Diplomarbeit, 2009
72 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Leipziger Netzwerk für Kinderschutz
3 Forschungsfragestellungen
4 Einführung in die Evaluationsforschung
5 Netzwerkarbeit
5.1 Allgemeine Grundlagen
5.2 Merkmale gelingender Netzwerkarbeit
6 Entwicklung des Evaluationsdesigns
6.1 Methodenwahl
6.2 Forschungsdesign
6.3 Fragebogenkonstruktion
6.3.1 Allgemeine Grundlagen
6.3.2 Entwicklung des Fragebogens
7 Durchführung der empirischen Erhebung
8 Ergebnisdarstellung
8.1 Darstellung der quantitativen Daten
8.2 Darstellung der qualitativen Daten
9 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
9.1 Auswertung der quantitativen Daten
9.2 Auswertung der qualitativen Daten
9.3 Integration und Diskussion der Ergebnisse
10 Kritische Betrachtung der Erhebungsmethode
11 Handlungsempfehlungen
12 Fazit
Die Diplomarbeit führt eine formative Evaluation des „Leipziger Netzwerks für Kinderschutz“ durch, um dessen aktuelle Wirksamkeit zum Stand Januar 2009 zu bewerten. Das primäre Ziel besteht in einer Bestandsaufnahme der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie der Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Netzwerkarbeit für die beteiligten Akteure.
1 Einleitung
Genaue Angaben zur Häufigkeit von Kindeswohlgefährdungen in Deutschland liegen bislang nicht vor, da es an zuverlässigen und repräsentativen Studien mangelt (vgl. Nationales Zentrum Frühe Hilfen, 2008, S.8). Unumstritten ist jedoch, dass es sich um ein nicht zu unterschätzendes Problem handelt, das zur Bearbeitung jede erdenkliche Anstrengung erfordert. Betrachtet man die Entwicklungen der letzten Jahre, zeigt sich eine massive Zunahme an komplexen Problemlagen in den betroffenen Familien, die aufgrund steigender sozialer, bildungsbezogener und finanzieller Armut Unterstützung unterschiedlicher Bereiche wie Gesundheitswesen, Sozialhilfe und Jugendhilfe benötigen (vgl. Stadt Leipzig; Jugendamt, 2008, S. 5). Auch die Auswertung von Todesfällen nach Kindesmisshandlung der letzten Jahre offenbart Defizite auf dem Gebiet der Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen, vor allem bezüglich der Weiterleitung von Informationen, der Abstimmung von Hilfeleistungen oder der Regelung von Zuständigkeiten (vgl. Orosz, 2007, S. 7 f.). Zur Ermöglichung umfassender Hilfeleistung wird daher die Vernetzung aller Akteure im Bereich Kinderschutz vorangetrieben. Bereits im SGB VIII §81 ist die Zusammenarbeit der öffentlichen Jugendhilfe mit Einrichtungen aus den entsprechenden Handlungsfeldern festgeschrieben.
Auf der Konferenz von Bund und Ländern zum Thema „Kinderschutz“ wurden im Dezember 2007 Vorschläge für soziale Frühwarnsysteme und Vernetzungsstrukturen entwickelt, die mit gemeinsamer Unterstützung in den folgenden Jahren umgesetzt werden sollen. Ziel dabei sind verbindliche Kooperationsvereinbarungen im Bereich der frühen und präventiven Hilfen, die durch die einzelnen Landesregierungen angeregt, gestaltet und entwickelt werden sollen (vgl. Nationales Zentrum Frühe Hilfen, 2008b, S. 1 ff.). Darauf aufbauend entstanden in den letzten Jahren in allen Bundesländern Netzwerke, z. B. „Guter Start ins Kinderleben“ in Baden-Württemberg, „Wie Elternschaft gelingt“ in Brandenburg oder das hessische Modellprojekt „Frühe Interventionen für Familien“ (vgl. Nationales Zentrum Frühe Hilfen, 2008a, S. 14).
1 Einleitung: Darlegung der Relevanz von Kinderschutznetzwerken in Deutschland und Einführung in die spezifische Problemlage in Leipzig.
2 Leipziger Netzwerk für Kinderschutz: Beschreibung der strukturellen Organisation, der Akteure und der zentralen Zielsetzungen des lokalen Netzwerks.
3 Forschungsfragestellungen: Benennung der zentralen Untersuchungsfragen zur Analyse der Stärken, Schwächen und Qualität des Netzwerks.
4 Einführung in die Evaluationsforschung: Theoretische Herleitung von Evaluationsformen, Gütekriterien und Standards für soziale Projekte.
5 Netzwerkarbeit: Erläuterung der Grundlagen professioneller Netzwerkarbeit sowie Definition von Qualitätsmerkmalen für gelingende Kooperation.
6 Entwicklung des Evaluationsdesigns: Darstellung der methodischen Vorgehensweise, der Begründung des Forschungsdesigns und der Konstruktion der Erhebungsinstrumente.
7 Durchführung der empirischen Erhebung: Dokumentation des Ablaufs der Datenerhebung bei den 54 Netzwerkpartnern im Zeitraum Anfang 2009.
8 Ergebnisdarstellung: Präsentation der erhobenen quantitativen Daten und der qualitativen Aussagen der Netzwerkpartner.
9 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse: Zusammenführende Diskussion der Daten hinsichtlich der Konzept-, Struktur- und Ergebnisqualität.
10 Kritische Betrachtung der Erhebungsmethode: Reflexion über die methodischen Einschränkungen, die Rücklaufquote und die Aussagekraft der Studie.
11 Handlungsempfehlungen: Formulierung konkreter Vorschläge zur Prozessoptimierung und strategischen Weiterentwicklung des Netzwerks.
12 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Netzwerkarbeit und Ausblick auf zukünftige Evaluationsschritte.
Kinderschutz, Netzwerkarbeit, Evaluation, Jugendhilfe, Qualitätszirkel, Prävention, Kooperation, Frühe Hilfen, Sozialforschung, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Netzwerkpartner, Datenerhebung, Leipziger Netzwerk
Die Arbeit befasst sich mit der formativen Evaluation des Leipziger Netzwerks für Kinderschutz, um den Stand der Vernetzung und die Zielerreichung nach einem Jahr Netzwerkarbeit zu bestimmen.
Die zentralen Themen sind die Zusammenarbeit der verschiedenen sozialen Institutionen, der Austausch von Informationen sowie die Qualität der Unterstützung für Familien im Sinne der Prävention.
Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Netzwerkaktivitäten zum Zeitpunkt Januar 2009, um auf Basis der Rückmeldungen der Netzwerkpartner die Arbeit zu professionalisieren und zu optimieren.
Es wurde eine Kombination aus quantitativer Erhebung mittels eines standardisierten Fragebogens und einer inhaltlichen Auswertung qualitativer Antworten der Netzwerkpartner gewählt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung der Netzwerkarbeit und Evaluationsmethoden, das Forschungsdesign, die Durchführung der Erhebung sowie die detaillierte Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Die wichtigsten Begriffe sind Kinderschutz, Netzwerkarbeit, Evaluation, Sozialpädagogik und Qualitätsentwicklung.
Das Netzwerk wird durch eine Projektgruppe und verschiedene Qualitätszirkel gesteuert, in denen sich die Partner aktiv in monatlichen Treffen einbringen können.
Die Studie identifizierte vor allem Informationsdefizite, mangelnde Transparenz bei Entscheidungen und eine unklare Kommunikation zwischen den Netzwerkakteuren als zentrale Schwachpunkte.
Empfohlen werden unter anderem die Etablierung eines monatlichen Newsletters zur besseren Informationsweitergabe sowie eine stärkere Einbindung der Partner in die Zieldefinition und Prozessgestaltung.
Die Bewertung fällt gemischt aus: Während die Konferenzen als gute Möglichkeit zum Austausch geschätzt werden, kritisieren viele Partner eine mangelnde Praxisrelevanz und eine unzureichende Einbindung in die operativen Entscheidungswege.
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