Forschungsarbeit, 2010
165 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
1. Einleitung
1.1 Quellen für niederfrequente magnetische Wechselfelder
1.2 Wellenlängen
1.3 Magnetische Feldstärken
1.3.1 Feld um einen langen elektrischen Leiter
1.3.2 Feld des magnetischen Dipols
1.3.3 Feldstärken
1.4 Beispiel für ELF-Signale
2. ELF-Signalerfassungs-Technologie
2.1 Hardware zur ELF-Signalaufnahme
2.1.1 Einsatz von Hallsensoren
2.1.2 SQUIDs (Josephson-Effekt)
2.1.3 Luftspulen als Sensoren
2.1.3.1 Induktivität der eingesetzten eisenlosen Niederfrequenzspulen
2.1.3.1.1 Strom-Spannungs-Messverfahren
2.1.3.1.2 Resonanz-Messverfahren
2.1.3.1.3 "Stromabfall"-Methode
2.1.3.1.4 Zusammenfassung der Induktivitätsmessung
2.1.3.1.5 Abgleich durch Induktivitätsberechnung
2.1.3.1.6 Konsequenzen der Induktivität
2.1.3.2 Linearisierung
2.1.3.2.1 Linearisierung durch Parallelwiderstand
2.1.3.2.2 Linearisierung mit Integrator
2.1.4 Analoger Tiefpassfilter 6. Ordnung
2.1.4.1 Tiefpasstypen
2.1.4.2 Entwicklung von Butterworth-Tiefpassfiltern
2.1.4.3 Butterworth-Tiefpass 6. Ordnung, praktisch aufgebaut
2.1.4.4 Messwerte
2.1.5 Aufnahme von Messwerten über die Soundkarte
2.1.5.1 Amplitudenmodulation
2.1.5.2 Erzeugen des Trägers
2.1.5.3 AM-Modulation mit OTA
2.1.5.4 Spannungsgesteuerte Stromquelle
2.1.5.5 Gesamtschaltung
2.2 Digitale Signalverarbeitung
2.2.1 Digitale Demodulation von AM-Signalen
2.2.1.1 Scheitelwertverfolgung
2.2.1.1.1 Dreipunktverfahren
2.2.1.1.2 Sukzessive Maximalwertsuche
2.2.1.1.3 Auswertung der Steigung
2.2.1.1.4 Fehlerabschätzung
2.2.1.1.5 Ergebnisse bei einer real durchgeführten Demodulation
2.2.1.1.6 Zusammenfasssung
2.2.2 Empfangssoftware und Frequenzshifting
2.2.2.1 Programmcode des ELF-Empfangs- und Demodulationsprogramm
2.2.2.1.1 Code in Visual Basic 6.0
2.2.2.1.2 Code in Visual Basic 2005 (.NET-Technologie)
2.3 Auswertesoftware
2.4 Hard- und Software-Setup
3. Praktische Messungen
3.1 Empfangsort und Aufstellung
3.2 Recording
3.3 Kausalität
3.4 Peilung
3.4.1 Praktisch durchgeführte Peilungen
4. Analyse erfaßter ELF-Signale
4.1 ELF-Immission in Wohngebieten
4.1.1 Örtlich begrenzte Signale
4.1.1.1 Pfeifer
4.1.1.2 Kuh
4.1.1.3 Nebelhorn
4.1.1.4 Kauz
4.1.1.5 Lokomotive
4.1.1.6 Voice
4.1.1.7 Nadeldrucker
4.1.1.8 Panflöte
4.1.1.9 Keyshift
4.1.1.10 Fernschreiber
4.1.2 Signale mit großer örtlicher Ausdehnung
4.1.2.1 Goose-Signal
4.1.2.1.1 Goose-Zeitsignale
4.1.2.2 Heartbeat-Signal
4.1.2.2.1 Messung der Signalparameter
4.2.2.2.2 Regionales Auftreten
4.1.3 Messungen im Dorf Horm (Stadtteil von Hürtgenwald)
4.2 ELF-Immission außerhalb von Wohngebieten
4.3 Braunkohleabbaugebiete als ELF-Emittenten
4.4 Haushaltsgeräte als ELF-Emittenten
4.4.1 ELF-Signal einer Spülmaschine
4.4.2 ELF-Signal einer Waschmaschine
4.4.3 ELF-Signal einer Quarzuhr
4.4.4 Typische Feldstärken vor Haushaltsgeräten bei Netzfrequenz
4.4.5 Konsequenz aus den Messungen vor Haushaltsgeräten
4.5 Sonstige Signale
4.5.1 Unregelmässige Frequenzverläufe
4.5.2 Spontan einsetzende Spektrallinien
5. Artifizielle ELF-Signale
5.1 Abschätzung der magnetischen Flussdichte
5.2 Abschätzung der Quelleneigenschaften
5.2.1 Messaufbau
5.2.2 Messung mit Leiterschleife
5.2.3 Messung mit Erdspieß
5.3 Vergleich mit "natürlich" vorkommenden Signalen
6. Überlegungen und Hypothesen zur Signalherkunft
6.1 Antropogene Quellen
6.1.1 Haushaltsgeräte
6.1.2 Industrielle Anlagen / Bahnen
6.1.3 Hochfrequente Wellen
6.2 Natürliche Quellen
7. ELF-Signale und Elektrosmog
8. Schlusswort
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist der Nachweis der Existenz von ELF-Signalen (Extremely Low Frequency) im Frequenzbereich zwischen 0 Hz und 50 Hz, deren Analyse und Katalogisierung sowie die Untersuchung ihres Ursprungs mittels einer selbstentwickelten, kostengünstigen Hardware auf Basis eines Standard-PCs.
1.3.1 Feld um einen langen elektrischen Leiter
Wird ein langer elektrischer Leiter von einem Strom der Größe I durchflossen, so bildet sich konzentrisch um den Leiter ein magnetisches Feld aus (Bild 1.2). Handelt es sich bei dem Strom I um einen Wechselstrom, dann erzeugt dieser auch ein magnetisches Wechselfeld. Die Stärke des magnetischen Feldes B fällt linear mit zunehmender Entfernung vom Leiter. Ausgehend vom Gesetz nach Biot-Savart gilt (die Herleitung kann z.B. [1] entnommen werden):
B = μ0 / 4π ∫ (I * dl x er) / r²
mit μ0 als magnetische Feldkonstante (μ0 = 4π * 10^-7 Vs/Am)
B(r) = (μ0 * I) / (2π * r)
B(r) = (I * 2 * 10^-7 Vs/Am) / r
mit B: magnetische Feldstärke in Tesla (1 T = 1 Vs/m²), I: Stromstärke in A, r: Abstand vom Leiter in m. Aus der magnetischen Feldstärke B läßt sich die magnetische Erregung H berechnen. Es besteht der Zusammenhang H = B / μ0.
1. Einleitung: Einführung in den Frequenzbereich unterhalb von 50 Hz und Definition des Ziels, die Existenz und Herkunft von ELF-Signalen nachzuweisen.
2. ELF-Signalerfassungs-Technologie: Beschreibung der Hardwareentwicklung, einschließlich Sensorik, Filterung und der Nutzung der PC-Soundkarte zur Signalerfassung und digitalen Demodulation.
3. Praktische Messungen: Erläuterung des Messaufbaus, der Anforderungen an den Empfangsort und der Methoden zur Lokalisierung der Signalquellen durch Peilung.
4. Analyse erfaßter ELF-Signale: Detaillierte Vorstellung verschiedener Signaltypen wie "Pfeifer", "Kuh", "Goose-Signal" und "Heartbeat-Signal", die in unterschiedlichen Umgebungen identifiziert wurden.
5. Artifizielle ELF-Signale: Zusammenfassung der Versuche, ELF-Signale gezielt zu erzeugen, um die Feldstärken zu evaluieren und die Signalcharakteristik mit "natürlichen" Quellen zu vergleichen.
6. Überlegungen und Hypothesen zur Signalherkunft: Diskussion möglicher Ursprünge der Signale, wobei anthropogene Quellen als wahrscheinlichste Verursacher angesehen werden.
7. ELF-Signale und Elektrosmog: Einordnung der ELF-Signale in die Diskussion um gesundheitliche Aspekte von magnetischen Wechselfeldern.
8. Schlusswort: Fazit über die Evidenz der Signale und den weiterhin offenen Klärungsbedarf bezüglich ihrer genauen Herkunft.
ELF-Signale, Magnetische Wechselfelder, Extremely Low Frequency, Signalanalyse, Amplitudenmodulation, Luftspulen, Signalpeilung, Anthropogene Quellen, Elektrosmog, Signalverarbeitung, Frequenzspektrum, Induktionsgesetz, Nahfeld, Messdatenerfassung, Feldstärke.
Die Arbeit befasst sich mit der Erfassung und Auswertung von schwachen, niederfrequenten, magnetischen Wechselfeldern in der Umwelt, die bisher kaum Beachtung fanden.
Schwerpunkte sind die Entwicklung einer geeigneten Messtechnik, die Analyse von Signalmustern und die Ursachenforschung hinsichtlich künstlicher oder natürlicher Quellen.
Das Hauptziel ist der Nachweis der Existenz von ELF-Signalen im Bereich unter 50 Hz sowie deren Dokumentation und die Suche nach ihren Ursprüngen.
Es wird eine interdisziplinäre Methode angewandt, die Verfahren aus der Physik, Geologie und Nachrichtentechnik kombiniert, um mittels selbst entwickelter Hardware Messdaten zu akquirieren und zu analysieren.
Der Hauptteil beschreibt detailliert die Hardware-Entwicklung (Sensorik, Filter, Soundkarten-Interface), die Software zur Demodulation und die Ergebnisse zahlreicher Feldmessungen.
Kernbegriffe sind ELF-Signale, magnetische Wechselfelder, Amplitudenmodulation, Signalanalyse, Sensorik und künstliche elektromagnetische Quellen.
Das "Goose-Signal" ist an seiner markanten, gegackerartigen Struktur erkennbar und zeigt eine sehr hohe Reichweite sowie unregelmäßige, aber im 24-Stunden-Rhythmus wiederkehrende Verteilungsmuster.
Die 50-Hz-Netzfrequenz stellt eine starke Störquelle dar, die durch steilflankige Tiefpassfilter unterdrückt werden muss, um die schwachen ELF-Signale unterhalb dieses Bereichs überhaupt erfassbar zu machen.
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