Bachelorarbeit, 2010
40 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Was ist Reality TV? Zum Programmformat
3 Psychoanalytische Filmtheorie: Zur Apparatusdebatte und der Position des Zuschauers im Kino
4 Die Skopophilie im Kino und Reality TV
4.1 Narzissmus
4.1.1 Der Narzisst im Kino
4.1.2 Die Möglichkeiten narzisstischer Identifikation im Reality TV
4.2 Der klassische Voyeurismus
4.2.1 Der kinospezifische Voyeurismus
4.2.2 Der Reality TV-Zuschauer als Voyeur
4.2.2.1 Das Konzept der Privatheit in den Medien
4.2.2.2 Peeping into Reality – Die Lust am authentischen Privaten
4.3 Der sadistische Voyeurismus
4.3.1 Das allwahrnehmende und allmächtige Subjekt im Kino
4.3.2 Die Lust des Reality TV-Zuschauers an der Macht
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht die psychologischen Mechanismen der Schaulust im Reality TV. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, woraus die Faszination der Zuschauer resultiert und inwiefern klassische psychoanalytische Filmtheorien zur Erklärung dieses Fernsehgenres herangezogen werden können.
4.2.2.2 Peeping into Reality – Die Lust am authentischen Privaten
Vor dem Hintergrund, dass das Reality TV als öffentliches „Fenster in das Privatleben“ insbesondere zu einer Vermischung von Privatheit und Öffentlichkeit beiträgt, fällt es nicht schwer, den Zuschauer in der Rolle des Voyeurs zu verstehen, der aus der heimlichen Position von zu Hause aus private Momente der Reality-TV-Teilnehmer verfolgt und daraus seine Lust schöpft. Der Voyeurismus muss also auch – genau wie im Kino – für die Skopophilie im Reality TV von Bedeutung sein, was einige Parallelen zu den Thesen der psychoanalytischen Filmtheorie zulässt.
Die von Metz erläuterte doppelte Distanz und Unerreichbarkeit des erblickten Objektes wiederholt sich, wenn auch nur begrenzt, in der Konstellation des Fernseherlebnisses. Wie die Worte fern und sehen im Begriff selbst schon verdeutlichen, basiert auch hier das Erlebnis auf audiovisuellen Reizen und spricht ausschließlich die Distanzsinne an. Zum einen muss der Fernsehzuschauer einen gewissen Abstand zur Bildröhre wahren und tritt nicht in direkten Kontakt mit dem Empfangsgerät, um das Bild erfolgreich wahrzunehmen zu können; zum anderen sind die vorgeführte Privatheit und die Szenerien des Alltags, ebenso wie im Kino, nur Abbilder einer Realität. Auf der Basis dieser – dem Kino ganz ähnlichen – Eigenschaften wird der Fernsehzuschauer also ebenso unweigerlich in die Position des Voyeurs versetzt, dessen Lust sich daraus ergibt, das begehrte Objekt aus einer unüberbrückbaren Entfernung zu betrachten und es während des Sehprozesses nie erreichen zu können.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Popularität des Reality TV ein und definiert den Rahmen der theoretischen Analyse auf Basis psychoanalytischer Filmtheorien.
2 Was ist Reality TV? Zum Programmformat: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Definition des Genres und grenzt die untersuchten Reality-Formate von anderen Fernsehgenres ab.
3 Psychoanalytische Filmtheorie: Zur Apparatusdebatte und der Position des Zuschauers im Kino: Die theoretischen Grundlagen der Apparatusdebatte und die psychoanalytische Perspektive auf die Kinosituation und Identifikationsprozesse des Zuschauers werden dargelegt.
4 Die Skopophilie im Kino und Reality TV: Der Hauptteil analysiert die narzisstische, voyeuristische und sadistische Skopophilie und überträgt diese Konzepte detailliert auf die Rezeption von Reality TV.
5 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die Anwendbarkeit der Filmtheorie auf das Reality TV kritisch reflektiert und die Bedeutung inhaltlicher Authentizität hervorgehoben wird.
Reality TV, Skopophilie, Voyeurismus, Narzissmus, Psychoanalyse, Apparatusdebatte, Filmtheorie, Privatheit, Öffentlichkeit, Zuschaueridentifikation, Medienrezeption, Machtgefühl, Authentizität, Fernsehforschung, Identität.
Die Arbeit untersucht, warum Zuschauer Reality-TV-Formate konsumieren und welche psychologischen Lustgewinne – insbesondere in Form von Schaulust – damit verbunden sind.
Die zentralen Themen sind die Psychoanalyse des Schauens, das Verhältnis von Voyeurismus und Fernsehen sowie die Dynamik zwischen narzisstischer Identifikation und dem Wunsch nach Macht.
Das Ziel ist es, filmtheoretische Konzepte zur Kinoschaulust auf das Genre Reality TV zu übertragen und zu prüfen, ob diese zur Erklärung der Beliebtheit des Formats geeignet sind.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse psychoanalytischer Filmtheorien und deren Anwendung bzw. Übertragung auf die mediale Struktur des Reality TV.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Narzissmus, klassischem Voyeurismus und sadistischem Voyeurismus im Kontext von Kino und Reality TV.
Die wichtigsten Begriffe sind Skopophilie, Voyeurismus, Reality TV, Narzissmus, Apparatusdebatte und Zuschaueridentifikation.
Im Gegensatz zum Kino, das Distanz und Fiktion betont, lebt das Reality TV von der Darstellung vermeintlich authentischen Privaten, was beim Zuschauer den Eindruck der Teilhabe am realen Leben anderer verstärkt.
Diese Perspektive suggeriert dem Zuschauer eine unbemerkte Präsenz im Geschehen, was das Gefühl von Macht und Kontrolle über die beobachteten Akteure steigert.
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