Bachelorarbeit, 2016
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Machiavellismus
2.2 Organizational Citizenship Behavior
2.3 Situationsstärke
2.4 Machiavellismus und Organizational Citizenship Behavior
2.5 Situationsstärke als Moderatorvariable
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Erhebungsinstrumente
3.2.1 Machiavellismus
3.2.2 Organizational Citizenship Behavior
3.2.3 Situationsstärke
3.3 Studiendesign und Durchführung der Untersuchung
3.4 Datenauswertung
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Befunde
4.2 Inferenzstatistische Prüfung
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung
5.2 Einordnung der Befunde in den bisherigen Forschungsstand
5.3 kritische Betrachtung der Studie
5.4 Forschungsdesiderate
5.5 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern die situativen Bedingungen am Arbeitsplatz (Situationsstärke) den Einfluss der Persönlichkeitseigenschaft Machiavellismus auf das freiwillige Arbeitsengagement (Organizational Citizenship Behavior, OCB) moderieren.
2.3 Situationsstärke
Schon lange gehen Sozialpsychologen davon aus, dass das Verhalten aus der Interaktion von individuellen Unterschieden beziehungsweise Dispositionen und äußeren Bedingungen, also situativen Eigenschaften, resultiert (Cronbach, 1957; Meyer et al., 2014). Webster (2009) wies nach, dass sich in der wissenschaftlichen Literatur vermehrt mit dieser Interaktion von Individuum und Situation beschäftigt wird und die Person-Situation Debatte in den Hintergrund tritt. Im Gegensatz zur Forschung von Persönlichkeitskonstrukten sind bezüglich der Konzeptualisierung von Situationen bisher noch viele Fragen ungeklärt (Funder, 2006). Ein Konstrukt, das postuliert wurde, um die Eigenschaften einer Situation beschreiben zu können, ist die Situationsstärke (Mischel, 1977). Unter anderem behaupteten Snyder und Ickes (1985) sogar, dass dies die wichtigste situative Moderatorvariable sei. Sie lässt sich als „implicit or explicit cues provided by external entities regarding the desirability of potential behaviors“ (Meyer et al., 2010, S. 122) definieren.
Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Unterscheidung zwischen starken und schwachen Situationen. Es wird angenommen, dass die Situationsstärke psychologischen Druck verursacht und so das Individuum und sein Verhalten beeinflusst. So wird in starken Situationen die Varianz auftretender Verhaltensweisen sowie der Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Verhalten verringert. In schwachen Situationen hingegen korrelieren Persönlichkeit und Kriteriumsvariable stärker miteinander (Meyer et al., 2010). In der Forschung zeigte sich vielfach, dass die Situationsstärke als Moderatorvariable in für die Organisationspsychologie relevanten Zusammenhängen fungiert (Meyer et al., 2014). Beispielsweise untersuchten Meyer, Dalal und Bonaccio (2009) den Einfluss der Situationsstärke auf das Verhältnis zwischen Gewissenhaftigkeit und Job Performance. Sie konnten nachweisen, dass die Situationsstärke ein wichtiger Grund für die Variabilität der Validität der genannten Persönlichkeitsdimension als Prädiktor für die Arbeitsleistung über verschiedene Situationen hinweg ist. Dabei war die Korrelation zwischen Gewissenhaftigkeit und job performance in schwachen Situationen größer.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der gegenseitigen Beeinflussung von Persönlichkeitsmerkmalen (Machiavellismus) und situativen Arbeitsbedingungen auf das betriebliche Arbeitsverhalten.
2 Theorie: Theoretische Fundierung und Operationalisierung der Konzepte Machiavellismus, Organizational Citizenship Behavior und Situationsstärke sowie Ableitung der Hypothesen.
3 Methode: Detaillierte Beschreibung der Stichprobe, der verwendeten Messinstrumente (MPS, RBPS, SSW) und des Online-Erhebungsverfahrens.
4 Ergebnisse: Auswertung der quantitativen Daten mittels deskriptiver Statistik und hierarchischer multipler Regressionsanalysen zur Hypothesenprüfung.
5 Diskussion: Interpretation der Befunde, kritische Reflexion methodischer Beschränkungen der Untersuchung sowie Schlussfolgerungen für zukünftige Forschungsfragen.
Machiavellismus, Organizational Citizenship Behavior, OCB, Situationsstärke, Situational Strength, Arbeitspsychologie, Persönlichkeitspsychologie, Person-Situation-Debatte, Moderatoreffekt, Arbeitsverhalten, Führung, Leistung, Motivation, Manipulation, Online-Studie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Persönlichkeitsmerkmals Machiavellismus auf das freiwillige, kooperative Arbeitsverhalten ("Organizational Citizenship Behavior") und ob die Stärke der beruflichen Situation diesen Zusammenhang moderiert.
Die Schwerpunkte liegen in der Persönlichkeitspsychologie (Machiavellismus), der Arbeits- und Organisationspsychologie (Leistungsverhalten) und der sozialpsychologischen Konzeptualisierung von Situationen (Situationsstärke).
Das Ziel ist es, zu klären, ob Machiavellisten in starken beruflichen Situationen (mit klaren Regeln) weniger zu kontraproduktivem Verhalten neigen bzw. ob die Vorhersagbarkeit ihres Verhaltens durch situative Faktoren oder Persönlichkeitsmerkmale besser determiniert werden kann.
Es wurde eine quantitative Online-Studie mit 53 Dyaden (Vorgesetzter und Angestellter) durchgeführt und mit hierarchischen multiplen Regressionen statistisch ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche theoretische Herleitung der drei Kernkonstrukte, eine methodische Beschreibung der Datenerhebung und eine detaillierte Ergebnisanalyse.
Die Arbeit lässt sich am besten über Machiavellismus, OCB, Situationsstärke und die Interaktion von Persönlichkeit und Arbeitsumfeld definieren.
Die statistische Analyse mittels Regressionsmodellen zeigte keinen signifikanten Anstieg der erklärten Varianz durch den Interaktionsterm von Situationsstärke und Machiavellismus, was darauf hindeutet, dass das Modell in dieser Stichprobe keine Moderation abbildet.
Überraschenderweise zeigte sich kein linear negativer Zusammenhang, sondern Datenhinweise auf eine kurvilineare (u-förmige) Beziehung, was impliziert, dass ein moderates Ausmaß an machiavellistischen Zügen potenziell positivere Auswirkungen auf die Organisation haben könnte als ein Extremwert.
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