Diplomarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,7
Kapitel I Einleitung
Kapitel II Der theoretische Analyserahmen: Institutionelle Wechselwirkungen und die Errichtung regionaler Regime
1. "Governance without Governance"
2. Institutionelle Wechselwirkungen
2.1 Forschungsstand
2.2 Institutionelle Wechselwirkungspfade nach Gehring und Oberthür unter Einbezug der Multi-Regime-Regulierung nach Meinke
2.2.1 Kognitive Interaktion
2.2.2 Wechselwirkungen durch institutionelle Bindungen
2.2.3 Wechselwirkungen durch Verhalten
2.2.4 Wechselwirkungen auf der Ebene der Schutzgüter
2.2.5 Kausalketten und Häufungen ("Cluster")
2.2.6 Auswirkungen auf die Effektivität internationaler Normsetzung
3. Arbeitshypothese und Implikationen für die empirische Analyse
Kapitel III Empirische Analyseebene: Der Kampf internationaler Regime gegen Piraterie
1. Die IMO, das IMB und der völkerrechtliche Rahmen
1.1 Die internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) im völkerrechtlichen Rahmen
1.2 Das International Maritima Bureau
2. Institutionelle Wechselwirkungen bei der Pirateriebekämpfung in Südostasien, Westafrika und am Golf von Aden
2.1 Wechselwirkungen zwischen dem IMB und der IMO
2.2 Wechselwirkungen zwischen der IMO und dem ReCAAP-Regime
2.2.1 Gründung der ReCAAP-Kooperation
2.2.2 Institutionelles Design und operative Tätigkeit des ReCAAP-Regimes
2.3 Wechselwirkungen zwischen dem ReCAAP-Regime und dem IMB
2.4 Wechselwirkungen zwischen der IMO und der MOWCA
2.5 Wechselwirkungen zwischen der IMO und dem regionalen Regime am Golf von Aden
3. Überprüfung der Arbeitshypothese: Cluster-Bildung und inter-institutionelle Arbeitsteilung
Kapitel IV Fazit
Die Arbeit untersucht, wie sich internationale Institutionen im Bereich der Pirateriebekämpfung – insbesondere die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) und das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) – gegenseitig beeinflussen und wie durch dieses Zusammenspiel regionale Regime geformt werden. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob zwischen globalen und regionalen Institutionen eine effektive arbeitsteilige Struktur ohne übergeordnete Instanz besteht und wie sich diese institutionellen Wechselwirkungen auf die Effektivität des Piraterie-Kampfes auswirken.
1. "Governance without Governance"
Da die gesellschaftlichen und sozialen Handlungszusammenhänge immer weiter aus dem Wirkungsbereich nationalstaatlicher Entscheidungsgewalt – als Ort der einzigen legitimen Findung verbindlicher Entscheidungen – herausfallen, tritt die politikwissenschaftliche Forschung von internationaler „governance“ immer mehr in den Vordergrund. In Zeiten der Globalisierung und steigenden Interdependenzen von Politik- und Problemfeldern sind nationale Alleingänge weniger denn je in der Lage, die aufkommenden Probleme zu lösen. Da es in der anarchischen Struktur der internationalen Beziehungen keine „Überregierung“ gibt, ist das System auf Mechanismen der horizontalen (Selbst-)Koordination nutzenmaximierender Staaten angewiesen, die durch rational gebildete Normen mit Hilfe von spezifischen Regimen versucht wird zu erreichen. Staaten versuchen auf freiwillig-kooperativer Basis, „internationalisierte“ Probleme gemeinsam und interessegeleitet zu beheben. Die gemeinschaftliche Errichtung eines spezifischen Regimes stellt dabei eine Möglichkeit zur Überwindung von derartigen Problemen dar.
Kapitel I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der internationalen Pirateriebekämpfung ein und stellt das Forschungsvorhaben dar, die institutionellen Wechselwirkungen zwischen globalen und regionalen Regimen zu untersuchen.
Kapitel II Der theoretische Analyserahmen: Institutionelle Wechselwirkungen und die Errichtung regionaler Regime: In diesem Kapitel wird das theoretische Konzept der institutionellen Wechselwirkungen nach Gehring und Oberthür erläutert und durch den Ansatz von Meinke zur Multi-Regime-Regulierung ergänzt, um die Basis für die empirische Analyse zu bilden.
Kapitel III Empirische Analyseebene: Der Kampf internationaler Regime gegen Piraterie: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten Analyse der Akteure (IMO, IMB) sowie der regionalen Kooperationen in verschiedenen Weltregionen und prüft die Arbeitshypothese der inter-institutionellen Arbeitsteilung.
Kapitel IV Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sich durch die vielfältigen Einflussbeziehungen zwischen den untersuchten Akteuren ein kooperativer Cluster bildet, der eine effektive, arbeitsteilige Pirateriebekämpfung ermöglicht.
Piraterie, Institutionelle Wechselwirkungen, Internationale Seeschifffahrtsorganisation, IMO, IMB, Governance, ReCAAP, MOWCA, Arbeitsteilung, Regime-Theorie, Maritime Sicherheit, Kausalmechanismen, Kooperation, Regionale Regime, Global Governance
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie internationale Institutionen im Politikfeld der Schifffahrt, speziell bei der Bekämpfung der Piraterie, zusammenwirken und sich gegenseitig in ihrer Arbeit beeinflussen.
Zentrale Themen sind die theoretische Erfassung von Institutioneninteraktionen, die Rolle der IMO und des IMB sowie die Entstehung und das Design regionaler Anti-Piraterie-Regime in Südostasien, Westafrika und am Golf von Aden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie globale und regionale Institutionen durch gezielte Wechselwirkungen eine arbeitsteilige Struktur bilden, die zur effektiveren Pirateriebekämpfung beiträgt, ohne dass eine übergeordnete Instanz existiert.
Es wird eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis des theoretischen Konzepts der institutionellen Wechselwirkungen von Gehring und Oberthür durchgeführt, kombiniert mit dem Multi-Regime-Regulierungsansatz nach Meinke.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Analyserahmen und eine empirische Analyseebene, in der die Interaktionen zwischen der IMO, dem IMB und regionalen Abkommen wie ReCAAP und MOWCA detailliert untersucht werden.
Neben Piraterie und IMO sind Begriffe wie institutionelle Wechselwirkungen, Regime, Governance, Maritime Sicherheit, inter-institutionelle Arbeitsteilung und ReCAAP für das Verständnis der Arbeit essentiell.
ReCAAP dient als operatives regionales Instrument, das durch die Impulse der globalen IMO-Empfehlungen entstanden ist und zeigt, wie regionale Anpassungen die globale Anti-Piraterie-Strategie durch spezifische Informationszentren (ISC) sinnvoll ergänzen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die IMO eine führende Moderatorrolle einnimmt und durch "weiche" Normen (soft law) regionale Regime koordiniert, was in einem arbeitsteiligen, synergetischen "Cluster" zur Pirateriebekämpfung resultiert.
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