Diplomarbeit, 2003
139 Seiten, Note: 2,0
I. EINLEITUNG
II. EINFÜHRUNG
1. BEGRIFFSDEFINITIONEN
2. GRUNDAUSSAGEN DES SYSTEMISCHEN THEORIEANSATZES
3. KRANKHEIT UND DAS SYSTEM
4. FAMILIE ALS SYSTEM
5. KURZER HISTORISCHER ÜBERBLICK ÜBER DIE SYSTEMTHEORIE
6. PRO-CONTRA EINER DIAGNOSE
III. FAMILIE UND PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN
1. FAMILIEN MIT SCHIZOPHREN ERKRANKTEM ELTERNTEIL
1.1 DER SCHIZOPHREN ERKRANKTE ELTERNTEIL
1.1.1 Charakterisierung der Symptome
1.1.2 Erklärungsansätze
1.1.3 Folgen für die Beziehung des Betroffenen zur Familie
1.2 AUSWIRKUNGEN AUF DIE FAMILIE
1.2.1 Emotionale Folgen
1.2.2 Gesundheitliche Folgen
1.2.3 Sozio-Ökonomische Folgen
1.2.4 Alltagspraktische Folgen
1.2.5 Partnerschaftliche Folgen
1.2.6 Bedeutung für die Kinder
2. FAMILIEN MIT ENDOGEN DEPRESSIV ERKRANKTEM ELTERNTEIL
2.1 DER DEPRESSIV ERKRANKTE ELTERNTEIL
2.1.1 Charakterisierung der Symptome
2.1.2 Erklärungsansätze
2.1.3 Folgen für die Beziehung des Betroffenen zur Familie
2.2 AUSWIRKUNGEN AUF DIE FAMILIE
2.2.1 Emotionale Folgen
2.2.2 Alltagspraktische Folgen
2.2.3 Partnerschaftliche Folgen
2.2.4 Bedeutung für die Kinder
3. ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG
III. UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN
1. RESSOURCEN INNERHALB DER FAMILIE ANHAND EINES FALLBEISPIELES
1.1. DIE FAMILIE
1.2. DER BETROFFENE
1.3. DER PARTNER
1.4. DAS KIND
2. PROFESSIONELLE UNTERSTÜTZUNG
2.1 EINZELANGEBOTE
2.2 GRUPPENANGEBOTE
2.3 VERNETZUNG
2.3.1 Vernetzung mit dem sozialen Netz der Familie
2.3.2 Vernetzung auf professioneller Ebene
2.3.3 Öffentlichkeitsarbeit
3. WEITERFÜHRENDE IDEEN
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie ambulante Dienste das gesamte Familiensystem psychisch erkrankter Menschen unterstützen und als Ressource in den Behandlungsprozess einbinden können, anstatt sich primär auf den Einzelpatienten zu konzentrieren.
Die Familie mit einem schizophren Erkrankten
Um die Rolle des schizophren Erkrankten in der Familie zu untersuchen, stellte Retzer dieser sogenannte „Einigungsaufgaben“. Hier wurden alle Familienmitglieder zuerst getrennt zu bestimmten einfachen Aufgaben befragt. Diese Aufgaben hatten nicht direkt mit den Beziehungen der einzelnen Mitglieder zueinander zu tun. Zum Beispiel wurde gefragt: „Angenommen, die Aussage: Wenn ich etwas versprochen habe, muss ich es einhalten. ist wahr, welche Schlussfolgerungen ergeben sich dann für Sie daraus?“
Im darauf folgenden Prozess musste die Familie gemeinsam eine Lösung aus den verschiedenen Individuallösungen für die ganze Familie finden. Retzers Hypothese war, dass die Familien, in denen schizophrene und depressive Symptome entwickelt wurden, sich im Grad der Organisation zu anderen Familien unterscheiden. Das Ausmaß der Organisation geht mit dem Ausmaß der Störung in der Familie einher. Die Flexibilität der wenig organisierten Familien würde demnach die Bildung von Symptomen verhindern.
Retzer kam für Familien, in denen schizophrene Symptome entwickelt wurden, zu folgenden Ergebnissen:
Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wurde der Aufmerksamkeitsfokus von der Einigungsaufgabe weg verschoben. Besonders bei einem drohenden Konflikt wurde diese Verhaltensweise beobachtet.
Der schizophrene Indexpatient, unabhängig davon, ob er ein Elternteil oder das Kind war, beteiligte sich im Unterschied zum Rest der Familie mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit an der Aufrechterhaltung dieser Fokusverschiebung.
In die Familienlösung gingen deutlich mehr individuelle Lösungen ein als in den anderen Familien mit Krankheitssymptomen. Dies könnte bedeuten, dass der Einigung vor der optimalen Lösung Vorrang gegeben wird. Diese Interpretation unterstützt die Beobachtung, dass fast alle Spontanübereinstimmungen als Familienlösung übernommen werden.
Es zeigt sich jedoch weniger Übereinstimmung zwischen der individuellen Lösung des Indexpatienten und der anderer Familienmitglieder. Er scheint in der familiären Diskussion wenig präsent zu sein und sein Einfluss auf die familiären Entscheidungen ist geringer als z.B. bei manisch-depressiven Patienten.
I. EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation aus dem Praktikum und Formulierung der Fragestellung zur Einbindung des Familiensystems.
II. EINFÜHRUNG: Definition zentraler Begriffe sowie Erläuterung des systemtheoretischen Ansatzes und der historischen Wurzeln der Systemtheorie.
III. FAMILIE UND PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN: Analyse der Auswirkungen schizophrener und depressiver Symptomatik auf die Kommunikation und Struktur des Familiensystems.
III. UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN: Vorstellung praktischer Ressourcen innerhalb der Familie und professioneller Interventionsformen wie Einzel-, Paar- und Gruppengespräche.
Sozialarbeit, Sozialpsychiatrischer Dienst, Familiensystem, Systemtheorie, Schizophrenie, Endogene Depression, Angehörigenarbeit, Kinder psychisch kranker Eltern, Ressourcenorientierung, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Expressed-Emotions-Konzept, Kooperation, Familienbrett, Beratung, Psychose
Die Arbeit untersucht, wie Mitarbeiter ambulanter sozialpsychiatrischer Dienste die Angehörigen und Kinder psychisch erkrankter Menschen aktiv in den Betreuungsprozess einbeziehen können.
Der Fokus liegt auf der systemischen Betrachtung von Familien mit schizophren oder depressiv erkrankten Elternteilen und der Identifikation von Ressourcen innerhalb dieser Systeme.
Das Ziel ist es, den Blickwinkel des Sozialpsychiatrischen Dienstes vom reinen Symptomträger auf das gesamte Familiensystem zu erweitern, um so nachhaltigere Unterstützungsangebote zu schaffen.
Die Arbeit basiert überwiegend auf Literaturforschung, die durch eigene Erfahrungen aus einem Praxissemester sowie durch Experteninterviews und Fragebögen mit Betroffenen ergänzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Auswirkungen von Krankheitsbildern auf die Familie und eine darauf aufbauende Darstellung konkreter Unterstützungs- und Interventionsmethoden.
Systemische Soziale Arbeit, Familienressourcen, Angehörigendynamik, Schizophrenie, Depression und psychosoziale Unterstützung.
Das Mobile dient als systemisches Bild: Ändert sich das Gewicht einer einzelnen Figur (durch Erkrankung oder Rückzug), gerät das gesamte Gebilde in Bewegung und muss durch Umorganisation ein neues Gleichgewicht finden.
Das "Expressed-Emotions-Konzept" hilft, emotionale Belastungsfaktoren wie Überfürsorglichkeit oder Feindseligkeit (High-EE) zu identifizieren, um durch gezielte Beratung einen entspannteren, Low-EE-orientierten Umgang innerhalb der Familie zu fördern.
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