Wissenschaftliche Studie, 2010
68 Seiten
Entwicklung der Gefechtsarten
I Verteidigung
Hochentwickelte Manöverkunst
Karree zur Rundumverteidigung
Napoleons Taktik
Erzherzog Karls Exerzierreglement
Scharnhorsts Infanterie-Reglement 1812
Neue Gedanken durch Carl von Clausewitz
Wieder Unterordnung der Verteidigung
Detaillierte Vorschriften für die Verteidigung
Angriff und Verteidigung noch nicht gleichwertig
Erstmals 1906: «Hinhaltendes Gefecht»
Tendenz zur Linie
»Stützpunkte«
Neue Vorschriften zum Stellungskrieg
Zusammenfassung der Entwicklung bim zum Ersten Weltkrieg
Abbrechen des Gefechts
Grundsätze der Verteidigung in der Bundeswehr
«Verteidigungsraum»
»Schlüsselgelände«
Fazit zur Verteidigung
II Verzögerung
Von der Gefechtshandlung zur selbständigen Gefechtsart
Zusammenfassung der Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg
Zwischen den Weltkriegen
Abwehr, Verteidigung und hinhaltender Widerstand im Zweiten Weltkrieg
Verzögerung in den Vorschriften der Bundeswehr
Schlussbetrachtung zur Verzögerung
III Angriff
Angriff in der frühen Neuzeit
Angriff im Zeitalter von König Friedrich II.
Angriff zwischen Französischer Revolution und Freiheitskriegen
Angriff im Zeitalter des Deutschen Bundes
Angriff nach den Einigungskriegen
Angriff im Ersten Weltkrieg
Übergang zur Reichswehr – Ära Seeckt
Die Evolution der Kraftfahrtruppe – Truppenführung 1933
Guderian – führen von vorn
Die Wende ´42 – vom Angriff zur Abwehr
Kriegsende – Aufbau der Bundeswehr
Massenvernichtungswaffen und Asymmetrie
Zusammenfassung
Diese Arbeit analysiert die historische Entwicklung der taktischen Gefechtsarten – Angriff, Verteidigung und Verzögerung – in den deutschen Streitkräften von der frühen Neuzeit bis in das 21. Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem operativen Denken und Handeln in den jeweiligen Truppenführungsvorschriften liegt.
Die Entwicklung der Gefechtsarten
Die TF 1910 kannte den Begriff der Gefechtsart noch nicht. Es werden lediglich der Angriff und die Verteidigung in ihren Vor- und Nachteilen beschrieben. Dabei wird sowohl das Begriffspaar Angriff und Verteidigung als auch das Begriffspaar Offensive und Defensive verwandt. Es ist bemerkenswert, dass sich schon hier der Begriff des „Begegnungsgefechts” findet und die Besonderheiten dieser, wie man sie heute bezeichnen würde, besonderen Gefechtshandlung beschrieben werden.
Auch die TF 21 kannte den Begriff der Gefechtsart noch nicht. Inhaltlich lässt sich feststellen, dass dort Angriff, Verfolgung, Verteidigung, hinhaltendes Gefecht und Abbrechen des Gefechts im Rahmen der Gefechtshandlungen beschrieben wurden. Daneben gab es ein Kapitel „Gefechte unter besonderen Verhältnissen“, wobei dort das hinhaltende Gefecht nochmals genannt wurde, was darauf hindeutet, dass es sich dabei nicht um eine eigenständige Gefechtsart handelte, sondern um eine besondere Gefechtshandlung.
Die TF 33 nahm erstmals den Begriff der „Kampfart" auf und beschrieb den Angriff, die Verfolgung, die Abwehr mit ihren beiden Varianten Verteidigung und hinhaltender Widerstand, das Abbrechen des Gefechts und den Rückzug als Kampfarten.
Die TF 56 als erste Truppenführungsvorschrift der Bundeswehr übernahm den Begriff der „Kampfarten" Als „Kampfarten“ wurden dabei Angriff, Verfolgung, Abwehr (mit den Unterpunkten Verteidigung, hinhaltender Kampf und Verzögerungsgefecht) und Abbrechen des Gefechts verstanden. Zusätzlich gab es ein eigenes Kapitel „Gefechte unter besonderen Verhältnissen", in dem z. b. der Ortskampf genannt wird.
I. Verteidigung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der Verteidigung von der starren Linientaktik über die Clausewitzsche Auffassung eines beweglichen Kampfes bis hin zu modernen Verteidigungskonzepten in der Bundeswehr nach.
II. Verzögerung: Hier wird der Prozess beschrieben, wie das hinhaltende Gefecht von einer bloßen Gefechtshandlung zur eigenständigen Gefechtsart in den Vorschriften der Bundeswehr aufstieg.
III. Angriff: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der Angriffstaktik, den zunehmenden Stellenwert von Feuer und Bewegung sowie den Einfluss der Panzertruppe und der motorisierten Führung auf das operative Geschehen.
Truppenführung, Gefechtsarten, Angriff, Verteidigung, Verzögerung, Taktik, operative Führung, Bundeswehr, Gefechtshandlung, Kampfart, Militärgeschichte, Mechanisierung, Panzer, Feuer und Bewegung, Clausewitz
Die Arbeit untersucht die historische Evolution und die theoretische Entwicklung der taktischen Grundoperationen der deutschen Streitkräfte über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Im Mittelpunkt stehen die Wandlungen der Begriffe Angriff, Verteidigung und Verzögerung sowie deren theoretische Fundierung in den verschiedenen deutschen Dienstvorschriften.
Ziel ist es, die Entwicklungslinien des operativen Denkens in Deutschland aufzuzeigen und zu verstehen, wie sich militärische Konzepte an technische und politische Gegebenheiten anpassten.
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Auswertung historischer Truppenführungsvorschriften, Leitfäden und begleitender militärwissenschaftlicher Publikationen.
Der Hauptteil ist in drei große Abschnitte gegliedert, die jeweils detailliert die Entwicklung der Verteidigung, der Verzögerung und des Angriffs als Gefechtsarten analysieren.
Die zentralen Begriffe umfassen Truppenführung, Gefechtsarten, Angriff, Verteidigung, Verzögerung, Taktik, Mechanisierung und die Entwicklung des operativen Denkens.
Historisch wandelte sich die Verzögerung von einer taktischen Notlösung oder bloßen Gefechtshandlung zu einer eigenständigen, hochkomplexen Gefechtsart, die eine aktive Führung erfordert.
Clausewitz betonte die Bedeutung der Verteidigung als stärkere Kriegsform und forderte eine bewegliche Kampfführung, was die späteren deutschen Konzepte einer aktiven Abwehr maßgeblich beeinflusste.
Die Einführung der Panzerwaffe erforderte ein grundlegend neues taktisches Verständnis, bei dem Bewegung, Geschwindigkeit und die konzentrierte Kraftanstrengung in der Tiefe des gegnerischen Raumes entscheidend wurden.
Die atomare Bedrohung erzwang eine Auflockerung der Truppen, um Verwundbarkeit zu reduzieren, während gleichzeitig neue Konzepte zur Zusammenfassung der Feuerkraft und Bewegung in der Tiefe entwickelt wurden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

