Magisterarbeit, 2010
141 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Das Leitbild der beruflichen Erstausbildung im dualen System
2.1 Das duale System
2.2 Die Lehr-Lern-Prozesse im dualen System
2.3 Ziele des dualen Systems
2.4 Motivation des dualen Systems
3. Begriffliche Orientierung über Motivation
3.1 Motivation als Gegenstand der Psychologie
3.2 Definitionen von Motivation
3.3 Motivation und Lernmotivation
3.4 Lernmotivation
4. Motivationstheorie
4.1 Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan und das „Flow-Erleben“ nach Csikszentmihalyi
4.2 Interesse als neueres theoretisches Konstrukt
4.3 Arten der Lernmotivation und wichtige Bedingungen zum Erreichen selbstbestimmter Motivationsarten nach Prenzel
5. Empirische Befunde über Lernmotivation
5.1 Prenzel et al. 1996 und Prenzel 1998
5.1.1 Prenzel et al. 1996
5.1.2 Prenzel et al. 1998
5.2 Bendorf 2002
5.3 Nickolaus et al. 1999-2003
5.3.1 Pilotstudie
5.3.2 Nickolaus et al. 2000
5.3.3 Nickolaus et al. 2002/2003
5.4 Knöll et al. 2007
5.5 Winther 2006
5.6 Deißinger und Ruf 2006
5.7 Sembill et al.
5.8 Sembill/Scheja (2008)
5.9 Scheja 2009
5.10 Neef 2008
5.11 Neef 2009
6. Förderung der Lernmotivation in der beruflichen Ausbildung
6.1 Lernmotivation beeinflussende Elemente der Bedingungen systematischer Lehr-Lern-Prozesse
6.1.1 Merkmale des Betriebs
6.1.2 Das Ausbildungspersonal
6.1.3 Die Planmäßigkeit der Ausbildung
6.1.4 Lernorte
6.1.5 Lernformen
6.1.6 Berufsaussichten
6.1.7 Wunschberuf
6.1.8 Der soziale Kontext
6.2 Lernmotivation beeinflussende Prozesse systematischen Lehrens und Lernens
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Motivation in der dualen Berufsausbildung, wobei insbesondere deren Ausprägungen, Entwicklungsverläufe und der Einfluss auf den Lernerfolg im Fokus stehen. Es wird analysiert, wie motivationale Faktoren mit mathematischer Kompetenz korrelieren und inwiefern verschiedene Unterrichtsmodelle die Motivation von Auszubildenden beeinflussen können.
1.1 Problemstellung
Die duale Berufsbildung in Deutschland ist durch eine Verbindung von Theorie in Form der Berufsschule einerseits und Praxis im Betrieb andererseits gekennzeichnet und gilt damit für andere Länder als Vorbild. Die Ergebnisse der PISA-Studie führten in Deutschland jedoch dazu, dass das Thema der dualen Berufsbildung sowohl in pädagogischer Hinsicht als auch öffentlich immer wieder diskutiert wurde.
Laut PISA 2000 gibt es in Deutschland Risikogruppen (vgl. Prenzel/Baumert/Klieme 2008, S. 3). „Die Risikogruppen werden durch die Zugehörigkeit zu Kompetenzstufen eindeutig festgelegt. […] Zur Risikogruppe gehören Personen, die alle Lehrplananforderungen massiv unterschreiten und weit davon entfernt sind […]“ (ebd., S. 4). 17 % der PISA-Schülerinnen beispielsweise erreichen lediglich eine auf Stufe I anzusiedelnde Mathematikkompetenz: „Sie können arithmetisches und geometrisches Wissen, wie es in der Grundschule vermittelt wird …“ (PISA 2000, S. 168). Doch sie scheitern, sobald sie über „elementare Standardaufgaben hinausgehen. Damit sind sie z. B. nicht in der Lage, typische mathematische Aufgaben für Ausbildungsplatzbewerber zu lösen. Die Schülerinnen und Schüler auf Kompetenzstufe I müssen demnach im Hinblick auf ihre weiteren Bildungs- und Berufschancen als Risikogruppe angesehen werden“ (ebd., S. 170). Diese Definition wird über alle Berichte hinweg konsequent durchgehalten. Ab 2003 gibt es auch ein internationales Kompetenzstufenmodell, das einen internationalen Vergleich ermöglicht. Zur Risikogruppe gehörten in Deutschland bei PISA 2003 21,6 %, bei PISA 2006 19,9 % der 15-Jährigen (vgl. Prenzel/Baumer/Klieme 2008, S. 4). Nach Informationen des Tagesspiegels (Ausgabe vom 17. November 2008) ist dieser Prozentsatz in den Stadtstaaten und in mehreren im Westen der Bundesrepublik gelegenen Ländern weiter angewachsen (zitiert nach New Pisa Studie 2008, bildungsklick.de).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der dualen Berufsbildung ein, beleuchtet die Problematik der sogenannten Risikogruppen im Rahmen der PISA-Studien und definiert das Ziel und das Vorgehen der Arbeit.
2. Das Leitbild der beruflichen Erstausbildung im dualen System: Es wird das duale System der Berufsausbildung erklärt, dessen Ziele sowie die Struktur der Lehr-Lern-Prozesse und der Zusammenhang von Motivation und Kompetenz erörtert.
3. Begriffliche Orientierung über Motivation: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung und Definition der Begriffe Motivation und Lernmotivation sowie deren Bedeutung für psychologische Forschungsfelder.
4. Motivationstheorie: Hier werden zentrale Theorien der Motivationsforschung wie die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, das Flow-Erleben nach Csikszentmihalyi und das Konzept des Interesses detailliert dargestellt.
5. Empirische Befunde über Lernmotivation: In diesem Kapitel werden diverse empirische Studien zu verschiedenen Berufen und Ausbildungskontexten zusammengetragen, um den Entwicklungsverlauf und Einflussfaktoren der Lernmotivation aufzuzeigen.
6. Förderung der Lernmotivation in der beruflichen Ausbildung: Das letzte Kapitel widmet sich konkreten Elementen und Prozessen, die zur Förderung der Lernmotivation beitragen, unterteilt in betriebliche Merkmale sowie metakognitive Lernstrategien.
Motivation, Lernmotivation, duale Berufsausbildung, Selbstbestimmungstheorie, Kompetenzentwicklung, Lehr-Lern-Prozesse, PISA-Studie, betriebliche Ausbildung, Berufsschule, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Interessenkonzept, Handlungskompetenz, empirische Bildungsforschung, selbstreguliertes Lernen.
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Facetten der Motivation bei Auszubildenden in der dualen Berufsbildung und untersucht deren Entwicklung sowie deren Einfluss auf den Lernerfolg.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Motivationspsychologie, die Analyse der dualen Berufsausbildung als spezifisches Lehr-Lern-Arrangement sowie die empirische Überprüfung von Motivationsförderungsstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Motivation die berufliche Handlungskompetenz beeinflusst und durch welche betrieblichen und pädagogischen Maßnahmen diese positiv entwickelt werden kann.
Der Autor stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse und wertet eine Vielzahl an empirischen Studien und Forschungsbefunden aus, um ein fundiertes Gesamtbild der Motivationsforschung im beruflichen Kontext zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Motivationsmodellen, gefolgt von einer tiefgehenden empirischen Bestandsaufnahme zahlreicher Studien und einer abschließenden Diskussion von Förderkonzepten für die Lernmotivation.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmungstheorie, Handlungskompetenz, betriebliche Ausbildung und die Differenzierung verschiedener Motivationsformen wie etwa die identifizierte oder intrinsische Motivation.
Ja, die Arbeit zeigt anhand eigener Erhebungen auf, dass insbesondere identifizierte Motivation positiv mit guten Noten in Mathematik korreliert, während Amotivation mit schlechteren Leistungen einhergeht.
Das interessierte Lernen stellt eine Variante intrinsischer Motivation dar, bei der der Lerngegenstand für das Individuum von besonderer Bedeutung ist und eine tiefe Auseinandersetzung sowie einen Wunsch nach Wissenserweiterung auslöst.
Die Befriedigung der psychologischen Grundbedürfnisse (Kompetenz, Autonomie, soziale Eingebundenheit) wird als entscheidender Prädikator für die Entwicklung positiver, selbstbestimmter Motivationsarten angesehen.
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