Magisterarbeit, 2009
125 Seiten, Note: 2,3
1. Begriffliche Vorüberlegungen
1.1 Religion
1.1.1 Etymologische Bestimmung
1.1.2 Entwicklungsgeschichte und Deutungsversuche
1.2 Shuukyou
1.2.1 Etymologische Bestimmung
1.2.2 Philosophische Deutungen von shuukyou in Japan
1.3 Gott und Kami
1.3.1 Gott
1.3.2 Kami
2. Zen no Kenkyu (Studie über das Gute)
2.1 Der philosophische Standpunkt dieses Buches
2.2 Die Reine Erfahrung
2.3. Die intellektuelle Anschauung
3. Der Begriff der Religion in Nishida Kitaro's Zen no Kenkyu
3.1 Die Bedeutung von Religion in Zen no Kenkyu
3.2 Das religiöse Bedürfnis
3.3 Das Wesen von Religion
3.4 Gott
3.5 Gott und Welt
3.6 Wissen und Liebe
4. Sekundärliteratur zu Nishida's Religionsbegriff in Zen no Kenkyu
4.1 Nishitani Keiji
4.1.1 Der Standpunkt von Religion
4.1.2 Allgemeine Charakteristika von Religion
4.1.3 Die Bedeutung der Persönlichkeit Gottes
4.1.4 Freiheit und Liebe in Gott
4.2 Ishigami Yutaka - Das religiöse Denken des jungen Nishida Kitaro
4.2.1 Die Entstehung des religiösen Bedürfnisses
4.2.2 Über Gott
4.2.3 Das Problem von Transzendenz und Immanenz
4.3 Ogawa Keiji: Nishida und Karl Barth
5. Der Standpunkt der Religion, ein Vortrag aus dem Jahre 1920
Die vorliegende Arbeit untersucht den Religionsbegriff im Erstlingswerk von Nishida Kitaro, "Studie über das Gute" (1911), und setzt sich kritisch mit der in der Forschung häufigen einseitigen Deutung als rein buddhistisch-intuitives Werk auseinander, um Nishidas eigenes philosophisches Verständnis von Religion im Kontext des jungen 20. Jahrhunderts zu ergründen.
1.1.1 Etymologische Bestimmung
Das Wort Religion geht auf den Lateinischen Begriff religio zurück, welcher "rücksichtsvolles Tun", "gewissenhaftes Beobachten" bezeichnet. "Wenngleich für die Römer im Wort religio vornehmlich der Aspekt der rituellen Exaktheit, des richtigen Tuns der religiösen Handlung angelegt ist, kann der Begriff in verschiedene Richtungen erschlossen werden"10.
Als erste Richtung wäre der Stoiker Cicero (106-43 v.Chr.) zu nennen und dessen Erschließung des Religionsbegriffs. Er leitet religio etymologisch im zweiten Buch seines Werkes Über das Wesen der Götter (De natura deorum) von relegere als "ein Wieder-lesen oder eine Auslese alter Kultriten"11 ab. Für ihn steht dabei der Götterkult (cultus deorum) im Mittelpunkt "als eine schon hochentwickelte Kultform" mit den in ihr hervortretenden Eigenschaften der Frömmigkeit (pius), Aufrichtigkeit (sincerus), Unschuld oder Unverdorbenheit (incurruptus)"12.
Klaus Hock interpretiert relegere als "sorgsam beachten", also als Gegenbegriff zu neglegere, welches vernachlässigen meint. Dieses "sorgsam beachten" meint natürlich das Beachten des richtigen Handlungsablaufs beim cultus deorum oder "Götter-Dienst", wie Hock es so treffend bezeichnet. Somit kennzeichnet weniger Glaube, als richtiger Handlungsablauf - "nicht Orthodoxie, sondern Orthopraxis"13 - die römische Religion.
Die zweite Erschließung des Religionsbegriffes erfolgte von Lactantius (ca. 250 – ca. 325). Er selbst war konvertierter Christ und Zeitzeuge der letzten Christenverfolgung. Während dieser setzte er sich als Apologet für die Verteidigung und Verbreitung des christlichen Glaubens ein. Im vierten Buch seiner im Zeitraum von 304-311 abgefassten, sieben Bände umfassenden Göttlichen Unterweisungen (Divinae institutiones), leitet Lactantius religio von dem Verb religare, "binden", "wieder binden", "rückbinden", "zurückbringen" ab. Dieses vierte Buch, welches den Titel Von der wahren Weisheit und Religion (De vera sapientia et religione) trägt, handelt von der Forderung nach der Verehrung nur eines einzigen Gottes und führt als Begründung hierfür die Analogie des römischen Hausvaters (pater familias) an.
1. Begriffliche Vorüberlegungen: Untersuchung der Vielschichtigkeit des Religionsbegriffs sowie seiner japanischen Entsprechungen "Shuukyou" und "Kami" unter Berücksichtigung kulturwissenschaftlicher und philosophischer Ansätze.
2. Zen no Kenkyu (Studie über das Gute): Einordnung von Nishidas Erstlingswerk in den philosophiegeschichtlichen Kontext und Analyse der zentralen Konzepte "Reine Erfahrung" und "intellektuelle Anschauung".
3. Der Begriff der Religion in Nishida Kitaro's Zen no Kenkyu: Detaillierte Analyse von Nishidas spezifischem Verständnis von Religion als grundlegende Beziehung zwischen dem Absoluten (Gott) und dem menschlichen Bewusstsein.
4. Sekundärliteratur zu Nishida's Religionsbegriff in Zen no Kenkyu: Kritische Auseinandersetzung mit Interpretationen namhafter Nishida-Forscher wie Nishitani Keiji, Ishigami Yutaka und Ogawa Keiji.
5. Der Standpunkt der Religion, ein Vortrag aus dem Jahre 1920: Analyse einer ergänzenden Quelle, die Nishidas Position im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Rationalität und religiöser Wahrheit verdeutlicht.
Nishida Kitaro, Zen no Kenkyu, Religion, Reine Erfahrung, Intellektuelle Anschauung, Gott, Kami, Bewusstsein, Transzendenz, Immanenz, Philosophie, Japan, Kyoto-Schule, Shintou, Buddhismus
Die Arbeit untersucht das Religionsverständnis von Nishida Kitaro, basierend auf seinem Erstlingswerk "Studie über das Gute", und analysiert, wie Nishida versucht, westliche philosophische Konzepte mit östlichen Denkansätzen zu verknüpfen.
Zu den Schwerpunkten zählen die etymologische und philosophiegeschichtliche Herleitung des Religionsbegriffs, die Analyse der Begriffe "Reine Erfahrung" und "intellektuelle Anschauung" sowie die philosophische Verortung Gottes als "Einheitsstifter der Realität".
Das Ziel ist es, eine differenzierte Sicht auf Nishidas Religionsphilosophie zu bieten, die über die übliche, oft einseitige Einordnung als rein Zen-buddhistisch hinausgeht und die Komplexität seines frühen Denkens offenlegt.
Die Arbeit nutzt eine philologisch-philosophische Analyse, die den Originaltext von Nishida systematisch erschließt, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der relevanten Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der begrifflichen Grundlagen, die Untersuchung der Kernbegriffe der Nishida-Philosophie und die tiefgehende Erörterung des Religionsbegriffs in "Studie über das Gute", inklusive der Auseinandersetzung mit dem Gottesbegriff.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Reine Erfahrung, intellektuelle Anschauung, Gott (als Kami), Transzendenz und Immanenz, sowie die Rolle des Selbst in der Vereinigung mit dem Universum.
Die Reine Erfahrung ist der Dreh- und Angelpunkt, ein vor-reflektiver Zustand des Bewusstseins, in dem noch keine Subjekt-Objekt-Spaltung vorliegt und der die Basis für Nishidas gesamte Erkenntnistheorie und Religionsphilosophie bildet.
Nishida sieht Religion nicht als Gegenspieler zur Wissenschaft, sondern als deren Fundament, wobei sowohl Wissenschaft als auch Religion unterschiedliche Weisen sind, die ursprüngliche Einheit der Wirklichkeit zu reflektieren.
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