Bachelorarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 1,0
1 Teil 1: Theoretische Analyse
1.1 Forschungsstand
1.1.1 Intuition - Ein Überblick
1.1.2 Prospect Theory
1.1.3 Repräsentativitätsheuristik
1.1.4 Ankerheuristik
1.1.5 Verfügbarkeitsheuristik
1.1.6 Weitere Wahrnehmungsverzerrungen
1.2 Zusammenfassung
2 Teil 2: Empirische Untersuchung
2.1 Leitfaden der Befragung
2.2 Fragebogenkonstruktion
3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Stichprobe
3.2 Auswertung
Frage I: Risikoaversion
Frage II: Repräsentativitätsheuristik
Frage III: Ankerheuristik
Frage IV: Verfügbarkeitsheuristik (Spielerfehlschluss)
Frage V: Risiko (Verluste/Gewinne)
Frage VI / Frage XI: Visuelle Ankerung
Frage VII / Frage VIII: Ankereffekt bei verknüpften Fragen
Frage IX: Ankerheuristik (vorgegebener Anker)
Frage X: Sunk costs (Versunkene Kosten)
4 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Intuition und Heuristiken auf die Entscheidungsfindung von Marktteilnehmern in finanzwirtschaftlichen Situationen. Ziel ist es zu analysieren, ob kognitive Verzerrungen durch Zeitdruck minimiert werden können und inwieweit das Modell des Homo Oeconomicus in der Praxis durch intuitiv-heuristische Ansätze ergänzt oder in Frage gestellt wird.
1.1.1 Intuition - Ein Überblick
Der Terminus „Intuition“ stammt aus dem lateinischen und besteht aus zwei Wörtern in (innen; hinein) und tueri (sehen) und ist nicht genauer erfassbar. Auch im alltäglichen Sprachgebrauch ist der Begriff „Intuition“ nicht genau definiert. Meistens benutzen Menschen diesen Begriff um ein Erlebnis oder Ereignis zu beschreiben. Auch kann ein Individuum als intuitiv bezeichnet werden – d.h. die Intuition kann auch als eine Eigenschaft dargestellt werden. Hier ist anzumerken, dass damit meistens spontanes und nicht reflektiertes Verhalten gemeint ist. Man merkt jedoch, dass die Intuition nicht genau beschrieben und erfasst werden kann. Genauso schwer ist es auch dieses Phänomen separat zu betrachten.
Diese Arbeit bedient sich der folgenden Definition für den Begriff „Intuition“. Dabei liegt der Fokus auf der kreativ-heuristischen Seite:
• Die banale und triviale Seite im Gewohnheits- und halbautomatischen Handeln und
• die kreativ-heuristische Seite.
Die banale, triviale Seite der Intuition basiert auf dem Handeln aus der Gewohnheit oder dem Halbautomatischen Handeln. So erfolgt hier das Handeln quasi automatisch und wird als Routine erlebt, z.B. die tägliche Autofahrt. Die kreativ-heuristische Seite beschreibt einen unterbewussten Prozess in einer kreativ-problemlösenden Art, dass von Individuen häufig bei komplexen Problemen eingesetzt wird.
Interessant ist, dass solche intuitiven Entscheidungsprozesse sehr oft vergleichsweise bessere Ergebnisse als Informationsverarbeitungsprozesse erzielen. So fanden Luigi Guiso und Tullio Jappelli in einer Studie für die Bank Unicredit heraus,
Teil 1: Theoretische Analyse: Dieses Kapitel liefert den wissenschaftlichen Rahmen, indem der Forschungsstand zu Intuition, kognitiven Verzerrungen und dem Modell des Homo Oeconomicus aufgearbeitet wird.
Teil 2: Empirische Untersuchung: Hier wird das experimentelle Design der Befragung erläutert, das darauf abzielt, Unterschiede zwischen intuitiven und rationalen Entscheidungswegen bei Studenten der Fachhochschule Frankfurt zu messen.
Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Auswertung der gesammelten Daten mittels Pivot-Tabellen und Analysen, um die aufgestellten Hypothesen zu prüfen.
Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Anwendbarkeit des Modells des Homo Oeconomicus und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung deskriptiver Ansätze in der Forschung.
Intuition, Entscheidungsfindung, Heuristik, Entscheidungsprozess, Homo Oeconomicus, Prospect Theory, Risikoaversion, kognitive Verzerrung, Bias, Zeitbegrenzung, Ankerheuristik, Verfügbarkeitsheuristik, Sunk costs, Verhaltensökonomie, Rationalität.
Die Arbeit analysiert die intuitive Entscheidungsfindung von Marktteilnehmern und hinterfragt die Gültigkeit des rationalen Modells des „Homo Oeconomicus“ in komplexen wirtschaftlichen Situationen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Verhaltensökonomie (Behavioral Finance), kognitive Verzerrungen (Bias), Heuristiken und die empirische Überprüfung von Entscheidungsverhalten unter verschiedenen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, durch eine empirische Studie festzustellen, ob ein durch Zeitdruck erzwungener, intuitiv-heuristischer Entscheidungsprozess zu effizienteren Ergebnissen führt als eine rein rational-logische Vorgehensweise.
Es wird eine quantitative empirische Untersuchung mittels Fragebögen durchgeführt, wobei zwei Probandengruppen verglichen werden: eine unter Zeitdruck (intuitiv) und eine ohne Zeitbegrenzung (rational).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Heuristiken und die „Prospect Theory“ sowie die detaillierte empirische Auswertung von zehn verschiedenen Fragen zu psychologischen Phänomenen wie Risikoaversion, Ankerung und dem Spielerfehlschluss.
Zu den zentralen Begriffen zählen Intuition, Entscheidungsfindung, Heuristik, Prospect Theory, Homo Oeconomicus, Risikoaversion, Bias und Sunk costs.
Gruppe-1 wurde durch eine künstliche Zeitbegrenzung dazu motiviert, verstärkt auf Heuristiken zurückzugreifen, während Gruppe-2 ohne Zeitdruck agierte und somit den rational-logischen Entscheidungsweg verfolgen konnte.
Die Untersuchung zeigt eine Tendenz, dass Probanden dazu neigen, bereits verlustreiche Projekte weiterzuführen, um „versunkene Kosten“ nicht akzeptieren zu müssen, wobei die intuitive Gruppe hier teilweise abweichende Muster zeigte.
Die Ergebnisse zu visuellen Ankern durch Kursverläufe blieben in der Studie nicht eindeutig interpretierbar, weshalb der Autor die Notwendigkeit weiterführender Untersuchungen betont.
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