Diplomarbeit, 2006
312 Seiten, Note: 1
1. Vorwort
1.1. Aufbau der Diplomarbeit
1.2. Schreibweise
2. Theoretische Verortung
2.1. Cultural Studies
2.1.1. Semiotik
2.1.2. Der Beitrag feministischer Medienwissenschaften
2.1.3. Repräsentation
2.1.3.1. Repräsentation von Differenz
2.2. Whitenesstheorie
2.2.1. Entwicklung der „Weißen“ Kultur
2.2.1.1. US- amerikanische Whiteness
2.2.2. Whiteness und ihre Bedeutungen
2.2.2.1. Whiteness und Körperlichkeit
2.3. Hollywoods Whiteness
2.3.1. „Weiße“ Körperästhetik und Filmtechnologie
2.3.1.1. Lichttechnologie
2.3.1.2. Die nachhaltige Entwicklung „Weißer“ Filmtechnologie
2.3.2. Hollywoods „Weißes“ Starsystem
2.3.2.1. Die klassische Konstruktion „Weißer“ weiblicher Stars
2.3.3. „Weiße“ filmische Selbstdarstellung
2.3.3.1. Klassische „Weiße“ Männlichkeit
2.3.3.2. Neune gefährliche Frauen?
2.3.3.3. Die Krise „Weißer“ Männlichkeit
2.4. Hollywoods Blackness
2.4.1. Das Spiegelbild des gebrochenen „Weißen“ Selbst
2.4.1.1. Birth of a Nation
2.4.1.2. Gone with the Wind
2.4.2. Blackness in Zeiten von „Political Correctness“ und Multikulturalität
2.4.2.1. Zu ökonomischen Motivationen
2.4.3. Stardom und Blackness
2.4.3.1. Dorothy Dandridge- die „Mutter“ aller weiblichen, afroamerikanischen „Stars“
2.4.3.2. Diskontinuitäten?
2.4.4. Whiteness in der Krise?
3. Filmanalyse
3.1. Soziologische Filmanalyse
3.1.1. Der Filmtext
3.1.2. Qualitative Methode der Grobanalyse
3.1.2.1. Deutungsmusteranalyse
3.1.2.2. Deutung filmischer Codes
3.1.2.3. Die Filmerzählung
3.2. Vorgehen bei der Filmanalyse
3.2.1. Handlungsanalyse
3.2.2. Figurenanalyse
3.2.3. Analyse der Machart
3.2.4. Interpretation
3.2.4.1. Probleme des Verfahrens
4. Empirie
4.1. The gods must be crazy (1980)
4.1.1. Erkenntnisinteresse, Fragestellung und Beschreibung des Datenmaterials
4.1.2. Auswertung
4.2. The Cider House Rules (1999)
4.2.1. Erkenntnisinteresse, Fragestellung und Beschreibung des Datenmaterials
4.2.2. Auswertung
4.3. Monster’s Ball (2001)
4.3.1. Erkenntnisinteresse, Fragestellung und Beschreibung des Datenmaterials
4.3.2. Auswertung
Diese Arbeit untersucht die filmische Darstellung von „Whiteness“ (Weiß-Sein) im Hollywoodkino und analysiert, wie sich geschlechtsspezifische Selbstkonstruktionen durch die Re- und Misspräsentation ethnischer „Anderer“ im Laufe der Filmgeschichte gewandelt haben. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie hegemoniale Machtstrukturen und Identitätsentwürfe in populären Filmen durch filmsprachliche Mittel und Erzählweisen reproduziert oder kritisch hinterfragt werden.
2.3.1. „Weiße“ Körperästhetik und Filmtechnologie
"To represent people is to represent bodies", erklärt Dyer [S. Dyer 1997: 14]. Die Körper und Körperausschnitte, die wir auf der Leinwand sehen, sind das Ergebnis einer bewussten Inszenierung: Mit Hilfe der filmischen Technologien- Licht, Kameraführung und Montage- werden Körper modelliert, positioniert, zerschnitten und wieder zusammengesetzt. Hollywoods Köperkonstrukte haben nur sehr indirekt etwas mit den SchauspielerInnenkörpern zu tun; sie sind mehr als schlichte Aufnahmen oder Repräsentationen vorhandener Körper, ihre scheinbare Natürlichkeit ist das Resultat einer elaborierten und kontrollierten Filmästhetik und -technologie. Durch das Zusammenwirken technischer, räumlich -physischer und psychosozialer Faktoren in der konkreten Rezeptionssituation werden im Kino Realitätseffekte, Illusionen von Räumlichkeit und visueller Kontinuität, erzeugt, und es wird darüber hinweg getäuscht, dass das Gesehene eine aus Einzelbildern zusammengefügte, diskontinuierliche und zweidimensionale Projektion ist.
Die Politik von Hollywoods Körperdarstellung ist heute nicht mehr explizit rassistisch, sondern manifestiert sich in naturalisierten Darstellungsmustern, deren „rassische“ Strukturen implizit und unauffällig sind. Hall unterscheidet zwischen overt racism und inferential racism medialer Repräsentationen und hält inferential racism für wesentlich wirksamer, da er auf scheinbar wertfreien Prämissen basiert.
1. Vorwort: Einführende Darlegung der Forschungsfrage zur filmischen Darstellung von „Whiteness“ sowie der methodischen Verortung der Arbeit.
2. Theoretische Verortung: Theoretische Auseinandersetzung mit Cultural Studies, Whitenesstheorie sowie filmischen Konventionen und der Darstellung von Identität im Hollywoodkino.
3. Filmanalyse: Darstellung der soziologischen Filmanalyse als Methode, einschließlich Handlungs-, Figuren- und Machart-Analyse zur Decodierung latenter Botschaften.
4. Empirie: Empirische Anwendung der entwickelten Methode auf drei ausgewählte Filmbeispiele zur Untersuchung von Whiteness und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
5. Resüme und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Kontinuitäten und Brüche in der filmischen Inszenierung von „Weißer“ Männlichkeit und Weiblichkeit.
6. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Forscherin und den Herausforderungen der qualitativen Filmanalyse.
Whiteness, Blackness, Hollywood, Filmsoziologie, Cultural Studies, Repräsentation, Geschlechterkonstruktion, Identität, Machtverhältnisse, Gender Studies, Filmtechnologie, Stereotypisierung, Rassismus, Medientheorie, Filmanalyse.
Die Arbeit untersucht, wie das Hollywoodkino durch filmische Inszenierungen „Weiß-Sein“ als Norm konstruiert und dabei ethnische Differenzen und Geschlechterrollen thematisiert oder instrumentalisiert.
Die zentralen Themen sind die filmsoziologische Analyse von Whiteness, die Repräsentation von Blackness, die Macht der filmischen Technik bei der Körpermodellierung sowie die Dekonstruktion hegemonialer Männlichkeits- und Weiblichkeitsentwürfe.
Das Ziel ist es, die „Whiteness“ im Medium Film zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie Hollywoodfilme durch spezifische Inszenierungsformen „Weiße“ Identität als unsichtbare Standardposition legitimieren.
Es wird eine soziologische Filmanalyse angewandt, die auf einer qualitativen Grobanalyse basiert und durch Handlungs-, Figuren- und Machart-Analyse die latenten Bedeutungen der Filme erschließt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe und einen empirischen Teil, in dem drei spezifische Filme („The gods must be crazy“, „The Cider House Rules“, „Monster’s Ball“) detailliert analysiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Whiteness, Blackness, Repräsentation, Gender, Filmsoziologie und Identitätskonstruktion charakterisieren.
Die Whitenesstheorie dient als zentraler theoretischer Rahmen, um zu verstehen, dass „Weiß-Sein“ nicht als neutrale Gegebenheit, sondern als konstruiertes Privileg und Machtverhältnis begriffen werden muss.
Die Auswahl erfolgte, um unterschiedliche Ausprägungen und Krisenmomente der Whiteness – von der südafrikanischen Komödie bis zum US-amerikanischen Melodrama – anhand von Filmen mit gesellschaftspolitischer Relevanz vergleichend zu untersuchen.
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