Diplomarbeit, 2006
135 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Pflegewissenschaftliche Relevanz des Themas
2 ALLGEMEINE ASPEKTE
2.1 Die alten, pflegebedürftigen Menschen
2.1.1 Der Begriff der „Pflegebedürftigkeit“
2.1.2 Demografische Daten
2.1.3 Ängste und Wünsche pflegebedürftiger Menschen
2.2 Stationäre Altenpflegeeinrichtungen
2.2.1 Der Begriff der „stationären Pflege“
2.2.2 Das Pflegeheim
2.2.2.1 Die Anforderungen an Pflegeheime
2.2.2.2 Stellenwert und Image von Pflegeheimen
2.2.3 Alternative Wohnformen
2.2.4 Die professionelle Altenpflege
2.2.4.1 Die Aufgaben und Prinzipien der Altenpflege
2.2.4.2 Die Kunst der Altenpflege
3 DIE ÜBERSIEDLUNG IN DAS PFLEGEHEIM
3.1 Grundsätzliches zur Heimübersiedlung
3.1.1 Der Begriff der „Heimübersiedlung“
3.1.2 Die Bedeutung von Wohnen und Übersiedeln
3.1.3 Ursachen und Hintergründe für die Übersiedlung
3.1.3.1 Physische und psychische Erkrankungen
3.1.3.2 Das soziale Netzwerk alter Menschen
3.1.3.3 Die privaten Wohnverhältnisse
3.1.3.4 Sonstige Gründe
3.1.4 Das Heimeintrittsalter
3.1.5 Mortalität in Pflegeheimen
3.2 Die Vorbereitungsphase
3.2.1 Die Entscheidungsfindung für die Übersiedlung
3.2.1.1 Die freiwillige Entscheidung des pflegebedürftigen Menschen
3.2.1.2 Einbeziehung bzw. Nicht-Einbeziehung des pflegebedürftigen Menschen
3.2.2 Die Wahl des Pflegeheims
3.2.3 Die Gestaltung des neuen Wohnbereiches
3.2.4 Belastende Faktoren in der Vorbereitungsphase
3.3 Die Übersiedlungsphase
3.3.1 Der Tag der Übersiedlung
3.3.2 Die Befindlichkeit des neuen Heimbewohners am 1. Tag
3.3.3 Die Aufgaben der Pflegepersonen
3.3.3.1 Das Erstgespräch
3.3.3.2 Das biografische Gespräch
3.4 Die Adaptationsphase
3.4.1 Die Befindlichkeit der neuen Pflegeheimbewohner
3.4.2 Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der neuen Pflegeheimbewohner
3.4.3 Die Belastungsfaktoren der neuen Pflegeheimbewohner
3.4.4 Herausforderungen an die neuen Pflegeheimbewohner
3.4.4.1 Die Eingliederung in das neue soziale System
3.4.4.2 Erhaltung der Autonomie
3.4.4.3 Erhaltung der persönlichen Ressourcen
3.4.4.4 Erhaltung der Identität
3.4.5 Unterstützende Maßnahmen und Methoden der Pflegepersonen
3.4.5.1 Basale Stimulation
3.4.5.2 Validierende Pflege/Validation
3.4.5.3 Pflege nach Dr. Böhm
3.4.5.4 Nonverbale Kommunikation
3.5 Abschließende Worte
4 DIE ANGEHÖRIGEN UND IHRE NEUE ROLLE
4.1 Die pflegenden Angehörigen
4.1.1 Der Begriff der „pflegenden Angehörigen“
4.1.2 Demografische Daten
4.1.3 Die Motive der pflegenden Angehörigen
4.2 Angehörige im neuen Setting
4.2.1 Die Befindlichkeit der Angehörigen
4.2.1.1 Neue Belastungen
4.2.1.2 Diverse weitere Belastungen
4.2.1.3 Das Stress-Prozess-Modell
4.2.2 Rollenerweiterung und Rollenveränderung der Angehörigen
4.2.2.1 Die neue Rolle als Familienmitglied
4.2.2.2 Die Rolle als informell Pflegender
4.2.2.3 Die Rolle als Advokat
4.2.3 Unterstützungsangebote für Angehörige
4.3 Angehörigenintegration
4.3.1 Vorstellungen und Erwartungen der Angehörigen
4.3.2 Vorstellungen und Erwartungen der Pflegepersonen
4.3.3 Voraussetzungen für eine Angehörigenintegration
4.3.3 Formen und Möglichkeiten der integrierten Pflege
4.3.4 Die Beziehung zwischen formell und informell Pflegenden
4.3.5 Schwierigkeiten und Grenzen der integrierten Pflege
4.3.5.1 Erwartungshaltung
4.3.5.2 Kommunikationsprobleme
4.3.5.3 Koordinationsprobleme
4.3.6 Auswirkungen und Nutzen der integrierten Pflege
4.4 Abschließende Worte
Die Arbeit untersucht den psychologischen und sozialgerontologischen Prozess der Übersiedlung pflegebedürftiger Menschen in ein Pflegeheim, mit dem zentralen Ziel, die Rolle der Angehörigen in diesem Übergang zu beleuchten und Möglichkeiten für eine stärkere Integration der Familie in den Pflegeprozess aufzuzeigen.
3.1.1 Der Begriff der „Heimübersiedlung“
Obwohl der Heimeintritt an einem bestimmten, geplanten Tag erfolgt, kann hier selten von einem „punktuellen Ereignis“ (Saup, 1993, S. 141) gesprochen werden. Er wird als ein fünfstufiges Ereignis betrachtet, das in die Phase des bestehenden oder antizipierten Unterstützungsbedarfs, die Entscheidungs- und Wartephase, die Umsiedlungsphase, die Phase der anfänglichen Eingewöhnung und die Phase der längerfristigen Adaptation gegliedert wird (siehe Abbildung 2).
In der Phase des antizipierten Unterstützungsbedarfs sind die Anzeichen einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erkennen und informelle oder professionelle Unterstützung wird meist gerne in Anspruch genommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Betroffene beginnen, sich mit der Thematik ‚Pflegeheim’ auseinander zu setzen, solange er dieser Institution noch mit klaren, realistischen Vorstellungen gegenübertreten kann (Dieck, 1990). Die gedankliche Auseinandersetzung mit der Institutionalisierung setzt meist sehr spät ein; es sind lediglich 2,8% der über 60-Jährigen, die sich mit dieser Thematik befassen (Lehr, 1996).
In der Entscheidungs- und Wartephase werden - so Saup (1993) - Informationen zu diversen Heimen gesammelt und in weiterer Folge organisatorische Dinge geregelt. Zumeist kümmern sich die Angehörigen um diese Angelegenheiten, während die betroffenen alten Menschen zum Teil nur peripher am Entscheidungsprozess teilhaben (können). In vielen Fällen besteht ihre Teilnahme lediglich in ihrer Zustimmung zu einer Heimeinweisung oder auch in einer Ablehnung, und in manchen Fällen ist nicht einmal das möglich bzw. wird von den Angehörigen nicht ermöglicht. Fisch (1992) behauptet, dass sich die Möglichkeit der Mitentscheidung des pflegebedürftigen Menschen in dieser Phase jedoch positiv auf sein persönliches Wohlbefinden auswirken würde.
Saup (1990) spricht in diesem Zusammenhang von Wartelisteneffekten, die eine subjektive Verschlechterung der Lebenszufriedenheit, unerfreuliche Zukunftsperspektiven, Tendenz zu Abhängigkeitsorientierung und depressive Verstimmungen mit sich bringen. Dieser Meinung können sich jedoch nicht alle Gerontologen anschließen, wobei gesagt werden muss, dass vielfach stichhaltige Forschungsergebnisse fehlen.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die steigende Lebenserwartung und die wachsende Bedeutung der Pflegevorsorge sowie die emotionale Herausforderung der Heimübersiedlung für den pflegebedürftigen Menschen.
2 ALLGEMEINE ASPEKTE: Dieser Teil definiert grundlegende Begriffe wie Pflegebedürftigkeit, beschreibt die Struktur stationärer Altenpflegeeinrichtungen und erörtert das Image und die professionellen Anforderungen an Pflegeheime.
3 DIE ÜBERSIEDLUNG IN DAS PFLEGEHEIM: Kapitel 3 analysiert detailliert die Phasen der Heimübersiedlung, von der Entscheidungsvorbereitung über den Einzugstag bis hin zur Adaptationsphase, unter Einbeziehung psychologischer Aspekte.
4 DIE ANGEHÖRIGEN UND IHRE NEUE ROLLE: Der letzte Hauptteil widmet sich der Bedeutung der Angehörigen, ihren Belastungen und der Notwendigkeit einer aktiven Integration in den pflegerischen Alltag, um die Lebensqualität des Bewohners zu sichern.
Pflegeheim, Heimübersiedlung, Pflegebedürftigkeit, Angehörigenintegration, stationäre Pflege, Altenpflege, Adaptationsphase, Biografiearbeit, Lebensqualität, Demenz, informelle Pflege, psychische Belastung, Stress-Prozess-Modell, Heimeintritt, Angehörige.
Die Diplomarbeit behandelt den komplexen Prozess der Übersiedlung alter Menschen in stationäre Pflegeeinrichtungen und untersucht dabei insbesondere die Rolle, die Angehörige während und nach diesem kritischen Lebensereignis einnehmen.
Die zentralen Felder umfassen die Phasen des Heimeintritts, die psychosoziale Befindlichkeit der betroffenen Senioren, die Herausforderungen für pflegende Angehörige sowie Möglichkeiten der Angehörigenintegration in das stationäre Pflegesetting.
Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung der Einbindung von Angehörigen für den Übersiedlungsprozess aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie die Kooperation zwischen formeller Pflege und informellen Betreuungspersonen zum Wohle des Heimbewohners optimiert werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und pflegewissenschaftlichen sowie sozialgerontologischen Fachdiskursen basiert, ergänzt durch Experteninterviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Heimübersiedlung aus Sicht des Bewohners (Phasenmodell) und die spezifische Analyse der neuen Rolle der Angehörigen, einschließlich Belastungsfaktoren und Unterstützungsangebote.
Wichtige Schlagworte sind Pflegeheim, Heimübersiedlung, Angehörigenintegration, stationäre Pflege, Adaptationsphase, Biografiearbeit und Lebensqualität.
Im Gegensatz zur rein vorsorgeorientierten, traditionellen Pflege beschreibt die integrierte Pflege ein aktives Arbeitsbündnis und eine Kooperation zwischen formellen Pflegekräften und den Angehörigen, um Kontinuität im Leben des Bewohners zu wahren.
Biografiearbeit hilft den Pflegepersonen, das frühere Leben und die Gewohnheiten des Bewohners zu verstehen, wodurch dieser in seiner neuen, fremden Umgebung an Vertrautheit gewinnt und sein Selbstwertgefühl gestärkt wird.
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