Bachelorarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 2
1. Der Vorhang öffnet sich...
1.1 David gegen Goliath
1.2 Hollywoods größter Sadist und seine ersten Erfahrungen
1.3 Ein Schlag ins Gesicht
1.4 Das Nachspiel
1.5 Der Licht- und Schattenmacher
2. Bilder sprechen eine andere Sprache
2.1 Das Filmmaterial
2.2 Die Einstellungsgrößen
2.3 Die Brennweite
2.4 Die Perspektive
2.5 Die Kamerafahrt
2.6 Die Komposition eines Bildes
2.7 Das dreidimensionale Bild
2.8 Der Raum
2.9 Die 180° Regel
2.10 Die Montage
3. Das wird ganz sicher kein Happy End geben
3.1 Überall an jeder Straßenecke sehen wir Todsünden - Der Inhalt
3.2 Ich versteh diese Welt nicht mehr - Der Vorspann
3.3 Es ist einfacher für Sie zu glauben, ich sei verrückt - Das Filmmaterial
3.4 Der Kerl geht methodisch vor - Die Perspektiven
3.5 Apathie kann eine Lösung sein – Die visuelle Charakterisierung
3.6 Die Wege des Herrn sind unergründlich – Das Licht
3.7 Sie kennen das komplette Werk noch nicht - Bild, Montage und Sound
3.8 David Fincher ist uns überlegen - Die Ontologie
4. Alles was du hast, hat irgendwann dich
4.1 Ich bin Jacks Inhalt
4.2 Bitte bringen Sie Ihre Sitzlehnen in eine aufrechte Position - Der Vorspann
4.3 Alles klar für die Evakuierung der Seele - Die visuelle Charakterisierung
4.4 Die Leute fragen mich immer, ob ich die Lichtgestaltung kenne
4.5 Du bist der singende und tanzende Abschaum der Menschheit – Die 4. Wand
4.6 Du musst am Nullpunkt ankommen - Bild, Montage und Sound
4.7 Das war Tylers und mein Geschenk - Die Ontologie
5. I have demons you can't even imagine – Das Schlusswort
Die vorliegende Arbeit analysiert die spezifische Bildsprache des Regisseurs David Fincher anhand seiner Filme "SE7EN" und "FIGHT CLUB". Ziel ist es, die technischen und künstlerischen Mittel der Bildgestaltung aufzudecken, die Fincher einsetzt, um die intendierte Wirkung auf den Zuschauer zu erzeugen und diesen gezielt zu manipulieren.
1.1 David gegen Goliath
"Lang ist der Weg und beschwerlich, der hinaus ins Licht führt aus der Hölle."
Dieses Zitat aus dem Film SE7EN (deutscher Titel: SIEBEN) steht für eine ganze Reihe von Filmen - Filme, die dem Zuschauer die Grausamkeiten der Welt, besser noch, des Menschen vor Augen führen. Direkt. Kompromisslos. Schonungslos. So, wie sie ist, unsere schöne, Neue Welt.
Es ist ein Zitat, das alle Hauptcharaktere aus den Filmen von David Fincher nur zu gut kennen. Sie alle durchleben die Hölle auf Erden. Schon bei seinem ersten Kinofilm ALIEN³ aus dem Jahre 1992 quälte Fincher seinen Hauptcharakter Alen Ripley. In den ersten beiden Teilen der SciFi-Reihe wurde sie von dem außerirdischen Monster gejagt und jagte es selbst. Doch David Finchers Beitrag hob das Ganze auf einen höheren Level. Gefangen auf einem Gefängnisplaneten, der ausschließlich von männlichen Schwerverbrechern bewohnt war, setzte das Monster seine gnadenlose Jagd fort. Doch die größte Bedrohung war nicht das Monster selbst, sondern das, was in Ripley wuchs: Sie war schwanger - mit einem Alien.
Für viele Fans war ALIEN³ eine Enttäuschung. Da das Drehbuch während des Drehs unzählige Male umgeschrieben wurde und die Produktionsfirma 20th Century Fox mit Finchers Endfassung nicht zufrieden war, entschied sich der Regisseur das Projekt zu verlassen. ALIEN³ wurde von den Kritikern zerrissen und vom Publikum verschmäht. Er war in den USA eine finanzielle Enttäuschung (die Produktionskosten lagen bei 50 Millionen Dollar, das Einspielergebnis weltweit bei knapp 160 Millionen Dollar). Doch schon damals war Finchers Handschrift zu erkennen. Deprimierende Brauntöne bestimmen die Farbgebung des Films. Die Farbe Weiß wurde komplett entfernt. Die Perspektiven sind meist im Low-Angle-Shot gehalten und betonen so die Decken der Szenerie. Das alles sind typische Merkmale eines David Fincher Films.
1. Der Vorhang öffnet sich...: Einleitende Betrachtung von David Finchers bisherigem Schaffen und seiner Entwicklung als technisch versierter Regisseur.
2. Bilder sprechen eine andere Sprache: Vermittlung der filmtheoretischen Grundlagen, von Einstellungsgrößen bis hin zu Montage-Techniken.
3. Das wird ganz sicher kein Happy End geben: Detaillierte Filmanalyse von "SE7EN" unter Berücksichtigung von Licht, Bildsprache und Montage.
4. Alles was du hast, hat irgendwann dich: Ausführliche Untersuchung der Bildsprache und psychologischen Aspekte in "FIGHT CLUB".
5. I have demons you can't even imagine – Das Schlusswort: Resümee über die unterbewusste Manipulationskraft der Bildsprache in Finchers Werk.
David Fincher, SE7EN, FIGHT CLUB, Bildsprache, Filmsprache, Lichtsetzung, Montage, psychologische Manipulation, Filmtheorie, Symbolik, Genre-Analyse, Regie-Stil, Filmgestaltung, visuelle Charakterisierung, cinematografische Technik.
Die Bachelorarbeit analysiert die visuelle Gestaltung und Filmsprache der Werke "SE7EN" und "FIGHT CLUB" von David Fincher, um dessen spezifische Techniken der Zuschauerbeeinflussung aufzuzeigen.
Die zentralen Felder umfassen filmtheoretische Grundlagen wie Kameraperspektive und Montage sowie die spezifische Anwendung dieser Mittel durch Fincher zur Erzeugung einer bedrohlichen oder desorientierenden Atmosphäre.
Das Ziel ist es, aufzuschlüsseln, wie Fincher durch Bildaufbau, Licht und Schnitt das Publikum unterbewusst manipuliert und auf falsche Fährten lockt.
Die Arbeit nutzt die Methode der filmwissenschaftlichen Filmanalyse, ergänzt durch Fachliteratur und Audiokommentare der Beteiligten, um Finchers ästhetische Entscheidungen zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Filmsprache sowie spezifische Kapitele zur Analyse der Filme "SE7EN" und "FIGHT CLUB", wobei jeweils Licht, Bildsprache und Montage getrennt betrachtet werden.
Neben dem Regisseur und den Filmtiteln sind Begriffe wie "Bildsprache", "Manipulation", "Lichtsetzung" und "Semiotik" zentral für das Verständnis der Arbeit.
Die Farbe Blau wird als kühle Gegenfarbe eingesetzt, die die trostlose, hoffnungslose Welt außerhalb von John Does Einflussbereich bzw. die reale Welt gegenüber der braun-warmen "Sünder"-Welt markiert.
Durch das Durchbrechen der vierten Wand holt Fincher den Zuschauer direkt in die Gedankenwelt des Protagonisten und macht ihn zum Komplizen, was die psychologische Wirkung und die Unmittelbarkeit des Films verstärkt.
Die kurz eingestreuten Einzelbilder von Tyler Durden dienen der Unterbewussten Vorbereitung des Zuschauers auf die Schizophrenie des Charakters und zeigen Finchers Meisterschaft in der unterbewussten Übermittlung.
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