Bachelorarbeit, 2009
36 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Phraseologie und Phraseologismen
2.1.1 Parömiologie und Sprichwörter
2.2 Interferenz
3. Die empirische Untersuchung
3.1 Methode
3.2 Gewährspersonen
3.3 Über die verwendeten Sprichwörter
4. Ergebnisse der Untersuchung
4.1 Bemerkungen zu den Ergebnissen
4.1.1 Aufgabe 1
4.1.2 Aufgabe 2
4.1.3 Aufgabe 3
4.1.4 Aufgabe 4
4.1.5 Aufgabe 5
4.1.6 Aufgabe 6
4.1.7 Aufgabe 7
4.2 Grundlagen der Ergebnisse
5. Abschließende Gedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mehrworteinheitskompetenz von Germanistikstudenten im ersten Studienjahr an der Eötvös Loránd Universität (ELTE) mit einem spezifischen Fokus auf Sprichwörter. Ziel ist es, das vorhandene Wissen der Studierenden über deutsch-ungarische Sprichwörter empirisch zu erfassen, auftretende Fehler zu analysieren und deren Ursachen, insbesondere den Einfluss der Muttersprache (Interferenz), zu ermitteln.
2.1 Phraseologie und Phraseologismen
Die Phraseologie ist eine außerordentlich junge wissenschaftliche Teildisziplin, die sich in der Sowjetunion am Anfang des neunzehnten Jahrhundert entwickelte, und erstmals im Jahre 1946 mit den Arbeiten von V. Vinogradov in der Sprachwissenschaft selbständig etablierte. Seine Arbeit trug auch dazu bei, dass die erste Gesamtdarstellung der deutschen Phraseologie von I.I Cernyseva (1970) vorgelegt wurde (Fleischer 1997: 4 f.).
Die Phraseologie beschäftigt sich mit den festen Wortverbindungen einer Sprache, die sich heutzutage einerseits mit der Begriffsbestimmung des Phänomens der Phraseologismen, andererseits mit der Klassifikation von Phraseologismen befasst (Fleischer 1997: 23). Beide sind ganz schwer in einem Buch oder in ein paar Seiten zusammenzufassen, und sind auch heutzutage umstritten, „in der Phraseologie steht wohl als einziges bisher fest, daß noch nichts feststeht.“ (Pilz 1987: 16)
Zum Beispiel haben wir wegen der wachsenden Unklarheit mit einer Vielfalt von Terminologie zu tun, wie Phraseologismen, Phraseme, Phraseolexeme, Wortgruppenlexeme, Idiome, feste Wendungen usw. (Palm 1995: 2) Trotz aller Unterschiede im Wortgebrauch stimmt aber die Meinung der Sprachwissenschaftler überein und sie kommen zu gemeinsamen Ergebnissen. Beispielsweise sind die Kriterien, wie man diese Mehrworteinheiten von den nicht-phraseologischen Wörtern und Wortgruppen abgrenzen kann, in mehreren Werken zu finden (Fleischer 1997., Palm 1995.)
Erstmals ist Idiomatizität ein wichtiges Kriterium: das heißt, dass die Elemente der phraseologischen Einheit meistens mit der Bedeutung nicht zu tun haben (Palm 1995: 2), denn die Gesamtbedeutung lässt sich nicht additiv aus der Summe der Bedeutungen der Elemente erschließen, sondern bedeutet mehr oder etwas anderes. Im Gegenteil zu den freien Wortgruppen bilden die Elemente eine semantische Einheit.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Gegenstand der Untersuchung sowie die Zielsetzung der Diplomarbeit und gibt einen kurzen Überblick über die methodische Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die linguistischen Kernbegriffe, insbesondere Phraseologie, Phraseologismen, Parömiologie (Sprichwortforschung) und der Begriff der Interferenz, definiert und theoretisch eingeordnet.
3. Die empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Studie, die Zielgruppe (Germanistikstudenten der ELTE) sowie die Auswahl und Art der verwendeten Sprichwörter im Aufgabenblatt.
4. Ergebnisse der Untersuchung: Die erhobenen Daten aus den sieben Aufgaben werden hier statistisch ausgewertet, graphisch veranschaulicht und in Bezug auf Fehlertypen und Ursachen detailliert analysiert.
5. Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt die initiale Hypothese zur erleichternden Wirkung von Äquivalenten und reflektiert die allgemeine Problematik des Sprichwortwissens bei den untersuchten Studierenden.
Phraseologie, Phraseologismen, Sprichwörter, Parömiologie, Mehrworteinheitskompetenz, Interferenz, Deutsch als Fremdsprache (DaF), empirische Untersuchung, Fehleranalyse, mentale Lexika, Sprachkenntnisse, Idiomatizität, Stabilität, Eötvös Loránd Universität, Sprachproduktion.
Die Arbeit untersucht, wie es um die Mehrworteinheitskompetenz, speziell bei Sprichwörtern, bei Germanistikstudenten im ersten Studienjahr an der ELTE in Ungarn bestellt ist.
Die Arbeit deckt die Bereiche Phraseologie, die Definition von Sprichwörtern, das Phänomen der Interferenz beim Fremdsprachenlernen sowie die statistische Auswertung von Sprichwortkenntnissen ab.
Das Ziel ist es, den Kenntnisstand der Studenten zu ermitteln, ihre häufigsten Fehler bei der Verwendung deutscher Sprichwörter zu dokumentieren und die Ursachen, besonders den negativen Einfluss der Muttersprache, zu identifizieren.
Es wurde eine quantitative und qualitative empirische Untersuchung durchgeführt, bei der ein Fragebogen zur Erfassung der Lerndaten und ein Aufgabenblatt mit sieben unterschiedlichen Aufgabentypen zum Testen der Sprichwortkompetenz verwendet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus der Untersuchung sowie eine umfassende Ergebnisanalyse der sieben Aufgaben, ergänzt durch die Untersuchung von Einflussfaktoren wie Lerndauer und Mediennutzung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Phraseologie, Interferenz, Mehrworteinheitskompetenz und Fehleranalyse bei DaF-Lernenden charakterisieren.
Die Muttersprache wirkt bei den Studenten oft störend. Sie versuchen häufig, Sprichwörter wortwörtlich zu übersetzen oder suchen in ungarischen Äquivalenten nach thematisch zusammenhängenden Wörtern, anstatt die idiomatische Gesamtbedeutung zu erfassen, was zu zahlreichen Fehlern führt.
Entgegen der Erwartung des Autors erleichtern vorhandene Äquivalente die Aufgabe nicht immer; sie führen vielmehr häufig zu Interferenzfehlern, da die Studenten dazu neigen, auf der Basis der Muttersprache zu agieren, anstatt die deutsche Sprachform korrekt zu reproduzieren.
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