Diplomarbeit, 2010
76 Seiten
1. Von Perón bis Videla
1.1 Die politische Situation des Landes in den 1950ern und 1960ern
1.1.1 Die letzte Regierungsperiode Juan Domingo Peróns
1.1.2 Isabel Perón oder der Versuch einer Regierung
1.2 Die Machtübernahme der Militärs im Rahmen des „Prozess zur Nationalen Reorganisation“
1.2.1 Der „antisubversive Kampf“
1.2.2 Das „Verschwindenlassen“ von Personen
1.2.3 Die Unterteilung der Opfer nach Beruf und Jahren
2. Das Schicksal von Journalisten und Schriftstellern während der Diktatur
2.1 Erlässe zur Beschneidung der Pressefreiheit und Einschüchterungen gegen regimekritische Journalisten
2.2 Die Schließung von Zeitungsredaktionen
2.3 Bücherverbrennungen
2.4 Die „Selbstzensur“ oder die Kollaboration der bürgerlichen Presse mit der Militärregierung
2.5 Das Schicksal von regimekritischen Journalisten
2.5.1 Entführungen und Folter als Antwort auf Widerstand
2.5.1.1 Jacobo Timerman
2.5.1.2 Die Tageszeitung La Opinión während der Diktatur
2.5.1.3 Die Entführung Timermans
2.5.2 Das Exil
2.5.2.1 Juan Gelman
2.5.2.2 Das Verschwinden seines Sohnes und seiner Schwiegertochter und das Auffinden seiner Enkeltochter
2.5.3 Fälle von verschwundenen oder ermordeten Journalisten
2.5.3.1 Rodolfo Jorge Walsh
2.5.3.2 Der gewaltsame Tod seiner Tochter María Victoria
2.5.3.3 Die Ermordung Walshs
3. Der Journalismus im demokratischen Argentinien
3.1 Das Erbe der Militärs und das Scheitern Präsident Alfonsíns
4. Anhang
4.1 Die letzte peronistische Regierungsperiode vor dem Proceso
4.2 Die vier Militärregierungen von 1976 – 1983 im Einzelnen
4.3 Auszüge aus Dekreten und Richtlinien zum „Kampf gegen die Subversion“ (in Spanisch)
4.4 Ausdrücke aus dem Jargon der Unterdrücker
4.5 Liste von verschwundenen Journalisten
4.6 Gedichte von Juan und Marcelo Gelman und der Offene Brief an die Militärjunta von Rodolfo Walsh
4.7 Erste Seiten aus den 1970ern und 1980ern
4.8 Die argentinische Presselandschaft Mitte bis Ende des vergangenen Jahrhunderts
4.9 Abkürzungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal von Journalisten und Schriftstellern während der argentinischen Militärdiktatur unter dem sogenannten „Prozess zur Nationalen Reorganisation“ (Proceso). Das primäre Ziel ist es, die Repressionen gegen Medienschaffende aufzuzeigen und die verschiedenen Strategien der staatlichen Überwachung, Unterdrückung sowie die Rolle der Selbstzensur und Kollaboration zu analysieren.
2.5.3.1 Rodolfo Jorge Walsh
Meine Berufung erwachte bereits sehr früh: schon mit acht Jahren wusste ich, dass ich Pilot werden wollte. Und wie das Leben manchmal so spielt, war es dann mein Bruder, der einer wurde. Ich glaube, dass ich seitdem ohne besondere Bestimmung geblieben bin. (aus: Rodolfo Walsh por Rodólf Fowólsh)
Rodolfo Jorge Walsh, Sohn irischer Einwanderer, verdiente seinen Lebensunterhalt bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als Autor von Polizeigeschichten und Übersetzer (vgl. „Variaciones en rojo“). Das ruhige Leben des passionierten Schachspielers sollte jedoch im Dezember 1956 ein jähes Ende finden, als er von geheim gehaltenen Erschießungen auf einer Müllhalde erfuhr, die vom damaligen Militärpräsidenten Aramburu angeordnet worden waren (vgl. José León Suárez). Walsh brachte in Erfahrung, dass es Überlebende gab und machte sich auf die Suche nach ihnen. Er fand sie, befragte sie und nahm ihre ungeheuerlichen Geschichten auf. Das Resultat dieser Untersuchungen war das Werk „Operación Masacre“, dessen erste Version Walsh im Jahre 1957 fertig stellte. Walsh, zu diesem Zeitpunkt noch naiv, dachte, dass die großen Medien ihm das Werk aus den Händen reißen würden. Doch keine Zeitung zeigte Interesse an der Geschichte, noch daran, sie zu veröffentlichen.
1. Von Perón bis Videla: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext, von der politischen Krise der 1950er Jahre bis hin zur Machtübernahme des Militärs im Jahr 1976.
2. Das Schicksal von Journalisten und Schriftstellern während der Diktatur: Es werden die systematische Unterdrückung, Zensur und Verfolgung von Pressevertretern sowie die Schicksale einzelner bedeutender Persönlichkeiten detailliert beleuchtet.
3. Der Journalismus im demokratischen Argentinien: Der abschließende Teil befasst sich mit der Aufarbeitung dieser Epoche und dem schwierigen Übergang zur Demokratie unter Präsident Alfonsín.
4. Anhang: Der Anhang enthält tabellarische Daten, rechtliche Dokumente, eine Liste der verschwundenen Journalisten sowie eine Übersicht der Presselandschaft jener Zeit.
Argentinien, Militärdiktatur, Pressefreiheit, Zensur, Journalismus, Verschwindenlassen, Menschenrechte, Rodolfo Walsh, Jacobo Timerman, Proceso, Staatsterror, Unterdrückung, La Opinión, Widerstand, Militärjunta.
Die Arbeit analysiert die systematische Unterdrückung von Journalisten und Schriftstellern in Argentinien während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983.
Zentrale Themen sind die staatliche Medienzensur, das Schicksal von regimekritischen Journalisten, die Rolle der Selbstzensur in den Medien und die Auswirkungen der Diktatur auf die argentinische Gesellschaft.
Ziel ist es, die Repressionsmechanismen gegen Medienschaffende darzulegen und die Bedeutung des mutigen Journalismus als Gegenstimme zum Staatsterror zu würdigen.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-dokumentarischen Analyse unter Einbeziehung von Primärquellen, Berichten und Zeugenaussagen zu den Menschenrechtsverletzungen.
Der Hauptteil befasst sich mit der Schließung von Zeitungen, Bücherverbrennungen und den individuellen Schicksalen prominenter Journalisten, die Opfer der Entführungs- und Folterpraxis wurden.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Diktatur, Pressefreiheit, Menschenrechtsverletzungen, Journalismus, Zensur und die Aufarbeitung des „schmutzigen Krieges“.
Timerman war ein einflussreicher Herausgeber, der mit seiner Zeitung „La Opinión“ einen kritischen Journalismus pflegte, später jedoch selbst zur Zielscheibe der Militärregierung wurde.
Rodolfo Walsh wurde als investigativer Journalist zum entschiedenen Gegner der Junta und wurde im März 1977 von Militärs entführt und ermordet, kurz nachdem er seinen berühmten „Offenen Brief“ an die Junta veröffentlicht hatte.
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