Masterarbeit, 2010
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Stationen der problembeladenen Nachbarschaft bis zur Schlacht bei Tannenberg (1410)
2.1 Die Reaktion des Deutschen Ordens auf die polnisch-litauische Union
2.2 Die frühen diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Orden und Polen-Litauen
2.3 Die Beziehungen des Deutschen Ordens zu Litauen
2.4 Die Ausweitung zum Propagandakrieg
2.5 Die Schlacht bei Tannenberg 1410
3 Die Entwicklung der Propaganda nach der Schlacht bei Tannenberg
3.1 Die frühe Propaganda des Deutschen Ordens
3.2 Die Propaganda Polens
3.3 Die Verschärfung der Ordenspropaganda
3.4 Die Verhandlungen unter Benedict von Macra
4 Die theologische Auseinandersetzung auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418)
4.1 Die Fortsetzung des Schiedsverfahrens in Konstanz
4.2 Die Anklagen vor der Generalkongregation
4.3 Die Anklage durch Paulus Wladimiri
4.4 Die Verteidigung durch Johannes Falkenberg
4.5 Die Endphase des Konzils
5 Die Entwicklungen bis zum Frieden von Melnosee (1422)
6 Schluss
7 Chronologie
Diese Arbeit untersucht den fast 40-jährigen Propagandakrieg zwischen dem Deutschen Orden und der polnisch-litauischen Union zwischen 1386 und 1422. Ziel ist es, die Komplexität der wechselseitigen propagandistischen Aktivitäten zu analysieren, die Entwicklung der Argumentationsstrategien nachzuzeichnen und zu untersuchen, wie diese die diplomatischen Beziehungen und die Legitimation der Ordensherrschaft im Baltikum beeinflussten.
Die Ausweitung zum Propagandakrieg
Im Jahre 1395 sah sich der Römische König Wenzel mit kriegerischen Auseinandersetzungen in seinem Königreich Böhmen konfrontiert, sodass er am 25. Juni ein Bündnisvertrag mit dem polnischen König ratifizierte. Der Vertrag hatte zur Folge, dass der Römische König auf Polen zugehen musste und dem Deutschen Orden den Heidenkampf ausdrücklich untersagte. Dieser regierte auf das Verbot mit einem Brief an den böhmischen König Wenzel, in dem er darauf hinwies, dass der Heidenkampf ohne den Deutschen Orden nicht zu entscheiden sei.
In dieser Phase nahm die Schärfe der jeweiligen Vorwürfe deutlich zu und der Orden sah sich zunehmend in der Defensive. Nachdem der Römische König diesem den Heidenkampf untersagt hatte, begann nun auch der gute Ruf des Deutschen Ordens im Reich unter den polnischen Schilderungen zu leiden. Denn der polnische König ließ an allen Fürstenhöfen Europas die Nachricht verbreiten, „daß die Litauer im Durchschnitt schon recht brauchbare Christen seien und daß Witold streng auf christlichen Gottesdienst halte. Wenn der Orden über sie herfalle, dann bekämpfe er in ihnen nicht mehr die Heiden, sondern richtige Christen.“
1 Einleitung: Beschreibt die Anfänge des Deutschen Ordens im Baltikum, das Verhältnis zu Konrad von Masowien und die rechtliche Ausgangslage durch päpstliche Bullen.
2 Die Stationen der problembeladenen Nachbarschaft bis zur Schlacht bei Tannenberg (1410): Analysiert die Folgen der polnisch-litauischen Union von 1386 für den Orden und die Eskalation zum Propagandakrieg sowie den Weg zum militärischen Zusammenstoß 1410.
3 Die Entwicklung der Propaganda nach der Schlacht bei Tannenberg: Untersucht, wie beide Seiten nach der Schlacht ihre Propaganda intensivierten und mit theologischen Argumenten (bellum iustum) zu rechtfertigen suchten.
4 Die theologische Auseinandersetzung auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418): Beleuchtet den Übergang vom diplomatischen Streit zum förmlichen Prozess auf dem Konzil, bei dem Paulus Wladimiri und Johannes Falkenberg die theologischen Grundlagen der Ordensexistenz debattierten.
5 Die Entwicklungen bis zum Frieden von Melnosee (1422): Führt die Darstellung der diplomatischen Bemühungen bis zum Kompromissfrieden von 1422 fort, der eine vorübergehende Konsolidierungsphase für den Orden einleitete.
6 Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung des fast vierzigjährigen Propagandakrieges für die Existenzberechtigung des Ordensstaates.
7 Chronologie: Bietet eine chronologische Übersicht der Ereignisse von 1385 bis 1422.
Deutscher Orden, Polen-Litauen, Propaganda, Schlacht bei Tannenberg, Konzil von Konstanz, Bellum iustum, Heidenmission, Paulus Wladimiri, Johannes Falkenberg, Diplomatie, Frieden von Melnosee, Ordensstaat, Mittelalter, Rechtfertigung, Religionspolitik.
Die Arbeit analysiert die fast 40 Jahre andauernde politische und propagandistische Polemik zwischen dem Deutschen Orden und dem polnisch-litauischen Staat zwischen 1386 und 1422.
Im Zentrum stehen die diplomatischen Beziehungen, der Propagandakrieg, militärische Konflikte wie die Schlacht bei Tannenberg sowie die theologisch-juristische Auseinandersetzung auf dem Konzil von Konstanz.
Das Ziel ist es, die komplexen propagandistischen Aktivitäten beider Seiten zu untersuchen und zu zeigen, wie sich die Argumentationsstrategien entwickelten, um die Existenzberechtigung des Ordensstaates zu verteidigen bzw. anzugreifen.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf Quellenauswertungen von Kanzleischreiben, Chroniken, Traktaten und diplomatischen Verträgen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den frühen diplomatischen Verstimmungen über den Ausbruch des Propagandakrieges, die Schlacht bei Tannenberg, die anschließenden rechtlichen Prozesse auf dem Konzil von Konstanz bis hin zum Frieden von Melnosee.
Deutscher Orden, Polen-Litauen, Propaganda, Tannenberg, Konzil von Konstanz, Bellum iustum, Ordensstaat.
Der Orden lehnte die Taufe als bloße Täuschung ab, um seinen Missionsauftrag und somit die Daseinsberechtigung für seinen Ordensstaat im Baltikum aufrechtzuerhalten.
Falkenberg verfasste als Auftragsschreiber des Ordens bedeutende Traktate gegen die polnische Seite, in denen er den Krieg gegen die Polen als "bellum iustum" (gerechten Krieg) legitimierte und die polnische Strategie scharf angriff.
Die polnischen Vertreter hinterfragten die Rechtmäßigkeit der Missionsprivilegien des Ordens und argumentierten auf Basis des Naturrechts (lex naturalis), dass auch Heiden Souveränitätsrechte besitzen.
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