Forschungsarbeit, 1998
27 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der Wasserstoffpermeationsversuche
2.1 PRINZIP
2.2 AUSWERTUNG DES PERMEATIONSKURVEN BEI POTENTIOSTATISCHER BELADUNG
2.3 TRAPPING
2.4 GRENZEN DER METHODE: OBERFLÄCHENEFFEKTE
3 Apparativer Aufbau
3.1 ELEKTROCHEMISCHE ZELLE
3.2 PRÜFMASCHINE
3.3 ELEKTRISCHE SCHALTUNG
3.4 MEßDATENERFASSUNG
3.5 MATERIAL UND PROBENVORBEREITUNG
3.7 VERSUCHSDURCHFÜHRUNG
3.7.1 Einbau der Probe in die Versuchsapparatur
3.7.2 Einstellung konstanter Versuchsbedingungen (Passivierung)
3.7.3 Wasserstoffbeladung
4 Ergebnisse
4.1 PERMEATION AN UNVERFORMTEN PROBEN
4.2 WASSERSTOFFPERMEATION AN PLASTISCH VERFORMTEN STAHLMEMBRANEN
5 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss mechanischer Beanspruchung auf das Diffusionsverhalten von Wasserstoff in einem höherfesten Feinkorn-Baustahl (FeE 690T), um ein besseres Verständnis der für die spannungsinduzierte Wasserstoffversprödung verantwortlichen Mechanismen zu erlangen.
2.4 Grenzen der Methode: Oberflächeneffekte
Die Menge an diffusiblem Wasserstoff ist primär abhängig von der insgesamt produzierten Menge an Wasserstoff. Gemäß der Nernstschen Gleichung kann über ein vorgegebenes Potential eine bestimmte Wasserstoffkonzentration in der Probe eingestellt werden. Jedoch benötigen derartige Elektrodenreaktionen Aktivierungsenergien, die abhängig von Material und Elektrolyt zu Überspannungen führen.
Damit z.B. ein Proton an einem Ladungsübergang teilnehmen kann, muss es zunächst seine Hydrathülle abstreifen und durch die elektrische Doppelschicht an der Grenzfläche wandern. Im folgenden Schritt ist es notwendig, dass der an der Oberfläche adsorbierte Wasserstoff von der Probe absorbiert wird. Ist die Absorptionsgeschwindigkeit (z.B. durch den Einfluss von Oxidschichten [11,15]) klein, kann die Konzentration direkt unterhalb der Oberfläche an der Eintrittseite in Folge der konkurrierenden Rekombination von adsorbiertem Wasserstoff sehr klein werden, was zu einem niedrigen Konzentrationsgradienten innerhalb der Membran führt.
Folglich ergibt sich eine geringe Stromausbeute (< 0.1% bei Eisen und Stahl) und ein schwaches Messsignal. Mit sogenannten Promotoren wie H2S, NaCN oder As2O3 kann die Rekombinationsreaktion teilweise unterdrückt und die Stromausbeute verbessert werden [5,8]. Man nimmt an, dass Promotoren die Überspannung der Wasserstoffentwicklung herabsetzen und so den Bedeckungsgrad an der Eintrittseite erhöhen. Der entscheidende Nachteil der so erhöhten Wasserstoffaktivität ist (insbesondere bei hochfesten Stählen) die Bildung von Mikrorissen ("blistering") an der Eintrittseite der Probe (auch ohne die Einwirkung äußerer Spannung).
1 Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Wasserstoffdiffusion für die Betriebssicherheit technischer Strukturen und formuliert die Zielsetzung der experimentellen Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen der Wasserstoffpermeationsversuche: Erläutert die physikalischen Prinzipien der Permeation, die mathematische Auswertung mittels Fickscher Gesetze und die Bedeutung von Wasserstofffallen.
3 Apparativer Aufbau: Detailliert die konstruktiven Anpassungen einer Zugprüfmaschine und die Entwicklung einer symmetrischen Permeationszelle für Versuche unter Last.
4 Ergebnisse: Präsentiert die experimentellen Daten zur Wasserstoffdiffusion an unverformten sowie plastisch verformten Stahlmembranen.
5 Diskussion: Bewertet die Verlässlichkeit der verwendeten Methode und vergleicht die gewonnenen Kennwerte mit Literaturdaten niedriglegierter Stähle.
Wasserstoffdiffusion, Feinkorn-Baustahl, elektrochemische Permeation, Wasserstoffversprödung, mechanische Beanspruchung, Trapping, Versetzungen, Diffusionskoeffizient, plastische Verformung, Oberflächeneffekte, Spannungsrissbildung, Bindungsenergie, FeE 690T
Die Arbeit untersucht das Diffusionsverhalten von Wasserstoff in einem höherfesten Stahl unter verschiedenen mechanischen Beanspruchungszuständen.
Im Fokus stehen die elektrochemische Permeationstechnik, der Einfluss von plastischer Verformung auf die Diffusion und die Identifikation von Wasserstofffallen im Material.
Ziel ist es, die Verlässlichkeit der Permeationstechnik unter mechanischer Belastung zu prüfen und das Ausmaß der Wasserstoffaufnahme in der plastischen Zone vor einer Rissspitze zu simulieren.
Es wird die elektrochemische Permeationstechnik nach Devanathan und Stachursky eingesetzt, kombiniert mit einer speziellen Zugprüfvorrichtung.
Der Hauptteil umfasst den apparativen Aufbau, die detaillierte Beschreibung der Versuchsdurchführung (Passivierung, Beladung) sowie die experimentellen Ergebnisse an verschiedenen Proben.
Wichtige Begriffe sind Wasserstoffdiffusion, Trapping, plastische Verformung, FeE 690T und elektrochemische Permeation.
Bei sehr hohen Verformungsgraden nähert sich der effektive Diffusionskoeffizient einem konstanten, deutlich niedrigeren Wert an, da die Sättigung der Fallen erreicht ist.
Eine zusätzliche Schicht hätte das bruchmechanische Verhalten der Probe unkontrolliert verändert und die Berechnung der Diffusionskoeffizienten im Substrat erheblich verkompliziert.
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