Examensarbeit, 2010
112 Seiten, Note: 1,0
0. Annäherung
I. Un-motivierte Spuren, (end)lose Leinen:
Die Spurlosigkeit des Wals als ››Horror metaphysicus‹‹
II. ›Blankness, full of meaning‹:
Metaphorische Ausgriffe auf das Undarstellbare und
Sprachspiele vom Unsagbaren
III. Schluss
Moby-Dick/Moby Dick als Chiffre für die Undarstellbarkeit des Absoluten
Die vorliegende Arbeit untersucht Herman Melvilles Roman Moby-Dick als einen Vorboten postmoderner Literarizität, wobei der Fokus auf der Inszenierung einer erkenntnis- und repräsentationskritischen Krise liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Melville durch die „Spurlosigkeit“ des Wals und eine Palimpsest-artige Textualität die Unmöglichkeit einer definitiven Sinnstiftung und die Aporie eines „transzendentalen Signifikats“ thematisiert.
Die Spurlosigkeit des Wals als ››Horror metaphysicus‹‹
[...] you would have seen him intently study the various lines and shadings which there met his eye; and with slow but steady pencil trace additional courses over spaces that before were blank. [...] [I]t almost seemed that while he himself was marking out lines and courses on the wrinkled charts, some invisible pencil was also tracing lines and courses upon the deeply marked chart of his forehead.
0. Annäherung: Einführung in die postmoderne Ästhetik und die Krisenhaftigkeit von Meta-Narrationen, die als theoretischer Rahmen für die Untersuchung von Melvilles Roman dient.
I. Un-motivierte Spuren, (end)lose Leinen: Die Spurlosigkeit des Wals als ››Horror metaphysicus‹‹: Untersuchung der Spur-Metaphorik und der Zeichenkrise, die den Übergang von der romantischen Ironie zur Dekonstruktion in Melvilles Text beleuchtet.
II. ›Blankness, full of meaning‹: Metaphorische Ausgriffe auf das Undarstellbare und Sprachspiele vom Unsagbaren: Analyse der Ambivalenz des weißen Wals und der Unmöglichkeit, dessen Essenz durch Sprache oder taxonomische Systeme zu erfassen.
III. Schluss: Moby-Dick/Moby Dick als Chiffre für die Undarstellbarkeit des Absoluten: Zusammenführung der Argumentation, dass der Roman durch seine performative Negativität und Unabschließbarkeit eine Krise der Repräsentation inszeniert.
Moby-Dick, Postmoderne, Dekonstruktion, transzendentales Signifikat, romantische Ironie, Sprachphilosophie, Hermeneutik, Repräsentationskrise, Affinität, Differenz, Spur, Unaussprechlichkeit, Kontingenz, Intertextualität.
Die Arbeit analysiert Herman Melvilles Roman Moby-Dick unter dem Aspekt der Erkenntniskritik und der Sprachphilosophie, wobei sie den Text als eine Auseinandersetzung mit der Unmöglichkeit der absoluten Wahrheitsfindung deutet.
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von frühromantischer Philosophie, poststrukturalistischer Dekonstruktion nach Jacques Derrida und der Analyse der „Leerstelle“ als zentrales Bedeutungsmotiv im Roman.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Melville in Moby-Dick die „Aporie eines transzendentalen Signifikats“ darstellt und warum der Roman als wegweisend für postmoderne Literarizität betrachtet werden kann.
Die Arbeit verwendet eine erkenntniskritische und literaturtheoretische Analyse, die insbesondere Begriffe der Dekonstruktion und der romantischen Ironie heranzieht, um die „sfumatorische Semantik“ des Romans zu entschlüsseln.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Zeichenbegriff und eine detaillierte Lektüre ausgewählter Textstellen, die die Auseinandersetzung der Figuren Ahab und Ishmael mit der Leere und dem Unfassbaren untersuchen.
Zentrale Begriffe sind die „Leerstelle“, „Spur“, „negative Differentialität“, „Moby-Dick“ als „Chiffre“ und die „Unverfügbarkeit des Absoluten“.
Ahab versucht zwanghaft, im Wal ein festes, bösartiges Prinzip zu sehen (Allegorie), während Ishmael die Kontingenz und Unbestimmbarkeit akzeptiert und ironisch mit der Vielfalt der Interpretationen spielt.
Die „Weiße“ fungiert als visuelle Darstellung einer „erfüllten Leere“; sie ist sowohl die Abwesenheit von Farbe als auch die Gesamtheit aller Farben, was ihre interpretatorische Fixierung unmöglich macht.
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