Diplomarbeit, 2010
119 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Das Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland
2.1 Der Rundfunkbegriff
2.2 Formen des Rundfunks
2.3 Der Weg zum Dualen Rundfunksystem in Deutschland
2.3.1 Installation öffentlich-rechtlicher Sender nach 1945 und Entwicklung der ARD
2.3.2 Erstes Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts 1961
2.3.3 ZDF-Staatsvertrag 1961 und Gründung des ZDF
2.3.4 Zweites Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts 1971
2.3.5 Drittes Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts 1981
2.3.6 Viertes Rundfunkurteil des Bundesverfassungsgerichts 1986
2.3.7 Weitere Rundfunkurteile
3 Die Evolution eines neuen Mediums
3.1 Diffusionstheorie
3.2 Web 2.0
3.2.1 Nutzung von Web 2.0-Diensten
3.2.2 Veränderung der Akteursstruktur in den Medien durch das Web 2.0
4 Mediennutzung
4.1 Mediennutzungsdaten
4.2 Internetnutzung
4.3 Mediennutzung der Digital Natives
4.4 Nutzung einzelner Onlineanwendungen
5 Der Rundfunkstaatsvertrag
5.1 Der Zwölfte Rundfunkänderungsstaatsvertrag und seine Genese
5.2 Die Diskussion in der Entwurfsphase des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags
5.2.1 Sendungsbezug der Telemedien
5.2.2 Abrufdauer von Programminhalten
5.2.3 Unterhaltung als Teil der Grundversorgung
5.2.4 Abruf von Serien und Spielfilmen
5.2.5 Presseähnliche Angebote
6 Internetaktivitäten der Rundfunkveranstalter
6.1 Fernsehen und Radio im Internet
6.2 Angebote der privaten Rundfunkveranstalter
6.2.1 Videoportale
6.2.2 Abruf- und Streamingangebote
6.2.3 Soziale Netzwerke
6.3 Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter
6.3.1 Abruf- und Streamingangebote
6.3.2 Multimediale Angebote
6.3.3 Präsenz im Web 2.0
6.3.4 Kooperationen zwischen Verlagen und öffentlich-rechtlichen Anstalten
6.3.5 Einschränkungen der Internetverwertung durch Rechtefragen
7 Fazit
Die Arbeit untersucht den Interessenkonflikt zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und privaten Medienanbietern im Kontext der Digitalisierung und der Neuregelungen durch den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag. Dabei wird analysiert, wie sich das Internet als Medium auf die bestehende Rundfunkordnung auswirkt und welche regulatorischen Herausforderungen sich aus dem veränderten Nutzungsverhalten, insbesondere bei der Generation der "Digital Natives", ergeben.
3.1 Diffusionstheorie
Wie etabliert sich ein neues Medium? Wie oben schon erwähnt, kann dies nicht von heute auf morgen geschehen, es folgen vielmehr mehrere Phasen aufeinander, bis das Medium einen festen Platz in der Szenerie der existenten Medien gefunden hat. Geeignet für die Beschreibung der Emergenz und der Etablierung erscheinen nach Stöber Theorien aus der Ökonomie. Die Diffusionstheorien behandeln „Ursachen und Muster[...] der Verbreitung von Neuerungen“, sowohl bei materiellen Gütern als auch bei immateriellen Erkenntnissen. Medien decken gar beide Funktionen ab: durch das Trägermedium (materielles Gut) Fernseher, Zeitung, Radio oder Internetbrowser wird immaterielle Erkenntnis in Form von Nachrichten oder Information jeder Art geliefert. Daher lassen sich die Phasen der Diffusionstheorien auf die Medienevolution anwenden. Die Einteilung der Phasen erfolgt nach dem Drei-Phasen-Konzept von Joseph Alois Schumpeter:
Invention
Innovation
Diffusion
Im ursprünglichen Sinn trennen die Phasen die technische Entwicklung (Invention) und die Fortentwicklung eines Produkts unter ökonomischen Kriterien (Innovation). Auf den Medienbereich anwendbar erscheint die Auffassung in der Metastudie von Everett M. Rogers, die sich einer Vielzahl an Studien über die Verbreitung neuer Erkenntnisse widmet. Demnach wird unter „Invention“ die Phase verstanden, in der etwas Neues entdeckt oder geschaffen wird, unter „Innovation“ die Phase der Übernahme oder im Gegensatz der Zurückweisung der neuen Idee. „Innovation ist das, was von Individuen oder Gruppen als etwas Neues angesehen wird. Innovation und Technologieübernahme werden synonym verwandt.“ Die anschließende Diffusion erfolgt nach Akzeptanz in der Phase der Innovation beziehungsweise nach deren Abschluss. Ein klarer Trennstrich zwischen Innovation und Diffusion kann jedoch nicht gezogen werden. In folgendem Schaubild werden die drei Phasen in Bezugnahme auf Massenmedien vereinfacht dargestellt.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags und skizziert den Konflikt zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Medieninteressen angesichts des Medienwandels.
2 Das Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Rundfunkbegriffs und zeichnet die historische Entwicklung des dualen Systems anhand wichtiger Urteile des Bundesverfassungsgerichts nach.
3 Die Evolution eines neuen Mediums: Hier wird die medienwissenschaftliche Einordnung des Internets vorgenommen und der Wandel hin zum interaktiven Web 2.0 sowie die damit verbundene Veränderung der Akteursstruktur analysiert.
4 Mediennutzung: Das vierte Kapitel wertet aktuelle Nutzungsdaten aus, um das Medienverhalten der Bevölkerung und insbesondere der jungen Generation der "Digital Natives" detailliert zu beschreiben.
5 Der Rundfunkstaatsvertrag: Es wird die Genese des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags sowie die kontroverse Diskussion in der Entwurfsphase rund um Themen wie Telemedien, Abrufdauer und Unterhaltung beleuchtet.
6 Internetaktivitäten der Rundfunkveranstalter: Dieser Teil untersucht konkret, wie private und öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter das Internet für ihre Angebote, Kooperationen und Präsenzen im Web 2.0 nutzen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet die regulatorischen Kompromisse des 12. RfÄStV in den Kontext der zukünftigen Entwicklung des dualen Rundfunksystems ein.
Rundfunkstaatsvertrag, 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, Duales Rundfunksystem, Web 2.0, Internetnutzung, Digital Natives, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Medienwandel, Programmauftrag, Telemedien, Medienpolitik, Rundfunkurteile, Diffusionstheorie, Medienregulierung, Medienökonomie.
Die Arbeit analysiert den Interessenkonflikt zwischen privaten Verlagen bzw. Sendern und den öffentlich-rechtlichen Anstalten, der durch die Ausweitung des Rundfunkangebots auf das Internet und die Neuregelungen im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag entstanden ist.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des deutschen Rundfunks, die Auswirkungen der Digitalisierung, die Nutzungsgewohnheiten von Online-Medien sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Internetangebote der Rundfunkveranstalter.
Die Arbeit untersucht, wie der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag den Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern auf dem digitalen Schauplatz beeinflusst und ob die getroffenen Regelungen eine Balance zwischen Grundversorgungsauftrag und marktwirtschaftlichen Interessen finden.
Die Arbeit verfolgt einen deskriptiven Ansatz unter Einbeziehung von medienhistorischen Analysen, einer Auswertung empirischer Mediennutzungsdaten sowie einer juristischen Untersuchung der Rundfunkurteile und Staatsverträge.
Der Hauptteil analysiert die Evolution des Internets, das Nutzerverhalten, die inhaltlichen Diskussionen in der Entwurfsphase des Staatsvertrags sowie die konkreten Internetangebote von ARD, ZDF und privaten Anbietern.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie duales Rundfunksystem, 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, Web 2.0, Digital Natives und Grundversorgungsauftrag definieren.
Das Gesetz grenzt Telemedien von Rundfunk ab und definiert sie als elektronische Informations- und Kommunikationsdienste, die nicht linear und nicht an einem festen Sendeplan ausgerichtet sind, was im Kontext des Web 2.0 zu Abgrenzungsschwierigkeiten führt.
Sie stärkt die Position der Öffentlich-Rechtlichen, da sie ihnen das Recht einräumt, technologisch aufzuholen und neue Verbreitungswege sowie Zusatzdienste im Internet anzubieten, um ihren Auftrag auch in einer digitalen Welt zu erfüllen.
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