Diplomarbeit, 2010
157 Seiten, Note: befriedigend
I. Einführung
1 Bezugsrahmen
1.1 Hintergrund
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Aufbau und Methodik
II. Theorie
2 Gender Marketing
2.1 Begriffsklärung
2.1.1 Gender vs. Sex
2.1.2 Gender Marketing
2.1.3 Geschlechterrolle
2.2 Entwicklung und Geschichte des Gender Marketing
2.2.1 Gender Studies
2.2.2 Veränderung der Gesellschaft
2.2.2.1 Der Mann von heute
2.2.2.2 Die Zeitschrift Men´s Health
2.2.2.3 Die Frau von heute
2.3 Beispiele aus der Praxis
2.4 Zusammenfassung
3 Kaufentscheidungen
3.1 Grundlagen von Kaufentscheidungen
3.1.1 Psychische Vorgänge des Kaufverhaltens
3.1.2 Modelle des Entscheidungsverhaltens
3.1.3 Phasen des Entscheidungsprozesses basierend auf Strukturmodellen
3.1.4 Einflussgrößen
3.1.5 Arten von Kaufentscheidungen
3.2 Was Kunden wollen
3.3 Frauen und Männer als Konsumenten
3.4 Zusammenfassung
4 Neurologische Erkenntnisse
4.1 Weibliches und männliches Gehirn
4.2 Die Big 3 nach Häusel
4.2.1 Emotionen und Motive
4.2.2 Sinne
4.3 Neuromarketing
4.4 Zusammenfassung
5 Der Männerkosmetikmarkt
5.1 Männer und Körperpflege
5.1.1 Männliches Schönheitsideal
5.1.2 Die Marke „Nivea for Men“
5.2 Drogeriemärkte
5.2.1 Warenpräsentation in Drogeriemärkten
5.3 Zusammenfassung
III. Empirie und Implikation
6 Empirie 1: Körperpflegegewohnheiten von Männern
6.1 Hintergrund zur empirischen Untersuchung
6.1.1 Acht Hypothesen
6.1.2 Aufbau des Fragebogens
6.1.3 Methoden und Ablauf der Befragung
6.2 Ergebnisse der Auswertung
6.3 Zusammenfassung
7 Designkonzepte nach den „Big 3“ von Häusel
7.1 Definition Warenpräsentation
7.2 Designkonzepte für „Nivea for Men“
7.2.1 Designkonzepte „Balance“
7.2.2 Designkonzepte „Stimulanz“
7.2.3 Designkonzepte „Dominanz“
7.3 Zusammenfassung
8 Empirie 2: Designkonzepte
8.1 Beschreibung der Stichprobe
8.2 Aufbau des Fragebogens
8.3 Methoden und Ablauf der Befragung
8.4 Ergebnisse
8.4.1 Kategorisierung der Probanden
8.4.2 Eye-Tracking
8.4.3 Bewertung der einzelnen Designkonzepte
8.4.3.1 Displays Balance-System
8.4.3.2 Displays Stimulanz-System
8.4.3.3 Displays Dominanz-System
8.5 Gegenüberstellung der Designkonzepte und Ermittlung des absoluten Favoriten
8.6 Zusammenfassung
IV. Reflexion
V. Anhang
Ziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung einer neuartigen, zielgruppengerechten Warenpräsentationsform für den Männerkosmetikmarkt, um die Attraktivität und Verweildauer männlicher Konsumenten am Point of Sale zu steigern.
Die Big 3 nach Häusel
Häusel unterteilt das Konsumentengehirn in drei große Emotions- und Motivsysteme und nennt diese die „Big 3“. Er nennt hier das (1) Balance System, das (2) Stimulanz System und das (3) Dominanz System. Das Balance System ist die stärkste Kraft im Kundengehirn und ständig nach Harmonie und Sicherheit strebend. Werden diese Empfindungen nicht erfüllt oder gestört so macht sich Angst, Furcht oder Panik bemerkbar. Produkte die das Balance-System als Kaufmotiv beinhalten sind Versicherungen, Medikamente, Ratgeber, zuverlässiger Service oder Garantieversprechen. Das Stimulanz System ist gekennzeichnet durch das Streben nach Neuem und Ungewohntem, nach Abwechslung und Individualität. Das Stimulanz-System, ist genau wie das Balance-System evolutionär geprägt. Durch das Kennen lernen von neuen Lebensräumen und Nahrungsquellen eigneten sich die Menschen neue Fertigkeiten an und hatten dadurch eine bessere Überlebenschance. Produkte die das Stimulanz System als Kaufmotiv auszeichnen sind Reisen, Unterhaltungselektronik, Bücher, Genussmittel oder der Erlebnis-Einkauf. Das Dominanz System zielt primär darauf ab, sich gegen andere zu behaupten und im Konkurrenzkampf zu stehen. Ohne Dominanz System gäbe es keinen Fortschritt, da Menschen ständig danach streben besser und leistungsfähiger zu sein als ihre Artgenossen. Dieses System ist bei Statusprodukten, Mitgliedschaften in elitären Clubs und bei Produkten, die eine überlegene Kennerschaft signalisieren als Kaufmotiv erkennbar. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich das Balance System durch den Wunsch nach Sicherheit, Stabilität und Geborgenheit und Vermeidung von Angst und Unsicherheit auszeichnet, dass das Dominanz System für den Wunsch nach Durchsetzung, Macht, Status und Autonomie und für die Vermeidung von Ausgeliefertsein, Fremdbestimmung und Unterdrückung steht und sich im Stimulanz System der Wunsch nach Abwechslung, Neuem und Belohnung widerspiegelt und es Langeweile und Reizarmut vermeiden will.
1 Bezugsrahmen: Legt die Grundlagen für die Arbeit dar, erläutert die Zielsetzung und die gewählte wissenschaftliche Methodik.
2 Gender Marketing: Definiert die theoretischen Grundlagen des Gender-Marketings und analysiert den Wandel der Geschlechterrollen sowie deren Bedeutung für das moderne Marketing.
3 Kaufentscheidungen: Untersucht die psychologischen Prozesse und Einflussgrößen, die das individuelle Kaufverhalten von Frauen und Männern steuern.
4 Neurologische Erkenntnisse: Beleuchtet die neurobiologischen Grundlagen von Emotionen und Motiven und deren Relevanz für das Konsumentenverhalten.
5 Der Männerkosmetikmarkt: Analysiert den spezifischen Markt für Herrenkosmetik und die aktuelle Situation der Produktpräsentation in Drogeriemärkten.
6 Empirie 1: Körperpflegegewohnheiten von Männern: Präsentiert die Ergebnisse der ersten empirischen Untersuchung zur Erhebung allgemeiner Pflegegewohnheiten österreichischer Männer.
7 Designkonzepte nach den „Big 3“ von Häusel: Leitet auf Basis der theoretischen Modelle konkrete Designkonzepte für Warendisplays ab.
8 Empirie 2: Designkonzepte: Dokumentiert die zweite empirische Studie, in der die Akzeptanz und Wirkung der erarbeiteten Designkonzepte bei Probanden getestet wird.
Gender Marketing, Männerkosmetik, Warenpräsentation, Point of Sale, Konsumentenverhalten, Neuromarketing, Motivsysteme, Kaufentscheidung, Nivea for Men, Produktdesign, Geschlechterrolle, Eye-Tracking, Displaygestaltung, Zielgruppenanalyse
Die Diplomarbeit untersucht, wie Warenpräsentationen im Männerkosmetikbereich gezielter auf die psychologischen Bedürfnisse männlicher Konsumenten angepasst werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf Gender-Marketing, Neurowissenschaften im Konsumentenkontext, dem spezifischen Kaufverhalten von Männern und der praktischen Gestaltung von Warendisplays am Point of Sale.
Das Ziel ist die Gewinnung neuer Erkenntnisse zur Produktpräsentation, um die für Männer bestmögliche Warenpräsentationsfläche zu erarbeiten und diese empirisch zu prüfen.
Es werden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden genutzt, darunter eine Online-Befragung zu Pflegegewohnheiten sowie Eye-Tracking zur Analyse der Wirkung von Designkonzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Gender, Neurologie, Markt), die empirische Erhebung der männlichen Pflegegewohnheiten sowie die Entwicklung und Testung von Designkonzepten (Balance, Stimulanz, Dominanz).
Zentrale Begriffe sind Gender Marketing, Männerkosmetik, Warenpräsentation, Point of Sale, Kaufentscheidung und Neuromarketing.
Die Wahl fiel auf Nivea aufgrund der Marktführerschaft im Bereich Männerkosmetik und der Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Gesichtspflegeprodukten für Männer.
Das Designkonzept „ForMenPod“ erwies sich nach der zweiten empirischen Studie unter Berücksichtigung der Gesamtakzeptanz als absoluter Favorit.
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