Examensarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Grüne Revolution
2.1 Der Ablauf der Grünen Revolution am Beispiel Philippinen
2.1.1 Ausgangslage
2.1.2 Der Ablauf der Grünen Revolution
2.2 Die Grüne Revolution in Afrika
2.3 Kritik an der Grünen Revolution
2.3.1 Ausschluss der Landbevölkerung von Saatgutzucht
2.3.2 Abhängigkeit von Düngemittel
2.3.3 Einsatz von Spritzmitteln
2.3.4 Quantität statt Qualität
2.3.5 Verlust an Agrarbiodiversität
3 Zwischenfazit
4 Gentechnik in der Landwirtschaft
4.1 Die wichtigsten Verfahren in der Gentechnik
4.1.1 Insektentoleranz
4.1.2 Herbizidtoleranz
4.1.3 Stresstoleranz
4.1.4 Erhöhter Nährstoffgehalt
5 Akteure der Gentechnik
5.1 Private Firmen
5.1.1 Monopolstellung der Firmen
5.1.2 Hybridsaatgut und Terminator-Technologie
5.2 International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications (ISAAA)
6 Aktuelle Situation
6.1 Bebaute Fläche und Anzahl der Landwirte
6.2 Angebaute Pflanzen
6.3 Der Goldene Reis
6.3.1 Initiatoren des „Goldener Reis Projekts“
6.3.2 Entwicklung des Goldenen Reises
6.3.3 Gründe, die einen Anbau von gentechnisch verändertem Reis verzögern
6.4 Regionale Entwicklung
6.4.1 China
6.4.2 Indien
6.4.3 Südamerika
6.4.4 Afrika
6.4.4.1 Südafrika
6.4.4.2 Andere Länder innerhalb Afrikas
7 Argumente der Gentechnikbefürworter
7.1 Armutsbekämpfung durch höhere Gewinne
7.2 Gesundheitliche und Ökologische Vorteile durch Einsparung chemischer Pflanzenschutzmittel
7.3 Schnellere Reaktion auf Veränderungen
7.4 Gentechnisch veränderte Pflanzen als Klimaschützer
8 Kritik an der Gentechnik
8.1 Institutionen und Personen
8.2 Gefährdungspotential der Grünen Gentechnik
8.2.1 Gesundheitliche Risiken für den Menschen
8.2.2 Biologische Gefährdung durch Gentransfer
8.2.3 Gefährdung der Biodiversität
8.2.4 Keine Hungerbekämpfung durch GM-Pflanzen
9 Öffentliche Diskussion um die Gentechnik
10 Abschließende Bewertung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Gentechnik als Instrument zur Bekämpfung von Hunger und Armut in Entwicklungsländern. Dabei wird analysiert, ob die als „Gelbe Revolution“ bezeichnete gentechnische Pflanzenzucht eine Fortführung oder logische Weiterentwicklung der historischen „Grünen Revolution“ darstellt und welches Potenzial sowie welche Risiken mit dieser Technologie verbunden sind.
2.3.1 Ausschluss der Landbevölkerung von Saatgutzucht
Anfang der 1970er Jahre stellte sich auf den Philippinen heraus, dass viele neue Hochertragssorten anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlinge waren, als herkömmliche Landsorten. Die Bauern waren gezwungen nach sinkenden Ernteerträgen, verbessertes Saatgut zu kaufen (PELEGRINA 2001: 29). Dass Saatgut gekauft werden musste war neu. „Saatgut ist das entscheidende Bindeglied zur Produktion, wer die Kontrolle über Saatgut hat, kontrolliert die gesamte Landwirtschaft und damit das Leben der Bäuerinnen und Bauern“ (PELEGRINA 2001: 29). Während früher Saatgutzucht ausschließlich in der Hand der Bäuerinnen und Bauern lag, waren sie mit Beginn der Grünen Revolution von Zucht, Verteilung und Herstellung des Saatgutes praktisch ausgeschlossen. Eine Abhängigkeit von zunehmend privatisierten Saatgutfirmen war und ist die Folge. Zudem findet die Zucht von HYVs in Laboren oder Forschungseinrichtungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vor der Grünen Revolution wurden lokale Besonderheiten, wie etwa der Geschmack oder das Aussehen von Feldfrüchten bei der Auslese und Zucht berücksichtigt. Heute haben sich die Landwirtinnen und Landwirte von der Sortenzucht weitgehend getrennt und die Zucht wird Saatgutfirmen überlassen (PELEGRINA 2001: 28-30; LIPTON & LONGHURST, 1989: 34-42).
1 Einleitung: Beleuchtet den enormen Druck auf die heutige Landwirtschaft durch wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel und steigende Energiekosten und führt in die Debatte um die Gentechnik ein.
2 Die Grüne Revolution: Analysiert den historischen Wandel der Landwirtschaft ab den 1960er Jahren, dessen Auswirkungen sowie die Kritik an Monokulturen und Abhängigkeiten.
3 Zwischenfazit: Bewertet die Grüne Revolution als langfristige Transformation, die zwar Erträge steigerte, aber auch Probleme mit hoher Geschwindigkeit einführte.
4 Gentechnik in der Landwirtschaft: Beschreibt die wissenschaftlichen Grundlagen und die wichtigsten Verfahren der Gentechnik, wie Insekten-, Herbizid- und Stresstoleranz.
5 Akteure der Gentechnik: Identifiziert die wichtigsten privaten Firmen und Organisationen, die das Feld dominieren, und diskutiert deren Einfluss sowie die Rolle des ISAAA.
6 Aktuelle Situation: Gibt einen Überblick über die Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit, mit Fokus auf China, Indien, Südamerika und Afrika.
7 Argumente der Gentechnikbefürworter: Fasst die Vorteile aus Sicht der Befürworter zusammen, insbesondere ökonomische Gewinne und ökologische Potenziale durch reduzierten Pestizideinsatz.
8 Kritik an der Gentechnik: Kontrastiert die Argumente der Befürworter mit den Risiken für Gesundheit, Biodiversität und der sozioökonomischen Kritik an Konzernabhängigkeiten.
9 Öffentliche Diskussion um die Gentechnik: Untersucht, wie mediale Berichterstattung, historische Erfahrungen und gesellschaftliche Werte die Wahrnehmung von Gentechnik beeinflussen.
10 Abschließende Bewertung: Plädiert für eine sachliche, objektive Diskussion und unterstreicht, dass Gentechnik allein kein Allheilmittel gegen Armut und Hunger ist.
Gentechnik, Grüne Revolution, Landwirtschaft, Entwicklungsländer, Ernährungssicherheit, Saatgutmonopol, Bt-Pflanzen, Herbizidtoleranz, Biodiversität, Klimawandel, Kleinbauern, Ertragssteigerung, Wissensmanagement, Ernährung, Biotech
Die Arbeit untersucht, ob und wie Gentechnik in der Landwirtschaft dazu beitragen kann, Hunger und Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen, wobei sie kritisch die historischen Erfahrungen der Grünen Revolution einbezieht.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Pflanzenzüchtungen, der Rolle von Saatgutmonopolen, den Auswirkungen auf Kleinbauern und der Diskussion über ökologische und gesundheitliche Risiken.
Das Ziel ist eine sachliche Betrachtung der Gentechnik als mögliches Hilfsmittel zur Hungerbekämpfung, ohne dabei die negativen Auswirkungen und die sozialen Rahmenbedingungen zu ignorieren.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, wertet Statistiken internationaler Organisationen aus und analysiert Fallbeispiele aus Ländern wie den Philippinen, Indien und Südafrika.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Grünen Revolution, die technischen Details der Gentechnik, die Analyse der Akteure sowie eine vergleichende Gegenüberstellung von Befürworter- und Kritikerargumenten.
Zentrale Begriffe sind Gentechnik, Ernährungssicherheit, Agrarbiodiversität, Saatgutmonopole und die ökologische Nachhaltigkeit der modernen Landwirtschaft.
Er dient als Beispiel für eine gentechnische Entwicklung, die explizit für humanitäre Zwecke zur Behebung von Vitamin-A-Mangel konzipiert wurde, jedoch an regulatorischen und finanziellen Hürden scheitert.
Monsanto wird als dominanter Marktakteur analysiert, dessen Monopolstellung und Preispolitik für Saatgut von Kritikern als Barriere für die Autonomie von Kleinbauern in Entwicklungsländern gesehen wird.
Das Scheitern wird auf mangelnde Infrastruktur, fehlende lokale Anpassung der Sorten an die komplexe Agrarökologie sowie auf unzureichende staatliche Agrarforschung zurückgeführt.
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