Magisterarbeit, 2009
101 Seiten, Note: 2,3
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion des (un)freiwilligen Hungerns in literarischen Texten von Goethe und Kafka. Im Mittelpunkt steht die These, dass die Nahrungsverweigerung von literarischen Figuren eine vielschichtige Bedeutung besitzt und weit mehr kommuniziert als die bloße Abwesenheit von Nahrung. Die Arbeit beleuchtet die unterschiedlichen Beweggründe und Funktionen des Hungerns, die sowohl auf der individuellen Ebene der Figuren, als auch auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene der jeweiligen Epochen betrachtet werden.
Die Einleitung stellt die zentrale These der Arbeit vor und führt die beiden untersuchten Texte, Goethes „Wahlverwandtschaften“ und Kafkas „Hungerkünstler“, ein. Sie skizziert die methodische Vorgehensweise und beleuchtet die historische und literarische Einordnung des Hungerns. In den folgenden Kapiteln wird die Nahrungsverweigerung von Ottilie in den „Wahlverwandtschaften“ und des Hungerkünstlers in Kafkas gleichnamiger Novelle analysiert. Dabei werden die jeweiligen Motive, Funktionen und Bedeutungen des Hungerns im Kontext der Figuren und ihrer literarischen Umgebungen beleuchtet. Der Fokus liegt auf der Analyse der Sprache, dem Ausdrucksvermögen des nonverbalen Verhaltens und der Bedeutung des Hungerns im Verhältnis zu den Figuren und ihren jeweiligen Gesellschaftsformen.
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Nahrungsverweigerung, Hunger, Nonverbale Kommunikation, Textanalyse, Literarische Figuren, Goethe, Kafka, „Wahlverwandtschaften“, „Hungerkünstler“, Generationendiskurs, Gesellschaftliche Normen.
Die Arbeit vergleicht Goethes "Die Wahlverwandtschaften" (Figur Ottilie) mit Franz Kafkas "Ein Hungerkünstler".
Das Hungern literarischer Figuren erfüllt stets eine bestimmte Funktion und kommuniziert oft mehr an die Umwelt als das Sprechen an sich (nonverbale Kommunikation).
Ottilies Hungern wird als Ausdruck ihrer inneren Not, ihrer Sprachlosigkeit und als (un)freiwilliger Rückzug aus einer Welt gedeutet, in der sie keinen Platz mehr findet.
Der Hungerkünstler hungert aus freien Stücken, um sich von der Masse abzuheben, Aufmerksamkeit zu erregen und seine Kunst zur Perfektion zu treiben.
Die Arbeit macht einen Exkurs zur "schönen Seele", einem Idealbild der Zeit, das in Ottilies Leidensgeschichte und ihrer ästhetischen Nahrungsverweigerung reflektiert wird.
Ja, die Arbeit nennt als modernes Beispiel das Eremitendasein des Protagonisten in Patrick Süskinds Roman "Das Parfum".
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