Diplomarbeit, 2008
142 Seiten, Note: 1,3
1 Der Effekt von Ködern – Intendierte und nicht intendierte Effekte
2 Der Einsatz von Ködern zur Beeinflussung von Präferenzen
2.1 Der Ködereffekt und mögliche Köderpositionen
2.1.1 Dominierte Köder
2.1.2 Nicht-dominierte Köder
2.2 Ursachen von Präferenzänderungen durch Köder
2.2.1 Value-Shift-Modelle
2.2.2 Weight-Change-Modelle
2.2.3 Emergent-Value-Modelle
2.3 Anforderungen zur Erzielung starker Ködereffekte
2.3.1 Moderatoren des Ködereffektes
2.3.2 Optimale Positionierung von Ködern
3 Der Einsatz von Ködern in der Marketing-Praxis
3.1 Verwendetes Material und Betrachtungszeitraum
3.2 Empirische Hinweise auf Köder
4 Nicht intendierte Effekte von Ködern bei der Conjoint-Analyse
4.1 Die Conjoint-Analyse als Instrument der Präferenzmessung
4.2 Das Problem von Ködern bei der Conjoint-Analyse
4.3 Empirische Studie – Design und Untersuchungsgesamtheit
4.3.1 Gemeinsamkeiten in der Gestaltung der Fragebögen
4.3.2 Unterschiede zwischen den Fragebögen
4.3.3 Auswertung der Ergebnisse
5 Schlussfolgerungen und Ausblick
5.1 Implikationen für das Marketing
5.2 Implikationen der Conjoint-Analysen
5.3 Empfehlungen für die künftige Forschung
Die Arbeit untersucht den intentionalen Einsatz von Köderprodukten im Marketing zur gezielten Beeinflussung von Konsumentenpräferenzen sowie deren nicht intendierte Effekte bei der Präferenzmessung mittels Conjoint-Analyse. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung und eine empirische Studie aufzuzeigen, wie Köder den Entscheidungskontext verzerren und so die Validität von Conjoint-Analysen beeinträchtigen können.
1 Der Effekt von Ködern – Intendierte und nicht intendierte Effekte
Oftmals finden Konsumenten sich in Situationen wieder, in welchen sie eine Wahl zwischen verschiedenen Produktalternativen zu treffen haben. Für welche Alternative sich ein Konsument schließlich entscheidet wird dabei nicht nur von den Eigenschaften der wählbaren Optionen beeinflusst, sondern auch von anderen Faktoren wie dem Kontext. Dieser bezieht sich im Zusammenhang von Wahlentscheidungen auf: „[…] changes in the choice process or its outcome as a function of the particular brands that are included in the choice set.“
Es wird eine Situation beschrieben, in welcher Konsumenten ein bestimmtes Produkt in Anwesenheit einer Menge von präsentierten Alternativen beurteilen. Ausgehend vom Modell eines rationalen Konsumenten postuliert die moderne Wirtschaftstheorie ein vor allem an seiner Nutzenmaximierung interessierten Menschen, welcher die Devise „taking-the-best-action“ seinen Entscheidungen zugrunde legt. Dies führt zu der logischen Schlussfolgerung, dass die Präferenzstruktur zwischen verschiedenen gegebenen Alternativen unabhängig vom Kontext sein sollte, in welchem diese präsentiert werden.
Auf der Behauptung einer von dem Kontext unabhängigen Präferenz basieren auch viele Modelle, welche die von einer Person getroffene Wahl – von beispielsweise Produkten – aus unterschiedlichen Alternativen zum Gegenstand haben. Dabei ist es insbesondere die Annahme der Regularität, welche solchen Modellen inhärent ist. Im Rahmen dieser als „principle of regularity“ bezeichneten Prämisse wird davon ausgegangen, dass sich die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Alternative zu wählen, nicht dadurch erhöhen lässt, indem eine weitere Alternative hinzukommt. Begründet wird dies mit einer aus der normativen Entscheidungstheorie formulierten Annahme der Unabhängigkeit der Präferenzen von irrelevanten Alternativen.
1 Der Effekt von Ködern – Intendierte und nicht intendierte Effekte: Einführung in die Thematik der Kontextabhängigkeit von Entscheidungen und die theoretische Grundlage des Ködereffekts.
2 Der Einsatz von Ködern zur Beeinflussung von Präferenzen: Detaillierte Darstellung verschiedener Köderarten, deren Positionierungsstrategien und Erklärungsmodelle für Präferenzänderungen.
3 Der Einsatz von Ködern in der Marketing-Praxis: Analyse der tatsächlichen Verwendung von Ködern in Prospektwerbungen verschiedener Branchen.
4 Nicht intendierte Effekte von Ködern bei der Conjoint-Analyse: Untersuchung der methodischen Auswirkungen von Ködern auf die Ergebnisse von Conjoint-Analysen und Vorstellung der empirischen Studie.
5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Ableitung von Marketing-Implikationen sowie kritische Würdigung der Conjoint-Analyse als Messinstrument.
Ködereffekt, Conjoint-Analyse, Präferenzmessung, Konsumentenentscheidung, Dominanzstruktur, Kontextabhängigkeit, Marketing-Strategie, Nutzenmaximierung, Verlustaversion, Range-Frequency-Theorie, Produktkategorien, Kaufentscheidung, Empirische Studie, Wahlmodelle, Marktanteil
Die Diplomarbeit untersucht, wie sogenannte "Köderprodukte" den Entscheidungskontext von Konsumenten verändern und dadurch deren Präferenzen beeinflussen können, sowohl gezielt im Marketing als auch unbeabsichtigt in Marktforschungsstudien.
Die Arbeit behandelt die Typologie von Ködern (z.B. dominierte vs. nicht-dominierte Köder), psychologische Erklärungsmodelle für deren Wirkung und die methodischen Herausforderungen bei der Anwendung der Conjoint-Analyse.
Das Ziel ist der Nachweis, dass die Existenz von Köderalternativen die Ergebnisse der Conjoint-Analyse verzerrt und somit die daraus abgeleiteten Marketingentscheidungen beeinflussen kann.
Der Autor führt eine empirische Studie mit 162 Studenten durch, wobei ein Kontroll- und Experimentalgruppendesign angewendet wird, um die Auswirkungen unterschiedlicher Anordnungen von Produktkarten zu testen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Ködereffekts erarbeitet, dann der Einsatz in der Praxis (Prospektwerbung) analysiert und schließlich die spezifischen Probleme bei der Conjoint-Analyse experimentell untersucht.
Zentrale Begriffe sind Ködereffekt, Conjoint-Analyse, Präferenzmessung, Kontextabhängigkeit und Nutzenmaximierung.
Die Rechtfertigungsthese besagt, dass Konsumenten eher zu einer Wahl neigen, die sie vor anderen begründen können; die Anwesenheit eines Köders kann dabei helfen, eine bestimmte Alternative als rationalen Kompromiss zu rechtfertigen.
Die Gruppen unterschieden sich durch die Anordnung der Produktkarten (mit vs. ohne Ködersituation) sowie durch die Methode der Präferenzabfrage (Rangverteilung vs. Präferenzwertmethode).
Der Autor empfiehlt unter anderem die Einbeziehung von Phantomködern als unkompliziertes Verfahren zum Nachweis von Ködereffekten, ohne das Prinzip der Orthogonalität zu verletzen.
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