Magisterarbeit, 2008
111 Seiten, Note: 1,3
Teil I: Einführung
1 Einleitung
2 Exkurs: Singapur heute
3 Zentrale Konzepte
3.1 Disziplinierung
3.2 Demographiekontrolle
4 Geografische Lage und Topographie
Teil II: Singapur bis zur Eigenständigkeit 1819 bis 1965
1 Die Gründungsphase
1.1 Der Handel mit Opium
1.2 Die Pfeffer- und Gambirproduktion
1.3 Piraterie
1.4 Arbeitskräfte
1.4.1 Geheimgesellschaften als Ordnungs- und Disziplinierungsfaktoren
1.4.2 Opium als Mittel zur Arbeitskräftemobilisierung
2 Entwicklung zum Stapelwarenhafen
2.1 Im- und Exportstruktur und Eckdaten
2.2 Demographie
2.2.1 Bevölkerungswachstum
2.2.2 Entstehen einer kulturell heterogenen Gesellschaft
2.3 Herausbildung einer dualen Wirtschaftsstruktur
3 Globale Depression und Zweiter Weltkrieg
4 Zwischenfazit für die Zeit von der Gründung bis 1945
5 Die Übergangsjahre bis zur Eigenständigkeit
5.1 Änderungen des völkerrechtlichen Status
5.2 Wandel in der politischen Akteursstruktur
5.3 Konflikte
Teil III: Wirtschaftliche Entwicklung und Wirtschaftspolitik seit der Eigenständigkeit
1 Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung
2 Die Entwicklung nach Sektoren
2.1 Handelssektor
2.2 Industrieller Sektor
2.3 Dienstleistungssektor
2.3.1 Transport- und Tourismusdienstleistungen
2.3.2 Finanzdienstleistungen
2.4 Landwirtschaftlicher Sektor
3 Unternehmensstruktur
3.1 Staatseigene Unternehmen
3.2 Multinationale Unternehmen
4 Wirtschaftspolitische Werkzeuge
4.1 Planung und Planungsinstrumente
4.2 Lohnpolitik
4.3 Bildung von Ersparnissen
4.4 Investitionen im Ausland
4.5 Währungspolitik
4.6 Bruttoanlageinvestitionen
4.7 Inflationsregulierung
5 Zwischenfazit zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Wirtschaftspolitik nach der Eigenständigkeit
Teil IV: Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität Singapurs als Wirtschaftsstandort in der Bildungs-, Werte-, Identitäts- und Demographiepolitik seit der Eigenständigkeit
1 Bildungspolitik
2 Wertepolitik
2.1 Erstellung von Wertekanons
2.2 Wertevermittlung in Ausbildungsinstitutionen
2.3 Wertevermittlung durch die meritokratische Strukturierung des Bildungssystems
3 Identitätspolitik
3.1 Formung einer nationalen Identität
3.2 Auflösung der Identifikation mit den Herkunftsethnien
4 Demographiepolitik
4.1 Beeinflussung der Zahl der Geburten
4.1.1 Das „Stop at Two“-Programm
4.1.2 Das Graduate-Mother Programm
4.1.3 Staatlich organisiertes Dating
4.2 Migrationskontrolle
4.2.1 Zuwanderung
4.2.1.1 Arbeitsmigranten ohne Ausbildungsanforderungen
4.2.1.2 Arbeitsmigranten mit Qualifizierungsanforderungen
4.2.2 Verminderung der Abwanderung ausgebildeter Singapurer
5 Zwischenfazit zu den Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität Singapurs als Wirtschaftsstandort in der Bildungs-, Werte-, Identitäts- und Demographiepolitik
Teil V: Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Maßnahmen, die politische Akteure in Singapur seit der Gründung des Stadtstaates bis zur Gegenwart ergriffen haben, um die wirtschaftliche Attraktivität des Standorts zu steigern und gleichzeitig die Bevölkerung als Ressource zu mobilisieren und zu disziplinieren.
1.1 Der Handel mit Opium
Der Opiumhandel der British East India Company spielte eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Singapurs im ersten Jahrhundert nach dessen Gründung. Auch wenn Singapur für den Opiumhandel nicht viel mehr als eine Randerscheinung war, so war andersherum der Opiumhandel für Singapur prägend.
In den Anfangsjahren der Existenz Singapurs als Handelsstützpunkt machte Opium einen bedeutenden Teil des Handelsvolumens aus, so dass dessen rasanter Anstieg zu einem großen Teil auf den Opiumhandel zurückzuführen war. Im Bilanzjahr 1823/24 verschifften die Briten insgesamt Opium im Wert von mehr als 8,5 Millionen Dollar von Indien nach Osten, von dem ungefähr ein Viertel in Singapur zwischengelandet wurde oder Singapur zum Ziel hatte.
Im weiteren Verlauf der Geschichte Singapurs blieb Opium ein prägendes Element, der Handel wuchs in ähnlichem Tempo wie die Gesamtwirtschaft. Allerdings erfüllten sich die hohen Erwartungen hinsichtlich der Bedeutung Singapurs für den Opiumhandel mit China nicht, vielmehr konzentrierte sich der über Singapur abgewickelte Handel vor allem auf Südostasien.
Singapur fungierte nicht nur als Zwischenhandelsstation für Opium, sondern diente den Händlern zugleich als einer der wichtigsten Absatzmärkte für Verkäufe an die Endverbraucher. Unter den vielen Kulis, den ungelernten Arbeitern, aber auch in anderen Schichten der chinesischstämmigen Singapurer war Opiumkonsum weit verbreitet. Es wird geschätzt, dass 60-70 Prozent der Arbeiter regelmäßig Opium konsumierten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politökonomische Lebenswirklichkeit Singapurs anhand des Slogans "A Great Workforce A Great Workplace" und skizziert das Ziel, die Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität Singapurs als Wirtschaftsstandort zu untersuchen.
3.1 Disziplinierung: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Disziplinierung anhand der soziologischen Ansätze von Max Weber und Michel Foucault, um diese später auf die in Singapur praktizierten Politiken anzuwenden.
1.4.1 Geheimgesellschaften als Ordnungs- und Disziplinierungsfaktoren: Es wird analysiert, wie die sogenannten "Kongsis" als Organisationsstrukturen für die chinesische Migration fungierten und eine Rolle als Disziplinierungsfaktoren bei der Arbeitskräftemobilisierung spielten.
2 Entwicklung zum Stapelwarenhafen: Dieses Kapitel beschreibt den wirtschaftlichen Boom Singapurs durch die Eröffnung des Suez-Kanals und die steigende Nachfrage nach Stapelwaren wie Zinn, Kautschuk und Erdöl.
3 Unternehmensstruktur: Eine Analyse der singapurer Wirtschaftsstruktur, in der staatseigene Unternehmen und multinationale Konzerne eine zentrale Rolle einnehmen.
4.2 Lohnpolitik: Untersuchung der staatlichen Eingriffe in die Lohnbildung, insbesondere durch den National Wages Council, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten.
Singapur, Wirtschaftswachstum, Arbeitskräfte, Disziplinierung, Demographiekontrolle, PAP-Regierung, Opiumhandel, Stapelwarenhafen, Migrationskontrolle, Bildungsstrategie, Nationale Identität, Meritokratie, Wirtschaftsstandort, Multinationale Unternehmen, Arbeitsmarkt
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Maßnahmen der politischen Akteure in Singapur, um das Land als Wirtschaftsstandort attraktiv zu gestalten, und analysiert deren Auswirkungen auf die Bewohner sowie die Mobilisierung der Ressource Arbeitskraft.
Die Themen umfassen die historische wirtschaftliche Entwicklung, die Rolle der Regierung bei der Unternehmensstruktur, die Steuerung der Arbeitskräfte durch Bildungs-, Werte- und Demographiepolitik sowie die Auswirkungen der Migrationskontrolle.
Das Ziel ist es, die spezifischen wirtschaftspolitischen Strategien Singapurs zu untersuchen und darzustellen, wie tiefgreifend diese Maßnahmen in das Leben der Bevölkerung eingreifen, um die wirtschaftliche Verwertbarkeit zu maximieren.
Die Arbeit nutzt soziologische Konzepte zur Disziplinierung von Max Weber und Michel Foucault, um die staatliche Lenkung der Bevölkerung und deren Einbindung in ökonomische Verwertungsprozesse zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung bis zur Eigenständigkeit (1819-1965), die wirtschaftliche Entwicklung seit 1965 (inklusive Sektorenanalysen und Unternehmensstrukturen) sowie detaillierte Maßnahmen in Bildungs-, Werte-, Identitäts- und Demographiepolitik.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "wirtschaftliche Verwertbarkeit", "Disziplinierung", "Stapelwarenhafen", "nationale Identität" und "meritokratische Strukturierung".
Der Opiumhandel war für die frühen Jahre Singapurs prägend, nicht nur als bedeutendes Handelsgut, sondern auch als Mittel zur Arbeitskräftemobilisierung und als Haupteinnahmequelle für die koloniale Verwaltung.
Die duale Wirtschaftsstruktur bezeichnet die Trennung in einen global aktiven Handelssektor und einen lokalen Niedriglohnsektor, was es Singapur ermöglichte, gegenüber anderen Hafenstandorten wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig hohe Renditen für Investoren zu erwirtschaften.
Durch die Umsiedlung der Bevölkerung aus ethnisch getrennten Vierteln in staatliche "New Towns" und die gezielte Durchmischung der Ethnien in den Wohnblöcken sollte die Identifikation mit der eigenen Ethnie zugunsten einer gemeinsamen nationalen Identität aufgebrochen werden.
Dieses Programm zielte darauf ab, die Geburtenrate bei höher qualifizierten Frauen durch finanzielle Anreize zu erhöhen, da die Regierung einen Rückgang der Geburten in diesen Schichten als Bedrohung für den wirtschaftlichen Fortschritt ansah.
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