Bachelorarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der Wohlfahrtsstaat
2.1 Definition des Wohlfahrtsstaates
2.2 Die Geschichte der europäischen Wohlfahrtsstaaten - eine Einführung
3 Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von Gøsta Esping-Andersen
3.1 Einführung
3.2 Theoretische Ansätze und Methodologie
3.3 Indikatoren zum Vergleich
3.3.1 De-Kommodifizierung
3.3.2 Stratifizierung
3.3.3 Das liberale Wohlfahrtsregime
3.3.4 Das konservative Wohlfahrtsregime
3.3.5 Das sozial-demokratische Wohlfahrtsregime
3.4 Kritik an Gøsta Esping-Andersens Wohlfahrtsstaatstypologie
4 Verschiedene Klassifikationen der Wohlfahrtsstaaten im Vergleich
4.1 Occupational and Universalistic Welfare States
4.2 Southern European Welfare Regimes
5 Die Komplexität des internationalen Vergleichs im Bereich Gesundheitssystem
5.1 Das Gesundheitssystem
5.2 Problematik des Vergleiches
6 Das Gesundheitssystem in Deutschland und Italien - ein Vergleich
6.1 Einführung
6.2 Eine Einführung in das deutsche Wohlfahrtssystem
6.3 Das Gesundheitssystem in Deutschland
6.3.1 Prinzipien und Strukturen
6.3.2 Organisation
6.4 Eine Einführung in das italienische Wohlfahrtssystem
6.5 Das Gesundheitssystem in Italien
6.5.1 Prinzipien und Strukturen
6.5.2 Organisation
6.6 Die beiden Gesundheitssysteme im Vergleich
7 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob das italienische Wohlfahrtssystem trotz seiner spezifischen sozio-historischen Charakteristika zu Recht gemeinsam mit dem deutschen System als „konservatives Regime“ nach der Klassifizierung von Gøsta Esping-Andersen eingestuft wird, wobei der Fokus auf einem detaillierten Vergleich der jeweiligen Gesundheitssysteme liegt.
3.3.4 Das konservative Wohlfahrtsregime
Von Bismarck inspiriert weist dieses Modell eine enge Verbindung zwischen Sozialleistungen und Beschäftigungsstatus der Personen auf. Es konzentriert sich auf den Schutz der Arbeiter und ihrer Familien vor Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter. In diesen Ländern werden ca. 27-30% des BIP für Sozialausgaben bereitgestellt. Man neigt dazu, Sozialprogramme je nach sozial- und politischem Status differenziert anzubieten, welche die Beamten oftmals großzügiger berücksichtigen. Die historische Entwicklung der Gesellschaft mit ihren Machtverhältnissen und Klassenstrukturen in Verbindung mit der einflussreichen Rolle der Kirche (und den von ihr inspirierten politischen Parteien), haben zu einem Sozialstaat beigetragen, der auf dem Subsidiaritäts-und Solidaritätsprinzip basiert. Im Gegensatz zu den liberalen Wohlfahrtsregimen basiert der konservative Regime-Type auf dem Prinzip der Verteidigung und der Aufrechterhaltung der Klassenunterschiede und des sozialen Status. Die Länder Kontinentaleuropas - Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich - stellen ein Sozialsystem dar, dass zur Anerkennung der sozialen Rechte, gebunden an die Bestätigung komparatistischer Statusunterschiede, neigt. Die Rolle des Sozialstaates ist stark und tendiert zu einer Begrenzung des Marktes als Wohlfahrtsproduzent. Von daher ist die Rolle der privaten und betrieblichen Versicherungen gering. Die Familie, und insbesondere die unbezahlten sozialen Aktivitäten der Frau in der Familiengemeinschaft, haben in der Geschichte dieser Länder im sozialen Bereich eine wichtige Rolle gespielt. Ihre Funktion als „sozialer Stoßdämpfer“ hat stets den Staat in seiner Wohlfahrtsstaatsfunktion unterstützt und erleichtert.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Wohlfahrtsstaaten und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Klassifizierung des italienischen Modells.
2 Der Wohlfahrtsstaat: Überblick über die Definition des Wohlfahrtsstaates sowie dessen historische Entwicklung in Europa.
3 Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von Gøsta Esping-Andersen: Detaillierte Erläuterung der Typologie Esping-Andersens inklusive der zentralen Indikatoren De-Kommodifizierung und Stratifizierung.
4 Verschiedene Klassifikationen der Wohlfahrtsstaaten im Vergleich: Vorstellung alternativer Modelle wie jene von Ferrera und Trifiletti, die den Blick auf spezifische Differenzierungskriterien erweitern.
5 Die Komplexität des internationalen Vergleichs im Bereich Gesundheitssystem: Erörterung der methodischen Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Vergleich von Gesundheitssystemen.
6 Das Gesundheitssystem in Deutschland und Italien - ein Vergleich: Umfangreiche Analyse und Gegenüberstellung der Strukturen, Prinzipien und Organisation der beiden nationalen Gesundheitssysteme.
7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der Esping-Andersen-Klassifizierung.
Wohlfahrtsstaat, Gesundheitssystem, Gøsta Esping-Andersen, konservatives Regime, Deutschland, Italien, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Sozialversicherung, Bismarck-Modell, Beveridge-Modell, Familienrolle, Gesundheitsreform, soziale Sicherheit, internationaler Vergleich.
Die Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Analyse des deutschen und italienischen Wohlfahrtsstaates, mit besonderem Fokus auf deren jeweilige Gesundheitssysteme.
Zentrale Themen sind die Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen, die Rolle des Staates, der Familie und des Marktes sowie die Effizienz und Struktur der Gesundheitsversorgung.
Das Hauptziel ist zu prüfen, ob die Einordnung des italienischen Wohlfahrtssystems in das „konservative Regime“ nach Esping-Andersen angesichts landesspezifischer Charakteristika wissenschaftlich haltbar ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Analyse, die theoretische Konzepte (wie das von Esping-Andersen) mit empirischen Daten internationaler Organisationen wie der OECD und WHO kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wohlfahrtsstaatsmodelle, eine methodische Auseinandersetzung mit dem internationalen Vergleich und eine detaillierte Analyse der Gesundheitssysteme von Deutschland und Italien.
Wohlfahrtsstaat, Gesundheitssystem, konservatives Regime, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Italien, Deutschland und Familienrolle.
Weil das italienische System Züge aufweist, die sowohl dem korporatistischen als auch dem universalistischen Modell widersprechen oder diese erweitern, insbesondere durch die hohe Bedeutung informeller Familienleistungen.
In Italien fungiert die Familie als „sozialer Stoßdämpfer“, was den Mangel an staatlichen Sozialleistungen ausgleicht und die Klassifizierung als rein konservatives Regime durch die spezifische Einbindung der Frau als Betreuungsperson erschwert.
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