Wissenschaftliche Studie, 2010
19 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Alliierte Planungen vor Kriegsende
2.1 Re-Education Konzept der Briten und Amerikaner
2.2 Französische Nachkriegsplanung
2.3 Sowjetische Nachkriegsplanung
3. Presseentwicklung in Deutschland unter alliierter Kontrolle
3.1 Die Anfänge der Besatzungspresse
3.2 Die Lizenzphase
3.2.1 Lizenzphase im amerikanischen Sektor
3.2.2 Lizenzphase im britischen Sektor
3.2.3 Lizenzphase im französischen Sektor
3.2.4 Lizenzphase im sowjetischen Sektor
4. Übergabe der Presse in deutsche Hände
5. Fazit
Die Arbeit untersucht die historische Neustrukturierung des deutschen Pressewesens durch die alliierten Besatzungsmächte nach 1945. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, nach welchen Prinzipien die Besatzer vorgingen, welche Ziele sie – insbesondere im Kontext der Re-Education – verfolgten und wie die Transformation vom totalen Pressestopp bis hin zur allmählichen Rückgabe in deutsche Hände verlief.
3.2.1 Lizenzphase im amerikanischen Sektor
Mit der Direktive Nr. 3 vom 28. Juni 1945 kam es zu einer Wende in der amerikanischen Pressepolitik. Mit Hilfe dieser Direktive sollten die Lizenzanträge beschleunigt und somit deutsche Zeitungen schneller in die Tat umgesetzt werden. Aufgrund der immer noch großen Papierknappheit konnten die Amerikaner nur eine Zeitung pro Einzugsgebiet zulassen, was eine überregionale Presse, sowie einen offenen Wettbewerb unmöglich machte. Außerdem war es ein Anliegen die Lizenzen nicht an einzelne Träger, sondern an Gruppen unterschiedlichster, nazifeindlicher Mitglieder zu vergeben (vgl. Hurwitz, 1972:119). Damit sollte die Meinungsvielfalt innerhalb jedes Mediums gesichert werden.
Großen Wert legte die US-Militärregierung auf die Auswahl der neuen Herausgeber. „Um in Bayern für 21 Zeitungen 35 Lizenzträger zu finden, wurden 2000 Bewerber geprüft. Jeder hatte zwei Aufsätze zu schreiben über „Meine Gefühle in der Nazizeit“ und „Die Kollektivschuld des deutschen Volkes“, einen Intelligenz- und einen Persönlichkeitstest [...], ein psychiatrisches Tiefeninterview und ein allgemeines Interview über sich ergehen [...] lassen [müssen].“ (Overesch, 1979:107).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Krise des heutigen Zeitungsmarktes ein und setzt sie in Bezug zum historischen Neuanfang des Pressewesens in Deutschland nach 1945.
2. Alliierte Planungen vor Kriegsende: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Vorüberlegungen der Alliierten, insbesondere das Re-Education-Konzept zur Demokratisierung Deutschlands.
3. Presseentwicklung in Deutschland unter alliierter Kontrolle: Der Hauptteil beschreibt die verschiedenen Phasen der Besatzungspresse, vom totalen Erscheinenverbot bis zur differenzierten Lizenzvergabe in den vier Sektoren.
4. Übergabe der Presse in deutsche Hände: Hier wird der Prozess der Aufhebung des Lizenzzwangs und die Rückkehr der Altverleger sowie die Etablierung der Pressefreiheit thematisiert.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die langfristigen Auswirkungen der alliierten Vorgaben auf die heutige deutsche Presselandschaft und ordnet die aktuelle Situation des Journalismus historisch ein.
Besatzungszeit, Lizenzpresse, Re-Education, Pressepolitik, Alliierte Kontrolle, SHAEF, Demokratisierung, Denazifizierung, Medienlandschaft, Nachkriegsgeschichte, Zonenzeitungen, Pressefreiheit, Besatzungszonen, Zeitungskrise, Publizistische Einheiten
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Neuordnung des deutschen Pressewesens durch die Besatzungsmächte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gründung der Bundesrepublik.
Die zentralen Themen sind die alliierte Pressepolitik, der Aufbau eines neuen Mediensystems, die Lizenzierung von Zeitungen sowie die Ziele der Umerziehung und Demokratisierung.
Das Ziel ist die Analyse der Prinzipien und Maßnahmen, nach denen die Besatzungsmächte vorgingen, um die alte Propagandapresse abzulösen und ein demokratisches System zu installieren.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und der Auswertung zeitgeschichtlicher Quellen sowie Dokumente zur Besatzungspolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der alliierten Planungen, die verschiedenen Phasen der Besatzungspresse und eine detaillierte Gegenüberstellung der Lizenzpraxis in den vier Besatzungszonen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Re-Education, Lizenzpresse, Alliierte Kontrolle, Stunde Null und der Transformationsprozess vom besetzten Mediensystem hin zu einer freien Presse.
Im Gegensatz zu den westlichen Zonen führte die Sowjetunion eine komplette Enteignung des verlegerischen Eigentums durch und steuerte die Presse gezielt über Parteien und Massenorganisationen zur kommunistischen Umerziehung.
Das Gesetz Nr. 191 legte den Grundstein für den totalen Stopp der deutschen Presse und markierte den Ausgangspunkt für die spätere, kontrollierte Neuerrichtung des Mediensystems.
Die strengen Prüfungen, insbesondere im amerikanischen Sektor, dienten dazu, Personen mit nationalsozialistischer Vergangenheit von der Zeitungsarbeit auszuschließen und nur politisch unbelastete, demokratisch gesinnte Personen als Lizenzträger zuzulassen.
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