Examensarbeit, 2009
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Leitmotiv
2.1. Das Leitmotiv bei Wagner
2.2. Nietzsche contra Wagner – Komposition als Demagogie
2.3. Thomas Mann zwischen Wagner und Nietzsche
2.4. Das Leitmotiv bei Thomas Mann
3. Die Teufelsfiguren in Doktor Faustus
3.1. Adrians Anfälligkeit für das Dämonische
3.2. Die Teufelsfiguren
3.2.1. Wendell Kretzschmar
3.2.2. Die Hallenser Studienzeit – Privatdozent Schleppfuß und Professor Kumpf
3.2.3. Hetaera Esmeralda
3.2.4. Der Auftritt des Teufels
4. Schlussbetrachtungen – Die leitmotivische Funktion der Teufelsfiguren in Doktor Faustus
Diese wissenschaftliche Untersuchung analysiert die leitmotivische Funktion der Teufelsfiguren in Thomas Manns Roman Doktor Faustus. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das durch Richard Wagner geprägte Mittel des Leitmotivs von Thomas Mann adaptiert wird, um das Thema der Verführung des Protagonisten Adrian Leverkühn und die Verführbarkeit des deutschen Volkes darzustellen.
3.1. Adrians Anfälligkeit für das Dämonische
Die späteren Teufelsszenerien werden schon in den ersten Kapiteln vorbereitet, indem bereits in der Darstellung von Adrians Jugendjahren hervorgehoben wird, wie leicht er sich verführen lässt. Dieses leitmotivische Vorbereiten auf die später auftauchenden Teufelsfiguren und –helfer soll anhand der Beispiele von Adrians Geburtsstadt Kaisersaschern, den Experimenten von Adrians Vater Jonathan und dem Hofhund Suso verdeutlicht werden. Die fiktive Stadt Kaisersaschern steht in erster Linie für Deutschland. Neben dieser Bedeutung wird offenbar, dass die Stadt Kaisersaschern aufgrund ihrer Geschichte und ihrer Bewohner den Hang des jungen Adrians zum Diabolischen und Dämonischen evoziert. So heißt es etwa von Seiten des Erzählers, dass, auch wenn die Bewohner friedliebend seien, man sich ruhig hätte denken können,
daß plötzlich eine Kinderzug-Bewegung, ein Sankt-Veits-Tanz, das visionär-kommunistische Predigen irgendeines ‚Hänselein’ mit Scheiterhaufen der Weltlichkeit, Kreuzwunder Erscheinungen und mystischem Herumziehen des Volks hier ausbräche (DF, S. 52).
Die Bewohner von Kaisersaschern sind von Natur aus leicht verführbar und haben einen Hang zum Diabolischen, wie die Anspielung auf den Teufel („Sankt-Veits-Tanz“) deutlich macht. Es ist die Rede von einem „Typus von ‚altem Weib’“, der „zu gewissen Zeiten ohne weiteres im Verdachte des Hexentums“ gestanden haben könnte, so dass Adrian Leverkühn und der Erzähler und Adrians Jugendfreund Serenus Zeitblom in einer vom Dämonischen geprägten Stadt aufwachsen (DF, S. 53). Später sagt Zeitblom, dass Kaisersaschern „die Stadt der Hexen und Sonderlinge“ (DF, S. 114) sei.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Untersuchung der Teufelsverführung im Roman und stellt die zentrale Bedeutung der Leitmotivtechnik heraus.
2. Das Leitmotiv: In diesem theoretischen Teil wird die Herkunft der Leitmotivtechnik bei Wagner analysiert, Nietzsches Kritik daran beleuchtet und Thomas Manns Synthese aus beiden Positionen untersucht.
3. Die Teufelsfiguren in Doktor Faustus: Das Hauptkapitel interpretiert die verschiedenen Teufelsfiguren und deren Rolle bei der leitmotivischen Vorbereitung von Adrians Pakt.
4. Schlussbetrachtungen – Die leitmotivische Funktion der Teufelsfiguren in Doktor Faustus: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und deutet die leitmotivische Struktur als Spiegelung des deutschen Schicksals und der historischen Verführbarkeit.
Thomas Mann, Doktor Faustus, Leitmotiv, Richard Wagner, Friedrich Nietzsche, Arthur Schopenhauer, Teufel, Dämonie, Adrian Leverkühn, Motivgewebe, Symbolkonstituierung, Deutschland, Mythos, Musik, Verführbarkeit.
Die Arbeit untersucht die leitmotivische Konstruktion des Teuflischen und Dämonischen in Thomas Manns Roman Doktor Faustus.
Die zentralen Themen sind die Anwendung der Leitmotivtechnik nach Richard Wagner, die philosophische Dialektik zwischen Nietzsche und Wagner sowie die Darstellung des deutschen Schicksals durch die Figur Adrian Leverkühn.
Es soll analysiert werden, wie die Teufelsfiguren leitmotivisch als Instrumente der Verführung fungieren und wie sie den Pakt Adrians mit dem Teufel im Roman vorstrukturieren.
Es erfolgt eine textimmanente Analyse der erzählerischen Strukturen sowie eine wissenschaftliche Untersuchung der Literaturgeschichte und der philosophischen Grundlagen (insbesondere Schopenhauer und Feuerbach).
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Teufelsfiguren, von Kretzschmar und Schleppfuß bis hin zu Esmeralda, sowie deren Funktion innerhalb des komplexen Motivgefüges des Romans.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leitmotiv, Teufelspakt, Deutschlandroman, musikalische Demagogie und Dämonologie charakterisiert.
Kaisersaschern dient als fiktiver Raum, der durch seine Geschichte und Atmosphäre den Hang des Protagonisten Adrian zum Diabolischen und Dämonischen von Beginn an fördert.
Esmeralda verkörpert den Sündenfall und die sexuelle Komponente der Verführung; sie ist das „Dämonische schlechthin“, durch deren Infizierung Adrian seine geniale, aber verhängnisvolle produktive Kraft gewinnt.
Die Arbeit lässt offen, ob der Teufel als eigenständige Person auftritt oder als Hirngespinst aufgrund der Krankheit Adrians; sie betont jedoch, dass der Teufel leitmotivisch als ständiger Begleiter präsent ist.
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