Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Das „Kult-Phänomen“ Tarantino
3. Filmischer Selbstbezug in Form von Selbstzitaten
3.1. Wiederkehrende Motive
3.1.1. „The Trunk Shot“: Der Blick aus dem Kofferraum
3.1.2. Red-Apple Zigaretten und Samurai Schwerter: Filmrequisiten
3.1.3. „Wiggle your big toe“: Barfüßige Frauen
3.1.4. The Mexican Standoff oder: Wer wird überleben?
3.2. Wiederkehrende Charaktere/ Darsteller
3.2.1. Haben wir uns nicht schon mal gesehen?: Ranger Earl McGraw
3.2.2. Vega und die „Verwandtschaft“: personale Verknüpfungen
3.2.3. Waren sie nicht eben jemand Anderes?: Mehrfachbesetzungen
3.2.4. Der „Autor“ im Film
3.3. Narrative Strukturen
3.3.1. Die „pre-credit sequence“: Der Prolog
3.3.2. Nonlinearität und kapitelweise Erzählstruktur oder: „Answers first Questions late“
3.3.3. Das ist doch schon passiert: narrative Überlappungen
3.3.4. Gewalt als Handlungsmotiv
4. Fremdzitate Bei „Kill Bill Volume 1 und 2“ oder: „Man packe alles in die Entenpresse“
4.1. Genres: Kung Fu meets Western
4.2. Personen und Charaktere: Hattori Hanzo und Pai Mei
4.3. Szenen und Dialoge oder: Sogar in einer Cornflakes-Schachtel kann Gewalt stecken
4.4. Musik
4.5. Requisiten und Gegenstände
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den filmischen Selbstbezug im Werk von Quentin Tarantino und analysiert die Strategien der Selbstreflexion, die der Filmemacher in seinen Werken einsetzt, insbesondere in Hinblick auf Selbstzitate und Fremdzitate.
3.1.1. „The Trunk Shot“: Der Blick aus dem Kofferraum
Zu einer der wohl prägnantesten und immer wiederkehrenden Einstellung in den Filmen Tarantinos hat sich der „Trunk Shot“ – der Blick aus dem inneren eines Kofferraums – und das immer wiederkehrende Motiv des Kofferraums entwickelt, in dem meist eine Person gefangen gehalten wird. Schon in seinem ersten Film „Reservoir Dogs“ setzt der Regisseur dieses Stilmittel ein und führt es in seinen anschließenden Filmen wie „Pulp Fiction“, „Jackie Brown“ und „Kill Bill Volume 1“ weiter. So wird in „Reservoir Dogs“ der als Geisel genommene Polizist Marvin im Kofferraum des Fluchtautos eingesperrt und von den Gangstern Mr. White, Mr. Blonde und Mr. Pink herausgeholt. Beim Öffnen werden die drei Charaktere aus der Perspektive der Geisel gefilmt, also aus der Untersicht aus dem Kofferraum heraus.
Durch diese Einstellung wird die Übermacht der drei Gangster gegenüber ihrem hilflosen Opfers visualisiert. In „Pulp Fiction“, „Jackie Brown“ und „Kill Bill Volume 1“ wird dieses Motiv wieder aufgegriffen und auf ähnliche Art und Weise präsentiert. In „Pulp Fiction“ holen die beiden Ganoven Jules Winnfield und Vincent Vega ihre Waffen aus dem Kofferraum, in „Jackie Brown“ tut dies der Waffenschieber Ordell Robbie, wobei sie aus der gleichen übermächtigen Perspektive gefilmt werden wie in „Reservoir Dogs“.
1. Einleitung: Einführung in das Thema des filmischen Selbstbezugs in Quentin Tarantinos Filmen und Überblick über die methodische Vorgehensweise.
2. Das „Kult-Phänomen“ Tarantino: Analyse der Rezeption von Tarantino als „postmoderner Filmemacher“ und der Entstehung seines Star-Kults.
3. Filmischer Selbstbezug in Form von Selbstzitaten: Detaillierte Untersuchung wiederkehrender Motive, Charaktere, Darsteller und narrativer Strukturen innerhalb seines filmischen Kontinuums.
4. Fremdzitate Bei „Kill Bill Volume 1 und 2“ oder: „Man packe alles in die Entenpresse“: Analyse des Einsatzes von Fremdzitaten aus anderen Genres und Filmen sowie deren Funktion für die Dekonstruktion und Hommage.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Strategien des filmischen Selbstbezugs und der Bedeutung der Stilistik für den Unterhaltungsaspekt in Tarantinos Werk.
Quentin Tarantino, Filmischer Selbstbezug, Selbstzitate, Fremdzitate, Postmoderne, Filmrequisiten, Narrative Struktur, Kill Bill, Pulp Fiction, Reservoir Dogs, Intertextualität, Filmgeschichte, Genrezitat, Regie, Dekonstruktion.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem filmischen Selbstbezug in den Filmen von Quentin Tarantino und wie er diese Werke durch Strategien der Selbstreflexion ausstattet.
Zentrale Themen sind der Kult-Status Tarantinos, die Verwendung von Selbstzitaten (Motive, Charaktere, Strukturen) sowie der Einsatz von Fremdzitaten als filmisches Stilmittel.
Das Ziel ist es, die Strategien und Funktionen des filmischen Eigenbezugs bei Tarantino zu analysieren und zu ermitteln, zu welchem Zweck er Selbst- und Fremdzitate verwendet.
Die Arbeit basiert auf einer filmwissenschaftlichen Analyse, die den Einsatz von filmischen Mitteln (Narrativik, Stilistik, Motive) in den Werken Tarantinos untersucht und diese in den Kontext der Filmgeschichte setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Selbstzitaten innerhalb seines gesamten bisherigen Werkes sowie eine vertiefte Analyse von Fremdzitaten anhand der Filme „Kill Bill Volume 1 und 2“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie filmischer Selbstbezug, Selbstzitate, Fremdzitate, Intertextualität, Postmoderne und Tarantino charakterisiert.
Der „Trunk Shot“ ist ein prägnantes, wiederkehrendes Motiv, das Tarantinos Selbstbezug visualisiert und die Machtverhältnisse zwischen den Charakteren (aus der Perspektive des Opfers) betont.
Dies dient dazu, ein filmisches Kontinuum zu erzeugen, Muster wiedererkennbar zu machen und den Filmen eine persönliche Note zu verleihen, ähnlich wie bei der Serialität der Trivialliteratur.
Er betrachtet Gewalt primär als ästhetisches Mittel und elementaren Bestandteil seiner Filme, wobei er oft mit den Erwartungen des Publikums spielt und diese durch Stilisierung oder Ironisierung bricht.
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