Diplomarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Der Subprime-Markt in den USA
2.1 Politökonomische Faktoren
2.1.1 Government-sponsored-Enterprises
2.1.2 Fair-Lending und Steuerrecht
3 Ursachenanalyse
3.1 Geldpolitische Transmission – Der Kreditkanal
3.1.1 Balance Sheet Channel
3.1.2 Bank Lending Channel
4 Innovationen in der Finanzwirtschaft
4.1 Der Prozess der Verbriefung
4.2 Implikationen für die geldpolitische Transmission
4.3 Empirische Evidenz
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den empirischen Verlauf der Kreditvergabe auf dem amerikanischen Immobilienmarkt und analysiert die Ursachen für die Entstehung von Boom-und-Bust-Zyklen unter Berücksichtigung geldpolitischer Faktoren und Finanzinnovationen.
2 Der Subprime-Markt in den USA
Der Besitz von Immobilien hat für amerikanische Bürger, unabhängig von ihrer Herkunft, aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen eine größere Bedeutung, als dies für Europäer der Fall wäre. Insbesondere dient Wohneigentum als Teil der Altersversorge, da im Vergleich zu Kontinentaleuropa kein umfassendes System der staatlichen Altersversorge existiert.
Ein Subprime-Kreditnehmer besitzt aufgrund seiner Einkommens- und Vermögenssituation keine erstklassige Qualität, sondern hat in der Vergangenheit bereits Zahlungsausfälle oder Zwangsversteigerungen erlitten. Die hohe Ausfallwahrscheinlichkeit eines Subprime-Schuldners ist durch einen FICO-Score von 660 oder weniger gekennzeichnet. Weitere bedeutende Messgrößen sind die debt-to-income-ratio als Verhältnis von Bruttoeinkommen zu Schuldendienst sowie die loan-to-value-ratio als Verhältnis zwischen Kreditsumme und dem Marktwert der eingebrachten Sicherheit. Kreditnehmer mit einer DTI über 55% und/oder einer LTV über 85% werden ebenfalls dem Subprime-Segment zugerechnet.
Zwischen erstklassigen und Subprime-Krediten existiert außerdem die Kategorie der Alt-A Schuldner, die zwar relativ sicherer als Subprime-Kredite, aber aufgrund unvollständiger oder fehlender Angaben hinsichtlich des Einkommens und der Vermögenswerte nicht als erstklassig erfasst werden. Insgesamt wurden 2005 32% aller Hypothekenkredite innerhalb dieses Nonprime-Marktes vergeben, was eine Verdreifachung gegenüber den Werten von 2003 bedeutet.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Immobilienkrise und Darlegung der Forschungsziele bezüglich der Entstehung von Boom-und-Bust-Zyklen.
2 Der Subprime-Markt in den USA: Definition des Subprime-Segments und Analyse politökonomischer Faktoren sowie der Rolle staatlich geförderter Hypothekeninstitute.
3 Ursachenanalyse: Theoretische Herleitung der geldpolitischen Transmission unter besonderer Betrachtung des Kreditkanals und dessen Bedeutung für die Kreditvergabe.
4 Innovationen in der Finanzwirtschaft: Analyse der Auswirkungen der Verbriefung (Securitization) auf das globale Finanzsystem und die Stabilität der Kreditmärkte.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Würdigung der Ergebnisse und kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Geldpolitik und staatlicher Regulierung.
Subprime-Krise, Immobilienmarkt, Kreditvergabe, Geldpolitik, Securitization, Verbriefung, Fannie Mae, Freddie Mac, Kreditkanal, Finanzinnovation, Boom-und-Bust-Zyklus, Leverage-Effekt, Regulierungsarbitrage, Zinspolitik, Liquidität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und dem Ablauf der US-Immobilienkrise sowie deren Einbettung in die globale Geldpolitik und Finanzmarktentwicklungen.
Im Fokus stehen die Subprime-Hypotheken, die Rolle der Government-sponsored-Enterprises (GSEs), die Kreditvergabe-Standards und der Prozess der Kreditverbriefung.
Das Ziel ist es, den empirischen Verlauf der Kreditvergabe zu erläutern und zu klären, wie aus normalen Konjunkturzyklen verstärkt Boom-und-Bust-Zyklen entstehen konnten.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse geldpolitischer Transmissionsmechanismen, insbesondere des sogenannten Kreditkanals, sowie eine empirische Betrachtung historischer Marktdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (Geldpolitik und Kreditkanal) und eine detaillierte Untersuchung der Finanzmarktinnovationen und ihrer Auswirkungen auf die globale Stabilität.
Wichtige Schlagworte sind Subprime, Kreditkanal, Securitization, Fannie Mae, Freddie Mac und die geldpolitische Steuerung durch die FED.
Als staatlich unterstützte Unternehmen schufen sie durch den Aufkauf von Hypotheken einen liquiden Sekundärmarkt, was das Wachstum des Subprime-Marktes massiv befeuerte.
Der Verfasser argumentiert, dass staatliche regulatorische Eingriffe wie der Community Reinvestment Act (CRA) die Kreditvergabestandards aufgeweicht und dadurch den Zugang zu Krediten für Schuldner geringer Bonität forciert haben.
Der Leverage-Effekt ermöglichte es Investoren, Eigenkapitalrenditen durch hohe Verschuldung zu hebeln; im Abschwung führte dies zu einer massiven Bilanzverschlechterung, wenn Vermögenswerte an Wert verloren.
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