Examensarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Vorgehen
1.3 Quellenlage
1.4 Literaturlage
2 Kriminalität in England zur Zeit Daniel Defoes
2.1 Kriminalitätslage
2.2 Strafmaß und Strafverfolgung
2.3 Literarische Umsetzung des Themas der Kriminalität
2.4 Defoes persönliche Erfahrungen
3 Defoes nicht-fiktionale Werke über Kriminalität
3.1 An Essay on the Regulation of the Press
3.2 The Great Law of Subordination Consider’d
3.3 Andrew Moreton - die Homogenität in Defoes Sachliteratur
3.4 Grundlegende Thesen aus Defoes nicht-fiktionalen Werken
3.5 Vergleich mit Bernard Mandeville und Henry Fielding
3.6 Hinweise auf die literarische Umsetzung von Defoes Thesen
4 Die fließende Grenze zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion
5 Moll Flanders
5.1 Intentionen und Realismus
5.2 Herkunft und Erziehung
5.3 Verantwortung und Schuld
5.4 Molls erste Diebstähle
5.5 Not als Ursache von Kriminalität
5.6 Die Bedeutung von Strafen für Molls Wandlung
6 Colonel Jack
6.1 Die Umsetzung von Defoes politischen und didaktischen Forderungen im Roman Colonel Jack
6.2 Colonel Jacks Plantagenwirtschaft als Allegorie für ein gesamtstaatliches Strafrecht
7 Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die Darstellung von Kriminalität in den Romanen "Moll Flanders" und "Colonel Jack" von Daniel Defoe unter Einbeziehung seiner non-fiktionalen Schriften. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie Defoe seine sozialpolitischen und didaktischen Thesen zur Kriminalitätsbekämpfung, zu Strafsystemen und zur Bedeutung von Erziehung in seinen fiktionalen Werken verarbeitet hat und inwieweit diese Werke als Reflexion seiner gesellschaftlichen Auffassungen dienen.
3.1 An Essay on the Regulation of the Press
Defoes Abhandlung über Pressezensur wurde am 7. Januar 1704, kurz nach seiner Freilassung aus dem Newgate-Gefängnis veröffentlicht (Secord 180). Damit reagierte er auf das Vorhaben des Unterhauses, ein Gesetz zur Beschränkung der Zügellosigkeit im Pressewesen zu verabschieden, nachdem in der Presse das ‚Occasional Conformity Bill’ scharf attackiert worden war (Secord 180). Neben Defoes Beurteilung des Gesetzes zur Regulierung der Presse offenbart er gleichzeitig seine allgemeinen Vorstellungen sinnvoller Erlasse. Zweifellos motiviert von der Furcht um seine journalistische Tätigkeit verurteilt er die Pressezensur in diesem anonym veröffentlichten Aufsatz dabei vor allem unter Berufung auf Freiheit und Bildung. Der Text bleibt dabei sachlich und setzt anstelle von Ironie auf eine klare Argumentationsstruktur, wohl auch in dem Bewusstsein des kurz zuvor Erlebten: „But I am not going to write a Satyr on Government, several has paid Dear enough for that […] (Defoe AERP 16).
Pressezensur wird von Defoe nicht ausnahmslos verurteilt. Sobald der Inhalt eines Werkes offensichtlich gegen Religion gerichtet ist, beispielsweise durch Kritik an Monogamie oder die Leugnung der Trinitätslehre, sei einer Zensur nichts entgegenzusetzen (Defoe AERP 4). Das Problem der Zensur manifestiert sich in seiner Durchführung, denn es bedarf einer Instanz mit der gesamten Entscheidungsgewalt über Zulassung und Verbot jedweder Veröffentlichung, was in einem ungerechten Gewaltmonopol resultieren würde (Defoe AERP 4ff).
1 Einleitung: Definiert das Thema Kriminalität im England des 18. Jahrhunderts und stellt die Forschungsfrage nach der Verbindung zwischen Defoes Romanen und seinen nicht-fiktionalen Schriften.
2 Kriminalität in England zur Zeit Daniel Defoes: Untersucht die sozialen und ökonomischen Hintergründe für Kriminalität sowie das drakonische Strafsystem ("Bloody Code") der Zeit.
3 Defoes nicht-fiktionale Werke über Kriminalität: Analysiert Defoes Pamphlete und Sachschriften, um seine expliziten Forderungen und Thesen zu Bildung, Strafe und sozialer Ordnung zu identifizieren.
4 Die fließende Grenze zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion: Diskutiert die Vermischung von faktischen Elementen und erzählerischer Fiktionalisierung in Defoes literarischem Werk.
5 Moll Flanders: Führt eine Textanalyse des Romans durch, mit Fokus auf soziale Ursachen für Molls kriminellen Werdegang und die moralische Dimension ihrer Reue.
6 Colonel Jack: Untersucht die Umsetzung von Defoes Strafrechtstheorien am Beispiel der Plantagenwirtschaft in Virginia als Modell für staatliche Ordnung.
7 Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Kongruenz zwischen Defoes fiktionalen Darstellungen und seinen gesellschaftspolitischen Idealen.
Daniel Defoe, Kriminalität, Moll Flanders, Colonel Jack, 18. Jahrhundert, England, Bloody Code, Eigentumsdelikte, Strafrecht, Gefangenentransport, Bildung, Sozialkritik, Fiktion, Didaktik, Armut
Die Arbeit untersucht, wie Daniel Defoe das Thema Kriminalität in seinen Romanen "Moll Flanders" und "Colonel Jack" darstellt und inwieweit diese Darstellung mit den in seinen Sachtexten formulierten politischen und ethischen Ansichten übereinstimmt.
Zentrale Themen sind die soziale Kriminalitätslage in London, die Rechtsprechung des 18. Jahrhunderts, die Bedeutung von Erziehung und Bildung, sowie die Rolle von Armut und persönlicher Verantwortung bei der Entstehung kriminellen Verhaltens.
Ziel ist es, die Verbindung zwischen Defoes didaktisch-politischen Traktaten und seinen fiktionalen Romanen aufzuzeigen, um zu klären, ob die Romane als Vehikel für seine gesellschaftspolitischen Forderungen dienen.
Die Arbeit nutzt eine komparative Textanalyse, bei der Defoes Romane unter Zuhilfenahme seiner nicht-fiktionalen Schriften sowie historischer Forschungsliteratur zur Kriminalität im 18. Jahrhundert interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung, die Analyse der Sachtexte, eine Untersuchung der Gattungsverschwimmung zwischen Fiktion und Realität sowie eine detaillierte Textanalyse von "Moll Flanders" und "Colonel Jack".
Wichtige Begriffe sind Kriminalität, Defoe, Eigentumsdelikte, Strafrecht, Gefangenentransport, Erziehung, Moral und der "Bloody Code".
Defoe sieht in der Notwendigkeit (Armut) eine treibende Ursache für Verbrechen, betont jedoch gleichzeitig die Eigenverantwortung des Einzelnen und die Notwendigkeit von Prävention durch Bildung und feste soziale Strukturen.
Die Plantage dient im Roman als Modell oder Allegorie für ein effizientes staatliches Straf- und Ordnungssystem, das auf einer Balance zwischen harter Disziplinierung und der Möglichkeit der Gnade beruht.
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