Ausarbeitung, 2010
84 Seiten
1. Einleitung
2. Eine landeskundliche Einführung
3. Von der geschichtsträchtigen Stadt Alexandria nach Kairo, der kontrastreichen Metropole
3.1 Alexandria, der große Seehafen am Mittelmeer
3.2 Das berühmt-berüchtigte Nildelta
4. Kairo, die widersprüchliche Metropole
4.1 Das Ägyptische Museum: bekannte und unbekannte Perspektiven
4.2 Ein „touristisches Muss“: Die Zitadelle
4.3 Die Al-Azhar-Moschee und die Universität: Mittelpunkt des islamischen Kairo
4.4 Alltagserfahrungen und mehr im Koptischen Viertel und Alt-Kairo
4.5 Gizeh: Pyramiden und Kamele
4.6 Bummel durch die Innenstadt
5. Von der Hauptstadt in die Kolonialzeit nach Port Said
5.1 „Aida“- mehr als eine Oper
5.2 Der begehrte Kanal
5.3 Belle Époque am Kanalufer in Port Said
6. Kreuzfahrten um Nilinseln Geschichte und Gegenwart am oberen Nil
6.1 Luxor und Karnak – Ost-Theben ein strahlender und gebeutelter Ort
6.2 West-Theben – Von Grabräubern und dem Backenzahn der Hatschepsut
6.3 Impressionen auf dem Nil – zwischen Faszination und Kritik
6.4 Assuan, die freundlich pulsierende Universitätsstadt zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert
7. Abschied
8. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit bietet eine tiefgehende alltagskulturelle Auseinandersetzung mit dem modernen Ägypten. Jenseits gängiger Klischees und touristischer Daten vermittelt die Autorin durch eigene Reiseerfahrungen und teilnehmende Beobachtungen Einsichten in die komplexen politischen, kulturellen, ökonomischen und sozialen Zusammenhänge des Landes, wobei historisch-politische Bezüge stets in die aktuelle Analyse einfließen.
4.2 Ein „touristisches Muss“: Die Zitadelle
Die Zitadelle und die islamische Altstadt werden uns von einer gut deutschsprechenden, kopftuchtragenden Guide, nach eigenen Angaben „sehr gläubig“, gezeigt. Sie war es übrigens auch, die uns durch das Ägyptische Museum geführt hat und – zu meiner Verwunderung – „die Bierbrauerin“ nicht kannte.
Die Zitadelle liegt auf einem großen Kalksteinfelsen am Ostrand der Stadt. Der älteste Teil des aus diversen Palästen und Moscheen bestehenden Areals stammt von 1176 n.u.Z. Sie dient über 700 Jahre als Herrschersitz und soll u.a. vor dem Ansturm von Kreuzfahrern(!) schützen. Danach wird sie zur Kaserne, in der während des Zweiten Weltkriegs Teile der britischen Armee stationiert sind.
1. Einleitung: Die Autorin legt dar, dass die vorliegende Reisebeschreibung als Ausgangspunkt für eine kritische Betrachtung des modernen Ägypten dient und den Fokus auf soziale und politische Hintergründe jenseits touristischer Klischees legt.
2. Eine landeskundliche Einführung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die staatliche Struktur Ägyptens, eingebettet in einen Rückblick auf die historische Entwicklung seit der Revolution von 1952.
3. Von der geschichtsträchtigen Stadt Alexandria nach Kairo, der kontrastreichen Metropole: Die Überfahrt und die Ankunft bilden den Rahmen für eine erste Auseinandersetzung mit der Geschichte Alexandrias und dem Nildelta als landwirtschaftlichem Kernraum.
4. Kairo, die widersprüchliche Metropole: Dieses Hauptkapitel beleuchtet verschiedene Aspekte der ägyptischen Hauptstadt, von Museen und historischen Bauwerken bis hin zu alltagskulturellen Herausforderungen im Straßenverkehr und im Koptischen Viertel.
5. Von der Hauptstadt in die Kolonialzeit nach Port Said: Der Fokus liegt hier auf der historischen Bedeutung des Suezkanals, verknüpft mit einer Analyse der kulturellen Rezeption durch die Oper Aida.
6. Kreuzfahrten um Nilinseln Geschichte und Gegenwart am oberen Nil: Die Autorin reflektiert über Kreuzfahrten als Methode der Feldforschung und analysiert historische Stätten in Luxor und Assuan im Kontext ihrer sozioökonomischen Realität.
7. Abschied: Das Kapitel schließt die Reise ab und fasst die kritischen Eindrücke zur Selbst- und Fremdwahrnehmung Ägyptens zusammen.
8. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und Bildnachweise übersichtlich aufgelistet.
Ägypten, Kairo, Kreuzfahrt, Nil, Hatschepsut, Tut-ench-Amun, Suezkanal, Tourismus, Alltagskultur, Politik, Geschichte, Gesellschaft, Religion, Ägyptologie, Postkolonialismus.
Die Arbeit ist eine subjektive Reisebeschreibung, die auf eigenen Beobachtungen und Recherchen basiert und versucht, das moderne Ägypten jenseits der üblichen Touristenpfade zu erklären.
Die Schwerpunkte liegen auf politischen Entwicklungen, alltagskulturellen Beobachtungen, historischen Hintergründen von Städten und Monumenten sowie einer kritischen Reflexion über den Tourismus.
Das Ziel ist es, dem Lesenden zeithistorische und soziale Bezüge näherzubringen, um ein differenzierteres Verständnis für die Widersprüche des heutigen Ägyptens zu schaffen.
Die Autorin nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung (Lektorate mit eigenen Recherchen) in Kombination mit einer historisch-politischen Analyse der bereisten Orte.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Etappen einer Reise durch Unter- und Oberägypten, darunter Kairo, das Nildelta, Port Said am Suezkanal sowie Luxor und Assuan.
Schlüsselwörter sind unter anderem Ägypten, Kreuzfahrt, politische Geschichte, Alltagskultur, postkoloniale Aspekte und ägyptische Altertümer.
Aufgrund der Menschenrechtssituation, der Medienzensur, der Einschränkungen für Oppositionelle und der Anwendung von Notstandsgesetzen, die in der Arbeit detailliert thematisiert werden.
Die Autorin kritisiert sowohl die Kommerzialisierung durch „Abzocke“ als auch die oberflächliche Inszenierung kultureller Erlebnisse, beispielsweise in nubischen Dörfern.
Er wird als ambivalentes Prestigeobjekt beschrieben, das einerseits ökonomische Vorteile bringt, andererseits jedoch gravierende ökologische und soziale Folgeschäden verursacht hat.
Die Autorin thematisiert die Geschlechterfrage sowohl in der historischen Darstellung (z.B. Hatschepsut) als auch in der aktuellen Gesellschaft (Kopftuchfrage, Berufstätigkeit) als Ausdruck der gesellschaftlichen Widersprüche.
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