Diplomarbeit, 2007
138 Seiten, Note: 1,1
I Einführung
1. Zum Forschungsproblem
2. Zum vorliegenden Methodenverständnis und zur Relevanz des Themas
2.1 Vom mechanistischen zum erweiterten Methodenverständnis
2.2 Methodenverständnis und -relevanz in der Erwachsenenbildung
3. Zum Gegenstand der Arbeit
4. Fragestellung und Vorgehensweise der Arbeit
II Die Methode des Rollenspiels
1. Grundlagen zur Methode des Rollenspiels - Versuch einer Definition
2. Herkunft und theoretische Hintergründe des Rollenspiels
2.1 Zum Begriff der Rolle
2.2 Theoretische Bezugsrahmen verschiedener Rollenspielansätze
2.3 Theoretische Begründungen des Rollenspiels
2.3.1 Rollentheoretische Begründung
2.3.1.1 Traditionelle Rollentheorie
2.3.1.2 Interaktionistische Rollentheorie
2.3.1.3 Rollentheorien und Rollenspiel
2.3.2 Spieltheoretische Begründungen des Rollenspiels
3. Formen des Rollenspiels
3.1 Das spontane Rollenspiel
3.2 Das angeleitete Rollenspiel
3.3 Vergleich
4. Lernen durch Rollenspiele
4.1 Mögliche Lernziele
4.1.1 Soziale Kompetenz
4.1.2 Kommunikative Kompetenz
4.2 Mögliche Zielsetzungen - Systematisierungsversuche
5. Rollenspiel in Abgrenzung zu anderen darstellenden Spielformen
5.1 Psychodrama
5.2 Soziodrama
5.3 Planspiel
5.4 Fallstudie
5.5 Vergleich und Abgrenzung zu dem pädagogischen Rollenspiel
6. Durchführung des Rollenspiels
6.1 Phasen des Rollenspiels
6.1.1 Anfangsphase
6.1.2 Spielphase
6.1.3 Auswertungsphase
6.2 Techniken des Rollenspiels
6.2.1 Rollentausch
6.2.2 Doppeln
6.2.3 Spiegeln
6.2.4 Innerer Monolog
7. Zwischenfazit
III Die Methode des Rollenspiels im institutionellen Vergleich – unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung
1. Allgemeine Erwachsenenbildung in Abgrenzung zu anderen Bildungsbereichen
1.1 Erwachsenenbildung und Weiterbildung
1.2 Allgemeine Erwachsenenbildung
1.3 Betriebliche Weiterbildung
1.4 Schulische Allgemeinbildung
1.5 Gegenüberstellung der Bildungsbereiche
2. Das Rollenspiel im Horizont der institutionellen Rahmenbedingungen
2.1 Institutioneller Rahmen der allgemeine Erwachsenenbildung (VHS)
2.3 Institutioneller Rahmen der betrieblichen Weiterbildung
2.4 Institutioneller Rahmen der schulischen Allgemeinbildung
2.5 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz
3. Das Rollenspiel unter dem Aspekt von Inhalten/Lernzielen
3.1 Inhalte/Lernziele in der allgemeinen Erwachsenenbildung (VHS)
3.1.1 Kommunikative und soziale Kompetenz in der allgemeinen Erwachsenenbildung
3.1.2 Bezug zum Rollenspiel
3.2 Inhalte/Lernziele betrieblicher Weiterbildung
3.3 Inhalte/Lernziele schulischer Allgemeinbildung
3.4 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz
4. Das Rollenspiel unter dem Aspekt der Lehrenden
4.1 Die Rolle der Lehrenden im Wandel der Lehr-/Lernkultur
4.2 Die Rolle des Lehrenden in Bezug auf das Rollenspiel
4.3 Lehrende in der allgemeinen Erwachsenenbildung (VHS)
4.4 Lehrende in der betrieblichen Weiterbildung
4.5 Lehrende in der schulischen Allgemeinbildung
4.6 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz
5. Das Rollenspiel unter dem Aspekt der Lernenden
5.1 Der Lernende im Wandel der Lehr-/Lernkultur
5.1.1 Annahmen zum selbstgesteuerten Lernen
5.1.2 Konstruktivistische Annahmen
5.1.3 Bezug zur Methode des Rollenspiels
5.2 Lernende in der allgemeinen Erwachsenenbildung
5.3 Lernende in der betrieblichen Weiterbildung
5.4 Lernende in der schulischen Allgemeinbildung
5.5 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz
6. Resümee
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Rollenspielmethode im Kontext der allgemeinen Erwachsenenbildung. Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit diese interaktive Methode den Anforderungen an erwachsenenpädagogisches Lernen entspricht und ob sie sich zur Förderung von Autonomie und emanzipatorischem Handeln eignet, insbesondere im Vergleich zu schulischen oder betrieblichen Weiterbildungskontexten.
2.3.1.2 Interaktionistische Rollentheorie
Die interaktionistische Rollentheorie basiert hauptsächlich auf den Überlegungen des Sozialpsychologen George Herbert Mead (1863-1931), die von Goffman und Blumer in den USA zu der Theorie des Symbolischen Interaktionismus, „[…] einer der wichtigsten gesellschaftskritischen Sozialisationstheorien weiterentwickelt wurde.“ (Gudjons 2001, S. 160). Deren Arbeiten wurden wiederum in der deutschsprachigen Diskussion von Krappmann und Habermas rezipiert und für eine kritische, interaktionistische Rollentheorie nutzbar gemacht (vgl. Baumgart 2000, S. 124).
„Die Theorie des Symbolischen Interaktionismus beschreibt im Kern den Kommunikationsprozeß zwischen Subjekten als einen gesellschaftlichen ‚Prozeß, aus dem heraus sich die Identität entwickelt’“ (Tillmann 1989, S. 133). Wie bereits die Bezeichung „Symbolischer Interaktionismus“ nahelegt, sind zwei Komponenten von entscheidender Bedeutung, nämlich ein gemeinsames Symbolsystem (z.B. Sprache) und die Interaktion, also ein „wechselseitige(s) Aufeinander-Bezugnehmen der Akteure durch Erwartungen an das Verhalten anderer und das antizipierende Erwarten von den Erwartungen an das eigene Verhalten“ (Blumik/Holtappels 1987, S. 91). „Entscheidend ist dabei, dass ich (Ego) mich in die Sichtweise des anderen (Alter) versetzen kann, die Kommunikation also mit dessen Augen sehen kann (Perspektivübernahme)“ (Gudjons 2001, S. 161). Mit dieser Fähigkeit können die Erwartungen des anderen eingeschätzt und das Verhalten entsprechend ausgerichtet werden. „Wir interpretieren also wechselseitig in der Interaktion unsere Rollen und handeln entsprechend“ (ebd.). Dieser Prozess, in dem die Erwartungen des anderen erkannt und angenommen werden, nennt Mead „role-taking“ (Rollenübernahme) (vgl. Tillmann 1989, S. 135).
Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zum traditionellen Rollenverständnis. Während es bei dem konventionellen Rollenbegriff um vorab festgelegte Verhaltensnormen geht, die an den jeweiligen Positionen geheftet und so zu übernehmen sind, wird das Rollenhandeln nach dem interaktionistischen Rollenbegriff erst in der Interaktion bestimmt.
I Einführung: Erläutert das Forschungsproblem des "Defizits an Methodenbewusstsein" in der Erwachsenenpädagogik und führt in das Thema Rollenspiel als spezifische, interaktive Methode ein.
II Die Methode des Rollenspiels: Liefert eine theoretische Basis, definiert Rollenspiele (Anpassung vs. Emanzipation), beschreibt Formen (spontan vs. angeleitet) sowie Phasen und Techniken der Durchführung.
III Die Methode des Rollenspiels im institutionellen Vergleich – unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung: Analysiert den Einsatz des Rollenspiels unter institutionellen Rahmenbedingungen, Inhaltsaspekten sowie Rollen von Lehrenden und Lernenden im Vergleich zwischen Volkshochschule, Betrieb und Schule.
Rollenspiel, Erwachsenenbildung, Volkshochschule, interaktionistische Rollentheorie, Emanzipation, soziale Kompetenz, kommunikative Kompetenz, Gesprächsfähigkeit, Methodenbewusstsein, Lehr-Lern-Kultur, Teilnehmerorientierung, institutioneller Rahmen.
Die Arbeit analysiert die Methode des Rollenspiels in der Erwachsenenbildung und untersucht, inwieweit diese Methode geeignet ist, um emanzipatorische und persönlichkeitsbildende Lernziele in der allgemeinen Erwachsenenbildung (insb. an Volkshochschulen) zu fördern.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Rollenspiels, der Vergleich verschiedener Institutionen (VHS, Betrieb, Schule), die methodische Durchführung sowie die Analyse der Rollen von Lehrenden und Lernenden.
Die zentrale Fragestellung lautet, inwiefern sich das Rollenspiel für die allgemeine Erwachsenenbildung eignet und ob es hier eine emanzipatorische Funktion erfüllen kann, die über reines Verhaltenstraining hinausgeht.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse, um das theoretische Verständnis des Rollenspiels aufzuarbeiten und die Eignung der Methode unter verschiedenen institutionellen Gesichtspunkten deduktiv zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Darlegungsteil (Definition, Rollentheorien, Durchführungstechniken) und einen institutionellen Vergleichsteil, in dem der Einsatz des Rollenspiels in VHS, betrieblicher Bildung und Schule kontrastiert wird.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das pädagogische Rollenspiel, die interaktionistische Rollentheorie, Emanzipation, soziale Kompetenz und die Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung.
Aufgrund der prinzipiellen institutionellen Unabhängigkeit und der Freiwilligkeit der Teilnahme bietet die Volkshochschule einen Freiraum, der es ermöglicht, Rollenspiele als emanzipatorisches Instrument zur Förderung von Persönlichkeitsbildung und Dialogfähigkeit zu nutzen, ohne den starken Leistungsdruck oder die betrieblichen Vorgaben anderer Institutionen.
Die Arbeit kritisiert, dass Rollenspiele in Schule und Betrieb häufig funktionalisiert werden, um Konformität herzustellen oder Arbeitsabläufe zu optimieren, anstatt die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und kritische Reflexion des Subjekts zu stärken.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

