Diplomarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung, Themenausblick und -abgrenzung
2. Arten von GKV-PKV-Kooperationen
2.1. Marketing- und Vertriebskooperationen zwischen GKV- und PKV-Unternehmen
2.2. Beispiele für Marketing- und Vertriebskooperationen zwischen GKV-und PKV-Unternehmen
2.3. Weitergehende Möglichkeiten von GKV-PKV-Kooperationen
3. Theoretische Nutzenüberlegungen der Marktteilnehmer bezüglich des Eingehens einer GKV-PKV-Marketing- und Vermittlungskooperation
3.1. Nutzenüberlegung bezüglich einer Kooperation aus Sicht der GKV-Unternehmen
3.2. Nutzenüberlegung bezüglich einer Kooperation aus Sicht der PKV-Unternehmen
3.3. Nutzenüberlegungen bezüglich der Auswirkungen von Kooperationen auf den Verbraucher
3.4. Überlegungen zu den Auswirkungen von Kooperationen auf andere Vertriebskanäle der PKV
3.5. Nutzenüberlegung zur den Auswirkungen einer Kooperation aus gesamtwirtschaftlicher Sicht
4. Beobachtbare Auswirkungen von GKV-PKV Kooperationen auf die Marktteilnehmer
4.1. Beobachtbare Auswirkungen von Kooperationen auf GKV-Unternehmen
4.1.1. Beobachtbare Auswirkungen auf GKV-Unternehmen, die eine oder mehrere Kooperationen eingegangen sind
4.1.2. Beobachtungen zu GKV-Unternehmen, die auf Kooperationen verzichtet haben
4.2. Beobachtbare Auswirkungen von Kooperationen auf PKV-Unternehmen
4.3. Beobachtbare Auswirkungen von Kooperationen auf den Markt für Krankenzusatzversicherungen
4.3.1. Bewertung des Zusatzversicherungs- Angebots von Kooperationen
4.3.2. Beobachtbare Auswirkungen von Kooperationen auf die Nachfrage nach Krankenzusatzversicherungen
4.4. Beobachtbare Auswirkungen von Kooperationen auf andere Vertriebskanäle der PKV
4.5. Gesamtwirtschaftliche Betrachtung zu den Auswirkungen von Kooperationen
5. Erkenntnisse und Ausblicke zur Auswirkung von Kooperationen zwischen GKV- und PKV-Unternehmen
Diese Diplomarbeit untersucht die strategischen Motive, die ökonomischen Auswirkungen und die wettbewerbsrechtlichen Konsequenzen von Kooperationen zwischen gesetzlichen (GKV) und privaten (PKV) Krankenversicherern, mit Fokus auf die Vermittlung von Krankenzusatzversicherungen.
3.1. Nutzenüberlegung bezüglich einer Kooperation aus Sicht der GKV-Unternehmen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet das deutsche Gesundheitssystem als leistungsstark, jedoch ineffizient. Ein grundsätzlicher Weg Ineffizienzen zu verringern, wäre die Schaffung von Wettbewerb im Gesundheitssektor. Die Schaffung eines Leistungswettbewerbes ist jedoch angesichts eines fast vollständig festgeschriebenen Leistungskatalogs kaum möglich. Mit dem neu eingeführten einheitlichen Beitragssatz ist auch der geringe Preiswettbewerb der Krankenkassen seit 2009 nahezu zum Erliegen gekommen. Zwar dürfen gesetzliche Krankenkassen im Rahmen von Wahltarifen und Bonusprogrammen Beitragsrückerstattungen an ihre Mitglieder auszahlen, bzw. bei finanziellem Bedarf Zusatzbeiträge bis zu 1% des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze erheben, doch sind diese Möglichkeiten für den Verbraucher weniger transparent als vor Einführung des Gesundheitsfonds 2009.
Es müssen also Wege gefunden werden, sich als gesetzliche Krankenkasse von anderen Krankenkassen zu unterscheiden. Traditionell spielten Kundenbedürfnisse bei den Krankenkassen eher eine untergeordnete Rolle. Mit Einführung des Wettbewerbs unter den Krankenkassen und der Möglichkeit die Krankenkasse zu wechseln, sind GKV-Unternehmen gezwungen, die Erwartungen ihrer Versicherten zu berücksichtigen und sich von anderen Krankenkassen positiv abzugrenzen.
Ein Mittel der Abgrenzung zu anderen GKV-Unternehmen ist die Bereitstellung eines höherwertigen Angebots an Wahlleistungen. Damit gemeint sind sämtliche nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthaltene medizinische Leistungen, wie beispielsweise höhere Erstattung für Zahnersatz, Heil- Arznei- und Hilfsmittel, sowohl im ambulanten als auch im stationären Behandlungssektor. 80% der gesetzlich Versicherten wünschen sich dabei, dass ihre Krankenkasse ähnlich einem PKV-Unternehmen optionalen und individuellen Versicherungsschutz anbietet.
1. Einführung, Themenausblick und -abgrenzung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Finanzlage der GKV und die zunehmende Bedeutung von Kooperationen mit der PKV zur Kompensation von Leistungskürzungen.
2. Arten von GKV-PKV-Kooperationen: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Kooperationsformen, wobei der Schwerpunkt auf Marketing- und Vertriebskooperationen zur Vermittlung von Krankenzusatzversicherungen liegt.
3. Theoretische Nutzenüberlegungen der Marktteilnehmer bezüglich des Eingehens einer GKV-PKV-Marketing- und Vermittlungskooperation: Eine theoretische Analyse der Beweggründe der beteiligten Marktteilnehmer (GKV, PKV, Verbraucher, Vermittler) unter Berücksichtigung mikroökonomischer Aspekte.
4. Beobachtbare Auswirkungen von GKV-PKV Kooperationen auf die Marktteilnehmer: Anhand praktischer Beispiele und Daten werden die tatsächlichen Auswirkungen der Kooperationen auf die verschiedenen Marktteilnehmer untersucht.
5. Erkenntnisse und Ausblicke zur Auswirkung von Kooperationen zwischen GKV- und PKV-Unternehmen: Eine zusammenfassende Schlussbetrachtung, die die Ambivalenz der Kooperationen für den Versicherten sowie die notwendigen regulatorischen Anpassungen diskutiert.
Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung, Kooperation, Marketingkooperation, Vertriebskooperation, Krankenzusatzversicherung, Wettbewerb, Wahltarife, Kundenzufriedenheit, Solidarprinzip, Versicherungsvermittlung, Markttransparenz, Leistungswettbewerb, Kosteneffizienz, Verbraucherschutz.
Die Diplomarbeit befasst sich mit den ökonomischen und strategischen Auswirkungen von Kooperationen zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherern in Deutschland.
Die Arbeit analysiert Vertriebs- und Marketingkooperationen, den Nutzen für Versicherte, die Auswirkungen auf den Wettbewerb sowie die wettbewerbsrechtliche Stellung der GKV gegenüber privaten Vertriebskanälen.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die gesetzlich erlaubten Kooperationen tatsächlich dem Wohl des Versicherten dienen oder primär betriebswirtschaftliche Interessen der Versicherer verfolgen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Auswertung empirischer Daten und Fallbeispiele aus der Versicherungswirtschaft.
Der Hauptteil umfasst theoretische Nutzenüberlegungen, eine detaillierte Auswertung beobachtbarer Markteffekte sowie eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung der Kooperationsmodelle.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Krankenzusatzversicherung, GKV-PKV-Kooperation, Wettbewerbsvorteile, Solidarprinzip und Markttransparenz.
Die DAK dient als prominentes Fallbeispiel für eine intensive Vertriebskooperation mit der Hanse Merkur, an der die Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen und die Strategie deutlich werden.
Wahltarife stellen eine Form des Wettbewerbs dar, bei der gesetzliche Krankenkassen eigene Leistungen anbieten, die jedoch oft in Konkurrenz oder Ergänzung zu den kooperativen PKV-Angeboten stehen.
Der Autor warnt vor einer drohenden Abnahme der Markttransparenz, da unabhängige Vermittler als Informationslieferanten durch die kooperationsbedingten Preiskämpfe verdrängt werden könnten.
Die Arbeit thematisiert kritisch den Datenaustausch und die wettbewerbsrechtliche Sonderstellung der GKV, die als Körperschaften des öffentlichen Rechts Zugriff auf Sozialdaten haben, was private Vermittler nicht können.
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