Diplomarbeit, 2009
151 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Untersuchung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Untersuchung
2. Bisherige Besteuerung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften
2.1 Gewerbesteuer
2.2 Körperschaftsteuer
2.3 Einkommensteuer
2.4 Kirchensteuer
3. Relevante Änderungen im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008
3.1 Relevante Änderungen bezüglich der Gewerbesteuer
3.1.1 Vereinheitlichung der Gewerbesteuermesszahl
3.1.2 Streichung des Betriebsausgabenabzugs
3.1.3 Änderungen hinsichtlich der Hinzurechnungen
3.2 Relevante Änderungen bezüglich der Körperschaftsteuer
3.3 Relevante Änderungen bezüglich der Einkommensteuer
3.3.1 Einführung des Teileinkünfteverfahrens bei betrieblichen Kapitaleinkünften
3.3.2 Einführung der Abgeltungsteuer bei privaten Kapitaleinkünften
3.3.3 Einführung einer Thesaurierungsrücklage bei Personenunternehmen
3.3.4 Anhebung des Anrechnungsfaktors der Gewerbesteuer
4. Zwischenfazit
5. Steuerbelastungsvergleich mittels mehrperiodiger Veranlagungssimulation
5.1 Anforderungen an einen Steuerbelastungsvergleich
5.2 Das Berechnungstool – Zweck, Aufbau und Funktionsweise
5.3 Die Fallstudie – Aufbau und Ausgangsdaten
5.4 Darstellung und Analyse der Ergebnisse
5.4.1 Ausgangsfall – Gewinnsituation ohne Gesellschaft-Gesellschafterverträge bei Vollausschüttung
5.4.2 Gewinnsituation unter Variation der Ausgangsdaten
5.4.2.1 Optierung zum Teileinkünfteverfahren bei der Kapitalgesellschaft
5.4.2.2 Variation der Gewerbesteuerhebesätze
5.4.2.3 Variation der Erfolgslage
5.4.2.4 Variation der Ausschüttungsquote
a) Vollthesaurierung ohne Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG
b) Vollthesaurierung mit Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG
c) Teilthesaurierung ohne Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG
d) Teilthesaurierung mit Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG
e) Optimierung der Thesaurierungsquote
5.4.2.5 Einbeziehung von Gesellschaft-Gesellschafterverträgen
a) Einbeziehung von Gesellschafter-Geschäftsführungsverträgen
aa) Einbeziehung bei Vollausschüttung der Gewinne
ab) Einbeziehung bei (Voll-)Thesaurierung der Gewinne
b) Einbeziehung von Gesellschafterdarlehen
c) Einbeziehung von Miet- und Pachtverträgen
5.4.3 Verlustsituation
5.4.3.1 Ohne gesellschaftsunabhängige Einkünfte der Gesellschafter
5.4.3.2 Mit gesellschaftsunabhängigen Einkünften der Gesellschafter
a) Teileinkünfteverfahren vs. Regelbesteuerung
b) Abgeltungsteuer vs. Regelbesteuerung
6. Fazit
7. Mögliche Reformalternativen
Die Arbeit untersucht, ob das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 das Ziel einer weitgehenden Rechtsform- und Finanzierungsneutralität in Deutschland erreicht hat, indem sie die steuerliche Belastung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften durch eine mehrperiodige Veranlagungssimulation quantifiziert und analysiert.
1.1 Problemstellung
Ein wesentliches Merkmal des Steuersystems in Deutschland ist seit jeher der Dualismus der Besteuerung von Unternehmen und deren Anteilseignern. Er kennzeichnet das Nebeneinander von natürlichen und juristischen Personen als Steuersubjekte der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer sowie der Erbschaft- und Schenkungsteuer.
Dieser Dualismus resultiert daraus, dass die Steuerpflicht im Rahmen der Personensteuern im Sinne einer Einheitlichkeit der Rechtsordnung unmittelbar an das Zivilrecht anknüpft. Entscheidender Parameter ist dabei die zivilrechtliche Einkleidung der Personen vor allem im Bezug auf ihre Rechtsfähigkeit. Da die verschiedenen Unternehmensrechtsformen im Zivilrecht in unterschiedlicher Art und Weise mit einer eigenständigen Rechtsfähigkeit ausgestattet worden sind, ergibt sich dadurch beinahe schon zwangsläufig eine unterschiedliche steuerliche Behandlung dieser und in der Tat war die Besteuerung von Unternehmen sowie deren Anteilseignern in der Vergangenheit entgegen des Grundsatzes der Rechtsformneutralität stark von der jeweiligen Rechtsform abhängig. Dies drückt sich bis heute noch darin aus, dass die Besteuerung von Personen sogar in getrennten Steuergesetzen kodifiziert ist: Während für die Besteuerung der Einkünfte natürlicher Personen ausschließlich das Einkommensteuergesetz gilt, finden bei juristischen Personen in erster Linie die Regelungen des Körperschaftsteuergesetzes Anwendung.
In der Vergangenheit führte die unterschiedliche steuerliche Behandlung der verschiedenen Unternehmensrechtsformen regelmäßig zu mehr oder minder großen Steuerbelastungsunterschieden. Diese konnten erstens zumeist auf den Fakt zurückgeführt werden, dass in Abhängigkeit von der gewählten Unternehmensrechtsform verschiedene Steuerarten anfielen und zweitens auch daraus resultieren, dass bei Steuerarten, die bei allen Unternehmensrechtsformen in Erscheinung traten, von einander abweichende Steuerbemessungsgrundlagen und/oder Steuersätze bei der Ermittlung der Steuerschuld zu berücksichtigen waren. Ein wesentliches Kriterium im Rahmen der Ermittlung der optimalen Unternehmensrechtsform war deshalb neben wirtschaftlichen und zivilrechtlichen Kriterien, wie z.B. Finanzierung, Haftung, Geschäftsführung, Entnahmerechte, Kreditwürdigkeit, Mitbestimmung, Prüfung und Publizität der Rechnungslegung, stets auch die steuerliche Behandlung der jeweiligen Unternehmensrechtsform.
1. Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau der Untersuchung: Einführung in den Steuerdualismus und die Zielsetzung der Arbeit, die Rechtsformneutralität der Unternehmensbesteuerung zu prüfen.
2. Bisherige Besteuerung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften: Darstellung der steuerlichen Rahmenbedingungen vor der Reform von 2008 und deren Auswirkungen auf die Steuerlast.
3. Relevante Änderungen im Rahmen der Unternehmensteuerreform 2008: Analyse der wesentlichen gesetzlichen Neuerungen bei Gewerbe-, Körperschaft- und Einkommensteuer.
4. Zwischenfazit: Zusammenfassende Analyse der Steuerbelastungsunterschiede und der Auswirkungen der Reform auf die Neutralitätsziele.
5. Steuerbelastungsvergleich mittels mehrperiodiger Veranlagungssimulation: Methodische Herleitung und Durchführung der Fallstudien mittels eines eigens entwickelten Excel-Tools zur Simulation laufender Geschäftsvorgänge.
6. Fazit: Abschließende Bewertung, ob die Reform die Rechtsformneutralität erreichen konnte und welche Faktoren die Steuerwahl weiterhin maßgeblich beeinflussen.
7. Mögliche Reformalternativen: Diskussion alternativer Besteuerungskonzepte wie der Teilhaber- oder Betriebsteuer zur Überwindung des Dualismus.
Unternehmensteuerreform 2008, Rechtsformneutralität, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Abgeltungsteuer, Teileinkünfteverfahren, Thesaurierungsrücklage, Steuerbelastung, Veranlagungssimulation, Steuerdualismus, Mitunternehmerkonzeption, Unternehmensbesteuerung
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008 auf den Steuerbelastungsvergleich zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.
Schwerpunkte sind die Änderungen der Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Einkommensteuer sowie deren Einfluss auf die Rechtsformneutralität und die Wahl der steueroptimalen Rechtsform.
Ziel ist es zu prüfen, ob die Reform das Ziel der Rechtsform- und Finanzierungsneutralität erreicht hat oder ob weiterhin steuerliche Kriterien bei der Wahl der Unternehmensform dominieren.
Es wird eine mehrperiodige Veranlagungssimulation mithilfe eines speziell entwickelten Excel-Tools durchgeführt, um die Steuerlast verschiedener Unternehmenskonstellationen zu quantifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse des Status quo vor der Reform, eine detaillierte Darstellung der Reformänderungen sowie umfangreiche Fallstudien und Analysen der steuerlichen Auswirkungen.
Wichtige Begriffe sind Steuerdualismus, Teileinkünfteverfahren, Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG, Abgeltungsteuer und Gewerbesteueranrechnung.
Sie soll die Eigenkapitalbasis von Personengesellschaften stärken und deren Steuerbelastung an Kapitalgesellschaften annähern, indem ein gesonderter Steuersatz auf thesaurierte Gewinne gewährt wird.
Sie ermöglichen eine Senkung der Steuerbelastung auf Gesellschaftsebene bei Kapitalgesellschaften, da sie als Betriebsausgaben anerkannt werden, was bei Personengesellschaften aufgrund des Transparenzprinzips nicht in gleicher Weise möglich ist.
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