Bachelorarbeit, 2010
37 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Kosten-Nutzenanalyse der Nutzung von Atomenergie
2.1 Kostenanalyse
2.1.1 Kapitalkosten
2.1.2 Investitionskosten
2.1.3 Marktzins
2.1.4 Lebensdauer und Arbeitsnutzung
2.1.4.1 Grundlast-Spitzenlast
2.1.4.2 Grundlastbetrieb
2.1.5 Brennstoffkosten
2.1.6 Sonstige Kostenkomponente
2.1.7 Variable übrige Kosten
2.1.8 Externe Kosten
2.1.8.1 Emission radioaktiver Stoffe im Normalbetrieb
2.1.8.2 Unfälle
2.1.8.3 Berufsrisiken
2.1.9 Stilllegung
2.2 Kernenergieausstieg
2.2.1 Arbeitsplatzeffekt
2.2.2 Stomlücke
2.2.3 Ausweg Import?
2.2.4 Endlagerung
2.3 Restlaufzeitverlängerung
2.3.1 Abschaltung der Reaktoren ab 2022
2.3.2 Laufzeitverlägerung versus Ausbau erneuerbarer Energie
2.3.3 Brennelementesteuer
2.3.4 Höhe der Steuereinnahmen
3 Zukunft der Kernenergie
Die vorliegende Arbeit analysiert die ökonomischen Aspekte und Konsequenzen der Nutzung von Atomenergie in Deutschland, insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Atomausstiegs und der Debatte um Restlaufzeitverlängerungen.
2.1.8 Externe Kosten
Die externen Kosten der Kernenergie werden wie die übrigen Energieträger äußerst kontrovers diskutiert. Bei der Gewinnung (z.B. bei der Förderung von Öl), bei der Umwandlung (z.B. bei der Verstromung von Kohle) und bei der Nutzung von Energie entstehen zwangsläufig Kosten. Diese Kosten kann man in interne und externe Kosten trennen:
● Kosten sind „intern“, wenn sie voll in der Kostenrechnung des Verursachers stehen.
● Kosten sind „extern“, wenn sie zwar verursacht werden, sich aber nicht in der Kostenrechnung niederschlagen, sondern abgewälzt und unbeteiligten Dritten in Rechnung gestellt werden. Diese Dritte können andere Haushalte, die Allgemeinheit oder auch zukünftige Generationen sein.
Mit der Unterscheidung von „internen“ und „externen“ Kosten kann man drei weitere Begriffe verstehen, die für unsere Überlegungen wichtig sind:
● Mit „externalisieren“ bezeichnen wir den Vorgang des „Auslagerns“ von Kosten aus der Rechnung des Verursachers in die Rechnung anderer. Wer Kosten „externalisiert“, verdrängt Kosten, anstatt sie im eigenen Budget zu verbuchen.
● Das Spiegelbild der „Externalisierung“ ist ein Vorgang, den wir „Kostenanlastung“ nennen. Kosten, die aus der Rechnung eines Verursachers herausbefördert werden, verschwinden ja nicht, sondern kommen irgendwann in der Rechnung eines anderen, unbeteiligten Dritten wieder zum Vorschein. Wir sagen, diese Kosten werden dem Dritten „angelastet“.
● Schließlich gibt es noch den Begriff „internalisieren“. Darunter versteht man die bewusste Rücknahme des „Externalisierungsvorgangs“: Kosten, die einem Dritten angelastet worden sind, werden aus dessen Rechnung wieder herausgenommen und zurück in die Rechnung des Verursachers befördert.
Durch die Stromerzeugung können Schäden an menschlicher Gesundheit, Nutzpflanzen, natürlichem Ökosystem und Materialien entstehen. Diese Schäden werden in der Ökonomie als externe Effekte bezeichnet, soweit sie nicht vom Verursacher, sondern von unbeteiligten Dritten bzw. von der Allgemeinheit zu tragen sind. Sie sollten bei Entscheidungen im Zusammenhang mit der Stromerzeugung mit berücksichtigt werden,
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der zivilen Kernenergienutzung in Deutschland und den regulatorischen Rahmen sowie den Status quo der Stromversorgung.
2 Kosten-Nutzenanalyse der Nutzung von Atomenergie: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen ökonomischen Faktoren wie Investitions-, Betriebs- und externe Kosten der Kernenergie sowie die Implikationen von Ausstieg und Laufzeitverlängerung.
3 Zukunft der Kernenergie: Das Fazit betrachtet die globale Situation der Kernenergie, die Investitionskosten neuer Reaktoren und die Zurückhaltung bei Neubauvorhaben infolge finanzieller Unsicherheiten.
Atomenergie, Kosten-Nutzenanalyse, Kernenergieausstieg, Restlaufzeitverlängerung, Endlagerung, Externe Kosten, Brennelementesteuer, Stromlücke, Grundlast, Investitionskosten, Erneuerbare Energien, Atomgesetz, Atomkonsens, Rückstellungen, Strompreise
Die Arbeit befasst sich mit einer ökonomischen Kosten-Nutzenanalyse der Kernenergie in Deutschland, eingebettet in die politische Diskussion um Ausstiegsszenarien und Laufzeitverlängerungen.
Die zentralen Felder umfassen die Kostenstruktur des Kraftwerkbetriebs, die Herausforderungen bei der Entsorgung, externe Kosten durch Umweltschäden und Risiken sowie die gesamtwirtschaftlichen Folgen der Energiewende.
Ziel ist es, die Kosten und den Nutzen der Kernenergienutzung systematisch zu analysieren, um eine fundierte Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen eines Atomausstiegs versus einer Restlaufzeitverlängerung zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine ökonomische Analyse unter Heranziehung von wissenschaftlichen Studien, Statistiken der Energiewirtschaft und offiziellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Kostenanalyse, die Betrachtung des Kernenergieausstiegs mit seinen Arbeitsmarkt- und Versorgungsaspekten sowie eine kritische Untersuchung der Restlaufzeitverlängerung und der Brennelementesteuer.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Atomenergie, Kosten-Nutzenanalyse, Kernenergieausstieg, Restlaufzeitverlängerung, Endlagerung, externe Kosten und Brennelementesteuer.
Das Verursacherprinzip dient als Grundlage dafür, dass die Betreiber der Kernkraftwerke für die Kosten der Stilllegung, des Rückbaus und der Endlagerung aufkommen und diese somit in die ökonomische Kalkulation der Strompreise einfließen müssen.
Die Schwierigkeit ergibt sich aus der extrem langen Halbwertszeit radioaktiver Stoffe wie Plutonium sowie der technischen und politischen Komplexität der Identifizierung und dauerhaften Sicherung geeigneter geologischer Endlagerstandorte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aus technisch-betrieblicher Sicht eine Laufzeitverlängerung kein Hemmschuh für den Ausbau erneuerbarer Energien ist und ein Ausstieg sogar kontraproduktiv wirken könnte, sofern man die CO2-Emissionen und ökonomische Faktoren betrachtet.
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