beispiel der Tunesischen Revolution
9 Fazit
Ziel der Bachelorarbeit ist es, die tunesische Revolution des Jahres 2010/2011 kritisch anhand der Revolutionstheorie von Hannah Arendt zu analysieren, um zu untersuchen, inwiefern die Revolution in ihrem Verständnis als gescheitert betrachtet werden kann.
6.2.1 Der Revolutionsbegriff definiert nach Hannah Arendt
Zunächst einmal versteht Arendt die Revolution als grundlegendes politisches Ereignis, welches das Potenzial besitzt, die bestehenden politischen Strukturen und Ordnungen radikal zu verändern. Infolgedessen sind Revolutionen nicht einfach als Rebellionen gegen bestehende Autoritäten, sondern vielmehr als Versuch, eine neue politische Ordnung zu schaffen, die auf den Prinzipien von Freiheit beruht, zu verstehen (vgl. Arendt 1968: 23). Arendt definiert Revolution als einen Akt der Befreiung von der Vergangenheit, welcher die Möglichkeit bietet, eine Zukunft neu zu gestalten, „[...] da Befreiung ja tatsächlich eine Bedingung für Freiheit ist“ (ders. 2018: 16) Gleichzeitig ist eine Revolution immer genau durch diese Vergangenheit beeinflusst, wie zum Beispiel vergangene Herrschaftsformen oder auch kulturelle Traditionen, die den Verlauf der Revolution maßgeblich beeinflussen (vgl. ders. 1986: 148f.).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Aktualität des Themas ein und skizziert die Fragestellung nach dem Erfolg oder Scheitern der tunesischen Revolution.
2 Soziologische Relevanz und Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel verortet das Thema in der Soziologie und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Analyse der Revolution anhand der Theorie Hannah Arendts.
3 Forschungsstand: Hier wird ein Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur zum tunesischen Kontext und zu Arendts Revolutionstheorie gegeben.
4 Vorrevolutionäre Ausgangssituation vor 2010: Das Kapitel analysiert das autoritäre politische System unter Ben Ali, die soziale Struktur der Bevölkerung und die prekäre Menschenrechtslage.
5 Die Revolution: Dieses Kapitel bietet eine chronologische Darstellung der Ursachen, des Verlaufs und der direkten Nachwirkungen der Revolution.
6 Theoretische Rahmung: Hier wird der theoretische Rahmen durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit Hannah Arendts Revolutionskonzept, insbesondere den Begriffen Freiheit, Macht, Gewalt und öffentlicher Raum, definiert.
7 Analyse der Revolution in Bezug auf ihr Scheitern: In diesem Hauptteil wird die tunesische Revolution anhand der bei Arendt zentralen Faktoren auf ihr mögliches Scheitern hin geprüft.
8 Kritische Würdigung der Theorie in Bezug auf das konkrete Beispiel der Tunesischen Revolution: Das Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der historischen Theorie Arendts auf moderne Phänomene wie die Rolle der sozialen Medien.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf mögliche zukünftige Forschungsthemen.
Tunesische Revolution, Arabischer Frühling, Hannah Arendt, Revolutionstheorie, politischer Wandel, Macht und Gewalt, öffentlicher Raum, Freiheit, Scheitern der Revolution, postrevolutionäre Entwicklung, Zivilgesellschaft, Ben Ali, Transformation, politische Partizipation, politische Theorie
In der Arbeit geht es um eine kritische soziologische Analyse der tunesischen Revolution von 2010/2011.
Das zentrale theoretische Fundament bildet die Revolutionstheorie der politischen Theoretikerin Hannah Arendt.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern ist der Arabische Frühling und somit die Revolution in Tunesien im Verständnis Hannah Arendts Revolutionsbegriffs gescheitert?“
Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete Analyse, bei der historische Ereignisse an einem normativen theoretischen Rahmen (Arendts Konzept) gespiegelt werden.
Der Hauptteil behandelt die vorrevolutionäre Lage, den Verlauf der Revolution, die theoretischen Arendtschen Konzepte von Macht und Gewalt sowie die abschließende Analyse der Revolution anhand dieser Kategorien.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arabischer Frühling, Revolutionstheorie, Freiheit, öffentlicher Raum und politische Transformation charakterisiert.
Arendts Theorie fokussiert auf den öffentlichen Raum, die politische Teilhabe und die begriffliche Unterscheidung von Macht und Gewalt, was eine präzise kritische Auseinandersetzung mit dem tunesischen Transformationsprozess ermöglicht.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die tunesische Revolution nach Arendts strengem Revolutionsbegriff als gescheitert zu betrachten ist, da es nicht gelang, nachhaltige, auf Freiheit basierende politische Institutionen im öffentlichen Raum zu etablieren.
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