Bachelorarbeit, 2010
47 Seiten, Note: 2,5
Einführung
I. Fragestellung
II. Definitionen
III. Forschungsstand
IV. Theorien
1. Neoliberalistischer Ansatz
2. Rational – Choice – Ansatz (rationalistischer Ansatz)
V. Hypothesenherleitung und Hypothesen
1. Neoliberalistischer Ansatz
2. Rational – Choice – Ansatz (rationalistischer Ansatz)
VI. Inhalt der Privatisierungsprogrammen
1. Deutsches Programm der Eisenbahnprivatisierung
a). Voraussetzungen der Bahnprivatisierung
b). Die Vorbereitungsstufe der Bahnreform (1989 – 1993)
c). Die erste Stufe der Bahnreform (1994-1999)
d). Die zweite Stufe der Bahnreform (1999)
e). Die dritte Stufe der Bahnreform
2. Britisches Programm der Eisenbahnprivatisierung
a). Voraussetzungen der Bahnprivatisierung
b). Die wegbereitende Stufe der Bahnreform (1974-1992)
c). Die unmittelbare Bahnreform (1993-1997)
3. Russisches Programm der Eisenbahnprivatisierung
a). Voraussetzungen der Bahnprivatisierung
b). Die erste Stufe der Bahnreform (2001-2002)
c). Die zweite Stufe der Bahnreform (2003-2005)
d). Die dritte Stufe der Bahnreform (2006-2010)
VII. Operationalisierung von Hypothesen
1. Beschreibung der Datenbasis
2. Auswahl der Indikatoren
3. Datenauswertung und Dateninterpretation
VIII. Ergebnisse
IX. Fazit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Privatisierung von Eisenbahnunternehmen und der Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Ziel ist es, durch eine politikvergleichende Fallanalyse der Länder Deutschland, Großbritannien und Russland zu prüfen, ob die Privatisierung die erhofften wirtschaftlichen und strukturellen Verbesserungen herbeiführt und welche Lehren daraus für Deutschland gezogen werden können.
1. Neoliberalistischer Ansatz
Das Konzept des Neoliberalismus wurde aus dem Konzept des Liberalismus entwickelt und im Jahre 1938 öffentlich etabliert (vgl. Walpen 2000: 1068). Sie hat als Grundlage die Minimierung staatliche Einflusses (vgl. Engartner 2007: 10-31). Obwohl es mehrere Strömungen des Neoliberalismus gab, kann man trotzdem ihre gemeinsamen Gedanken bestimmen.
Zum ersten gehört dazu die Idee des Marktgleichgewichtes, wonach der Markt über einen effizienten Anreiz-, Steuerungs- und Sanktionsmechanismus verfügt und somit das Primat der Ökonomie in der Gesellschaft etabliert (Engartner 2008: 33-34). Zum zweiten dient der Markt der Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse, wonach auf eine Entmachtung der Politik gezielt wird, die sich vor allem in Wettbewerb, Maximierung individueller Selbstbestimmung, Privatisierung öffentlicher Unternehmen bzw. Leistungen, Abbau staatlicher Regulierungen, Steuersenkung bei gleichzeitiger Rückführung der Staatsausgaben sowie eine restriktive Geldpolitik (Engartner 2008: 34; Willke 2003: 21). Zum dritten wird der Markt als Förderer von Erfindungen, Innovationen und Ressourcenmobilisierung betrachtet. Zum vierten gilt der Markt als ein offenes und evolutionsfähiges System, die durch Anpassungsfähigkeit und endogen wirkende Dynamik geprägt ist (Engartner 2008: 35-36). Zum fünften wird der Staat als „Kostgänger“ konzipiert, der Marktteilnehmer aller Art über Gebühr belastet (Engartner 2008: 64).
In großem und ganzem wird der Staat gemäß neoliberalistischem Ansatz als Akteur dort zurückgedrängt, wo er der Sicherung marktwirtschaftlichen Mechanismen sowie der daraus resultierenden Machtverhältnisse schadet (vgl. Ptak 2004: 23). Somit etabliert der Ansatz das Prinzip des Marktprimates, dessen Universalität durch die Übertragbarkeit des Kosten-Nutzen-Kalküls auf alle gesellschaftlichen Bereiche und Koordinationsfähigkeit des Marktes gerechtfertigt wird, und das Wirtschaftssystem, das auf dem Wettbewerb basiert (vgl. Becker 1982: 7).
Einführung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Eisenbahnen für das Wirtschaftsleben und führt in die Thematik der Bahnprivatisierung als politikvergleichendes Analysefeld ein.
I. Fragestellung: Das Kapitel präzisiert die Forschungsfrage, ob Privatisierung die wirtschaftliche Tätigkeit der Eisenbahn verbessert, und ordnet dies in den Kontext der marktwirtschaftlichen Anpassung ein.
II. Definitionen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie Privatisierung und Eisenbahn definiert sowie Kriterien zur Bemessung wirtschaftlicher Tätigkeitsverbesserungen festgelegt.
III. Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Literatur zur Bahnprivatisierung in Deutschland, Großbritannien und Russland.
IV. Theorien: Das Kapitel stellt den neoliberalistischen und den rationalistischen Ansatz als theoretischen Bezugsrahmen für die Untersuchung vor.
V. Hypothesenherleitung und Hypothesen: Hier werden aus den zuvor vorgestellten Theorien spezifische, empirisch überprüfbare Hypothesen abgeleitet.
VI. Inhalt der Privatisierungsprogrammen: Detaillierte deskriptive Darstellung der konkreten Privatisierungsschritte in Deutschland, Großbritannien und Russland.
VII. Operationalisierung von Hypothesen: Dieses Kapitel beschreibt die Datenbasis und wählt Indikatoren aus, um die Hypothesen anhand der gewählten Fallbeispiele zu analysieren.
VIII. Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden interpretiert, um die Stimmigkeit der aufgestellten Hypothesen zu bewerten.
IX. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung und konkreten Reformvorschlägen für die Deutsche Bahn ab.
Bahnprivatisierung, Eisenbahnreform, Deutsche Bahn, Marktliberalisierung, Neoliberalismus, Rational-Choice-Ansatz, Schieneninfrastruktur, Personenverkehr, Güterverkehr, öffentliche Unternehmen, Verkehrsmanagement, Privatisierungsfolgen, Politikfeldanalyse, Wettbewerbsfähigkeit, Staatssubventionen.
Die Arbeit analysiert die Privatisierung von Eisenbahnunternehmen in Deutschland im Vergleich zu den Entwicklungen in Großbritannien und Russland, um die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu untersuchen.
Im Fokus stehen die Konzepte der Privatisierung, die verschiedenen Reformmodelle der untersuchten Länder sowie die empirische Messung wirtschaftlicher Erfolgsindikatoren im Bahnwesen.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob durch die Privatisierung tatsächlich eine Verbesserung der wirtschaftlichen Tätigkeit von Eisenbahnunternehmen erreicht wird.
Die Autorin oder der Autor verwendet eine qualitative Politikfeldanalyse, bei der Theorien zur Hypothesenbildung genutzt und diese anhand von empirischen Daten aus den drei Beispielstaaten überprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der Reformprogramme in den drei Ländern und die anschließende operationalisierte Datenanalyse anhand ausgewählter Indikatoren.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Bahnprivatisierung, Eisenbahnreform, Marktorientierung, Wettbewerb, Konzernstrukturen und staatliche Subventionen.
Während in Deutschland ein strukturiertes Stufenprogramm verfolgt wurde, zeichnet sich der russische Prozess durch ein langsameres Vorgehen aus, bei dem die Konzernstruktur der RZD AG beibehalten wurde, um staatliche Kontrolle und strategische Ziele im Transportsektor zu wahren.
Die Analyse zeigt, dass eine vollständige Privatisierung – wie teilweise in Großbritannien beobachtet – zu Unterinvestitionen in die Infrastruktur und Sicherheitsmängeln führen kann, da private Akteure oft nur kurzfristige Gewinnmaximierung anstreben.
Es wird empfohlen, die rechtliche Konzernstruktur zu erhalten und die Kernbereiche im Konzern zu belassen, während gleichzeitig eine stärkere Öffnung für Investitionen und Förderung des Wettbewerbs im Fernverkehr angestrebt werden sollte.
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