Diplomarbeit, 2010
102 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Reverse Mortgage in den USA
2.1 Geschichte
2.2 Grundsätzliche Merkmale
2.3 Abgrenzung zur üblichen Darlehensgewährung
2.4 Home Equity Conversion Mortgage
2.4.1 Beteiligte Parteien
2.4.2 Auszahlungsmöglichkeiten
2.4.3 Auszahlungshöhe
2.4.4 Pflichten des RM-Nehmers und Rückzahlung
2.5 Marktpotential und Absatz
3 Adaption der Reverse Mortgage auf den deutschen Markt
3.1 Innovation
3.1.1 Definition
3.1.2 Differenzierung nach Neuheitsgrad
3.1.3 Dimensionen
3.1.4 Bedeutung
3.1.5 Produktlebenszyklus
3.2 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
3.3 Das Marktpotential für Reverse Mortgages in Deutschland
3.4 Produkte
3.4.1 Heim und Rente, HVB Immobilienrente, Zustifterrente
3.4.2 DKB-Immorente
3.4.3 FörderImmorente
3.5 Zusammenfassung
4 Die Immobilie als Sicherheit einer Reverse Mortgage
4.1 Wertermittlung
4.2 Besicherung auf dem Beleihungsobjekt
5 Umgang mit Risiken einer Reverse Mortgage
5.1 Risiko allgemein
5.1.1 Definition von Risiken
5.1.2 Risikomanagement-Prozess
5.1.3 Risikosteuerung
5.2 Risiken einer Reverse Mortgage
5.2.1 Liquiditätsrisiko
5.2.2 Operationelles Risiko
5.2.3 Laufzeitrisiko
5.2.4 Marktpreisrisiken
5.2.4.1 Zinsänderungsrisiko
5.2.4.2 Risiko volatiler Vermögenswerte
5.2.4.2.1 Adressenausfallrisiko
5.2.4.2.2 Moral Hazard
5.2.4.2.3 Binnenwanderung
5.2.4.2.4 Phasen der Wohnungsnachfrage
5.2.5 Innovationsrisiko
5.3 Risikomaßnahmen für Risiken einer Reverse Mortgage
5.3.1 Reduzierung des Liquiditätsrisikos
5.3.2 Vermeidung operationeller Risiken
5.3.2.1 Beteiligte Abteilungen
5.3.2.2 Durchführung
5.3.3 Risikomaßnahmen für Marktpreisrisiken
5.3.3.1 Überwälzung des Zinsänderungsrisikos
5.3.3.2 Reduzierung der Risiken volatiler Vermögenswerte
5.3.3.2.1 Vertragliche Vereinbarungen
5.3.3.2.2 Ausgabe nicht deutschlandweit
5.3.3.2.3 Produktelimination und Limitierung
5.3.4 Reduzierung von Risiken
5.3.4.1 Nutzung des Portfolio-Effekts
5.3.4.2 Nutzung von Risikointerdependenzen
6 Kalkulation einer HECM
6.1 Anfänglich verfügbarer Kreditbetrag
6.1.1 Berücksichtigung des Zinssatzes
6.1.2 Maximum Claim Amount
6.1.3 Ermittlung des Principal Limit Factors
6.1.3.1 Barwert der Summe der erwarteten Verluste
6.1.3.2 Barwert der Versicherungsprämien
6.1.3.3 Zusammenführung zum Principal Limit Factor
6.2 Tatsächlich verfügbarer Kreditbetrag
6.3 Berechnung der monatlichen Rente
7 Akzeptanz des Produktes und Alternativen
7.1 Vorteile für RM-Nehmer
7.2 Bisheriger Absatz
7.3 Nachfrageseitige Akzeptanzprobleme
7.4 Kulturelle Unterschiede Deutschland und USA
7.5 Alternativen für ältere Immobilieneigentümer
7.6 Produktverbesserung und Marktpotentialerweiterung
8 Fazit
9 Anhang
10 Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu analysieren, ob es sich bei der Reverse Mortgage (RM) um ein innovatives Produkt für den deutschen Markt handelt. Dabei wird untersucht, inwiefern die spezifischen Eigenschaften der RM, die Herausforderungen bei der Risikokalkulation und die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA eine Produkteinführung beeinflussen bzw. welche Marktpotentiale bestehen.
2.4.1 Beteiligte Parteien
Alle HECMs sind durch die Federal Housing Administration (FHA) versichert. Die FHA stellt einen Teil des HUD dar. Sobald 98% des maximalen Kreditbetrages ausgezahlt sind, wird die Forderung durch den RM-Geber, Fannie Mae, Freddie Mac oder Ginnie Mae an die FHA abgegeben. Daher ist eine den anfänglich festgesetzten Immobilienwert übersteigende RM gesichert und ein Fehlbetrag ist nicht mehr von den Erben zu zahlen. Diese Risiken werden durch den General Insurance Fund abgefangen. Nach Abgabe werden sämtliche Zahlungen an den RM-Nehmer von der FHA getragen und entbinden den RM-Geber von allen Verpflichtungen. Trotz der Abgabe bei Erreichen von 98% des maximalen Kreditbetrages kann die HECM für die FHA werthaltig sein. Dies resultiert aus der Beständigkeit des ursprünglich maximalen Kreditbetrags, der während der gesamten Laufzeit nicht angepasst wird.
Das folgende Schaubild stellt das grundsätzliche Zusammenwirken der verschiedenen Einheiten dar: Abb. 2: Zusammenwirken der Einheiten bei Vergabe einer HECM
Um die Vergabe einer HECM nicht zu gefährden, autorisiert die HUD sowohl die Berater als auch die RM-Geber. Vor Zulassung des RM-Beraters erfolgt die Ausbildung über die American Association of Retired Persons (AARP).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Immobilie als Altersvorsorge in Deutschland und führt die Reverse Mortgage als potenzielles innovatives Finanzprodukt ein, um die Rentenlücke zu schließen.
2 Reverse Mortgage in den USA: Dieses Kapitel stellt das US-amerikanische HECM-Modell als Referenz dar, erläutert dessen Geschichte, Merkmale und die staatliche Absicherung.
3 Adaption der Reverse Mortgage auf den deutschen Markt: Es werden Innovationsdefinitionen angewandt, das deutsche Marktpotential quantifiziert und bestehende deutsche Produkte wie die DKB-Immorente kritisch betrachtet.
4 Die Immobilie als Sicherheit einer Reverse Mortgage: Fokus auf die regulatorische Wertermittlung gemäß Beleihungswertermittlungsverordnung und die rechtliche Ausgestaltung der Besicherung durch Grundschulden.
5 Umgang mit Risiken einer Reverse Mortgage: Detaillierte Analyse der finanziellen und operativen Risiken (u.a. Langlebigkeitsrisiko, Marktpreisrisiken) sowie Strategien zu deren Steuerung durch Risikomanagementprozesse.
6 Kalkulation einer HECM: Mathematische Herleitung der Auszahlungsquoten unter Berücksichtigung von Zinssätzen, Immobilienwerten und Versicherungsprämien zur Deckung von Verlust- und Gewinnerwartungen.
7 Akzeptanz des Produktes und Alternativen: Untersuchung der kulturellen Barrieren, die den Absatz in Deutschland hemmen, sowie Vorschläge zur Produktoptimierung und Erweiterung des Marktes.
8 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der RM als Nischenprodukt mit langfristigem Entwicklungspotenzial bei gleichzeitiger Identifikation der Hauptbarrieren wie Kosten und mangelnde Kundenkenntnis.
Reverse Mortgage, Umkehrhypothek, Immobilienverzehrprodukt, HECM, Altersvorsorge, Markteinführung, Risikomanagement, Immobilienbewertung, demografischer Wandel, Immobilienrente, Finanzdienstleistung, Produktinnovation, Kreditkalkulation, Immobilienwert, deutsche Marktmentalität
Die Arbeit untersucht das Konzept der Reverse Mortgage (Umkehrhypothek) und prüft, ob dieses US-amerikanische Produkt als Innovation auf dem deutschen Finanzmarkt erfolgreich etabliert werden kann.
Im Mittelpunkt stehen die Funktionsweise der Reverse Mortgage, die mathematische Kalkulation von Kreditbeträgen, die Identifikation spezifischer Risiken für Banken sowie kulturelle und nachfrageseitige Faktoren.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Reverse Mortgage ein innovatives und marktfähiges Produkt für den deutschen Markt darstellt und warum die Marktdurchdringung bisher nur zögerlich verläuft.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, dem Vergleich internationaler Standards (USA) mit deutschen Rahmenbedingungen sowie der methodischen Herleitung von Kalkulationsmodellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Modellbetrachtung der USA, die Analyse deutscher Produktadaptionen, die Bewertung von Immobiliensicherheiten sowie eine umfangreiche Risiko- und Kalkulationsanalyse.
Zentrale Begriffe sind Reverse Mortgage, Umkehrhypothek, Risikomanagement, Altersvorsorge, Marktpotential und Innovation im Finanzsektor.
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Eintrittsalter (in Deutschland 65 Jahre) sowie in der Verwendung von Stundungsgebühren statt Zinseszinsen, um gesetzliche Anforderungen (§ 248 BGB) zu berücksichtigen.
Das Langlebigkeitsrisiko ist ein kritischer Faktor, da eine höhere Lebenserwartung das Risiko einer Überschuldung der Immobilie erhöht und die Dauer der Auszahlungen verlängert.
Die Portfoliobildung hilft Banken, die spezifischen Risiken der Reverse Mortgage durch Mischung mit anderen Produkten und Kundenportfolios zu reduzieren und gegenseitige Risikointerdependenzen zu nutzen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht die Stabilität des Bankensystems und gibt über die MaRisk Leitplanken für den Prozess zur Einführung neuer Produkte vor.
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