Masterarbeit, 2010
90 Seiten, Note: 1
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
A. Einleitung
I. Problemstellung
II. Methodik/Vorgehensweise
B. Notwendigkeit von Verbraucherschutz
I. Allgemeines
II. Historische Entwicklung in Osterreich
C. Internationales Privatrecht
I. Aufgabe des Internationalen Privatrechts
II. Historische Entwicklung auf EG-Ebene
III. IPRG und Nebengesetze
IV. § 13a KSchG
V. EVU
VI. Verordnungen Rom II, Rom I
D. Fernabsatz
E. Verbrauchervertrage im Internationalen Privatrecht
I. Rechtslage nach Artikel 5 EVU
1. Allgemeines
2. Artikel 5 EVU und Fernabsatz
II. Rechtslage nach Artikel 6 VO Rom I
III. Diskussion der Unterschiede
F. Artikel 15 EuGVVO: Rechtsprechung und Schrifttum
I. Die EuGVVO
II. Rechtsprechung zum ”Ausrichten“
1. LG Feldkirch 3R 259/03s
2. LG Salzburg 53R 13/04z
3. LG Feldkirch 2R 18/08z
4. OGH 6Ob 192/08s
5. OGH 2Ob 256/08y
6. OGH 6Ob 24/09m
7. BGH III ZR 71/08
8. OLG Dresden 8 U 1855/04
9. OLG Karlsruhe 14 U 72/06
10. LG Munchen I 9 O 16842/06
III. Schrifttum zum ”Ausrichten“
IV. Diskussion
G. Zusammenfassung und Ausblick
I. Zusammenfassung
II. Ausblick
Die Arbeit untersucht die durch die VO Rom I und EuGVVO neu geregelte Rechtslage bei Verbraucherverträgen, insbesondere bei Vertragsabschlüssen via Internet. Ziel ist es, die unklare Bedeutung des Begriffs des „Ausrichtens der gewerblichen Tätigkeit auf den Wohnsitzstaat des Verbrauchers“ anhand von Literatur und aktueller Rechtsprechung zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
II. Rechtsprechung zum ”Ausrichten“
Besonders spannend ist wie beschrieben die Frage, was im Zusammenhang mit im Internet tätigen Unternehmern unter dem Begriff des ”auf irgend einem Wege Ausrichtens“ der gewerblichen Tätigkeit auf den Wohnsitzstaat des Verbrauchers iSd Art 6 Abs 1 lit b VO Rom I bzw. Art 15 EuGVVO zu verstehen ist. Da die VO Rom I erst seit 17. Dezember 2009 in Kraft ist, existiert hierzu bis dato noch keine höchstgerichtliche Rechtsprechung. Allerdings kann für die Auslegung des Begriffs des ”Ausrichtens“ die entsprechende Judikatur zum wortidenten Art 15 Abs 1 lit c EuGVVO herangezogen werden. Herzstück dieser Arbeit ist nun eine systematische Zusammenstellung österreichischer und deutscher Judikatur und Literatur zur Frage des ”Ausrichtens“ im Internet iSd Art 15 EuGVVO, da die Ergebnisse aufgrund des identen Wortlauts wohl auf Art 6 Abs 1 VO Rom I übertragbar sein dürften.
A. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung durch die neue VO Rom I und die Vorgehensweise bei der Untersuchung der Verbraucherschutzproblematik.
B. Notwendigkeit von Verbraucherschutz: Definition der Kategorien Unternehmer und Verbraucher sowie Überblick über die historische Entwicklung des Verbraucherschutzes in Österreich.
C. Internationales Privatrecht: Einführung in die Aufgaben des IPR, die Rolle von EG-Verordnungen und die spezifische Ausgestaltung durch das IPRG, das EVÜ sowie die Verordnungen Rom I und Rom II.
D. Fernabsatz: Erläuterung der Regelungen zum Fernabsatz im KSchG und die Problematik bei grenzüberschreitenden Internet-Verträgen.
E. Verbraucherverträge im Internationalen Privatrecht: Detaillierte Gegenüberstellung der Rechtslage unter dem EVÜ (Artikel 5) und der VO Rom I (Artikel 6) sowie Diskussion der Unterschiede.
F. Artikel 15 EuGVVO: Rechtsprechung und Schrifttum: Systematische Analyse der Rechtsprechung zur Auslegung des „Ausrichtens“ bei Internet-Websites sowie eine Zusammenfassung der literarischen Debatte darüber.
G. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse zur Auslegung des Ausrichtungsbegriffs und Ausblick auf die Bedeutung der Schlussanträge des Generalanwalts am EuGH.
Verbraucherschutz, Internationale Zuständigkeit, VO Rom I, EuGVVO, Internationales Privatrecht, Fernabsatz, Ausrichten der Tätigkeit, Internet, aktive Website, passive Website, Rechtswahl, Kollisionsrecht, Verbrauchergeschäft, elektronischer Geschäftsverkehr, Europäischer Gerichtshof.
Die Arbeit befasst sich mit dem europäischen Verbraucherschutz im Internationalen Privatrecht, speziell mit der Frage, nach welchem Recht Internet-Verträge zu beurteilen sind und wo Verbraucher bei Streitigkeiten klagen können.
Die zentralen Themen sind die VO Rom I für das anwendbare Recht, die EuGVVO für die internationale Zuständigkeit sowie die Problematik des Fernabsatzes über das Internet.
Das Hauptziel ist die Klärung, was unter dem Begriff des „Ausrichtens der gewerblichen Tätigkeit“ auf den Verbraucherstaat zu verstehen ist, da dieser Begriff in der Praxis der Internet-Verträge für große Unsicherheit sorgt.
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse von Gesetzesnormen (VO Rom I, EuGVVO, KSchG), gefolgt von einer tiefgehenden Auswertung aktueller österreichischer und deutscher Rechtsprechung und der entsprechenden juristischen Literatur.
Im Hauptteil werden die Unterschiede zwischen dem alten EVÜ und der neuen VO Rom I diskutiert, sowie anhand zahlreicher Fallbeispiele der „Ausrichtungs“-Begriff der EuGVVO systematisch aufgearbeitet.
Verbraucherschutz, Ausrichten der Tätigkeit, Internet-Verträge, VO Rom I, EuGVVO, Fernabsatz, Kollisionsrecht.
Die Gerichte neigen dazu, zwischen „aktiven“ Websites, die zum Vertragsabschluss auffordern, und „passiven“ Websites, die nur informieren, zu unterscheiden, wobei die Abgrenzung in der Literatur stark umstritten ist.
Eine unklare Definition führt zu Rechtsunsicherheit, da Unternehmen bei einer zu weiten Auslegung in jedem Staat, in dem ihre Webseite erreichbar ist, verklagt werden könnten, was insbesondere für kleine Betriebe ein großes Risiko darstellt.
Sie dienen als Vorbereitung auf die EuGH-Entscheidungen, wobei sie versuchen, Kriterien wie die internationale Vorwahl oder die Sprache der Webseite als Indizien für eine Ausrichtung heranzuziehen, was der Autor der Arbeit jedoch als unbefriedigend und unpräzise kritisiert.
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