Bachelorarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1 Möglichkeiten durch den demografischen Wandel – Ältere ArbeitnehmerInnen als „Humankapital“
1.1 Eine Nation altert - Ausgewählte Aspekte zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
1.2 „Die Zukunft der Pflege sieht alt aus!“ - Situation der Erwerbstätigkeit älterer ArbeitnehmerInnen in Pflegeberufen
1.3 Risiken erkennen, Probleme lösen: Der Pflegenotstand als Handlungsanreiz für Einrichtungen des Gesundheitswesens
1.4 Ohne eine „alternsgerechte“ Personalpolitik geht es nicht!
2 Ältere ArbeitnehmerInnen – Ein unentdecktes Wirtschaftspotenzial
2.1 Potenziale und Wettbewerbsvorteile der Generation 50+
2.2 Die Defizitorientierung blockt die Stärkenperspektive – Wandel vom Defizit- zum Kompetenzmodell
2.3 Arbeitsbelastungen unter der Lupe: Wenn Pflege im Alter zur Last wird
2.4 Fit bis zur Rente – Was ältere ArbeitnehmerInnen brauchen
3 Erste Schritte zur Nutzung von Potenzialen älterer ArbeitnehmerInnen
3.1 Frührente ade! - Arbeitsmarktpolitik im Wandel
3.2 Die Pflege im Aufbruch: Neue Ansätze für alterndes Pflegefachpersonal
3.3 Erfahrungen anderer nutzen: Förderung der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen in anderen Berufszweigen
3.4 Nordeuropa als Vorreiter - Beschäftigung und Arbeitsfähigkeit älterer ArbeitnehmerInnen im europäischen Vergleich
4 Erfolgreich mit älteren ArbeitnehmerInnen - Strategien für ein zukunftsfähiges Unternehmen im Gesundheitswesen
4.1 Eine alter(n)sgerechte Führung und ein zukunftsorientiertes Personalmanagement gewährleisten
4.2 Die Qualifikation der ArbeitnehmerInnen durch lebenslanges Lernen fördern
4.3 Die Arbeitsfähigkeit durch Gesundheitsförderung erhalten
4.4 Die Arbeitsorganisation und –gestaltung den Bedürfnissen und Fähigkeiten anpassen
5 Zusammenfassung
Abstract
Das Hauptziel dieser Bachelor-Thesis ist es, Strategien aufzuzeigen, wie ältere ArbeitnehmerInnen in Pflegeberufen durch eine demografie-orientierte Personalpolitik produktiv eingebunden und deren Arbeitsfähigkeit bis zum Renteneintritt erhalten werden kann. Die Forschungsfrage untersucht, welche Potenziale ältere Pflegekräfte besitzen, warum ein Umdenken in der Personalpolitik notwendig ist und welche Lösungsansätze aus der Pflegebranche sowie anderen Wirtschaftszweigen für eine zukunftsfähige Unternehmensführung adaptiert werden können.
2.1 Potenziale und Wettbewerbsvorteile der Generation 50+
Als Potenzial wird gemeinhin das Leistungsvermögen eines Arbeitnehmers/ einer Arbeitnehmerin bezeichnet, das Kenntnisse, Fertigkeiten und die Handlungsbereitschaft unabhängig von deren Nutzung umfasst. Erwerbstätige, die sich in der zweiten Hälfte des Berufslebens befinden, verfügen über „Kompetenzen, die für Kundenorientierung und Unternehmenserfolg von großer Bedeutung sind“. Folgende Potenziale werden in Übereinstimmung der gängigen Fachliteratur älteren AN nachgesagt:
Expertise: Expertise beschreibt das Expertenwissen, welches im Rahmen von Qualifikationen erworben wurde. Ältere AN besitzen in der Regel ein höheres Qualifikationsniveau bzw. einen höheren Ausbildungsstand als ihre jüngeren Kollegen.
Erfahrung und Erfahrungswissen: Erfahrungswissen meint im Gegensatz zu Erfahrung „das Ergebnis eines komplexen Bildungsprozesses. Es beinhaltet implizite und explizite Teile, ist subjektgebunden, schwer vermittel- und transferierbar und nötig für die Entwicklung von Handlungskompetenz“. Erfahrungswissen ist also durch Handeln erlebtes Wissen, das im Rahmen der jahrelangen Berufsausübung entsteht. So werden beispielsweise Arbeitstechniken durch die andauernde Verrichtung eingeübt und optimiert. Behrend (2000) unterscheidet drei Dimensionen von Erfahrungswissen: 1. das „Expertenwissen, im Sinne angeeigneter Alltagsroutinen“, 2. die „Fähigkeit der Übersicht über komplexe Sachverhalte“ und 3. die „Weisheit, als die auf Lebenserfahrung, Reife und Distanz gegenüber Dingen beruhende Klugheit“.
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen durch den demografischen Wandel in Pflegeberufen und definiert das Ziel der Arbeit, personalpolitische Strategien zur Nutzung der Potenziale älterer ArbeitnehmerInnen zu entwickeln.
1 Möglichkeiten durch den demografischen Wandel – Ältere ArbeitnehmerInnen als „Humankapital“: Dieses Kapitel analysiert die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und den drohenden Pflegenotstand, wobei ältere ArbeitnehmerInnen als wertvolles Humankapital statt als Kostenfaktor identifiziert werden.
2 Ältere ArbeitnehmerInnen – Ein unentdecktes Wirtschaftspotenzial: Hier werden die spezifischen Stärken älterer Mitarbeiter beleuchtet und das überholte Defizitmodell einer zukunftsorientierten Stärken- bzw. Kompetenzperspektive gegenübergestellt.
3 Erste Schritte zur Nutzung von Potenzialen älterer ArbeitnehmerInnen: Das Kapitel vergleicht Modellprojekte aus der Pflege und anderen Branchen sowie internationale Ansätze, um konkrete Handlungsoptionen für Unternehmen aufzuzeigen.
4 Erfolgreich mit älteren ArbeitnehmerInnen - Strategien für ein zukunftsfähiges Unternehmen im Gesundheitswesen: Auf Basis des "Hauses der Arbeitsfähigkeit" werden praktische Strategien in den Feldern Führung, Qualifikation, Gesundheitsförderung sowie Arbeitsgestaltung abgeleitet.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit eines intergenerativen Ansatzes zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von Pflegeeinrichtungen.
Demografischer Wandel, Pflegeberufe, Alternsgerechte Personalpolitik, Humankapital, Kompetenzmodell, Arbeitsfähigkeit, Arbeitsfähigkeitsindex, Gesundheitspflege, Lebenslanges Lernen, Altersstrukturanalyse, Diversity Management, Age-Diversity, Führungskultur, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Pflegenotstand.
Die Arbeit befasst sich mit der personalwirtschaftlichen Herausforderung, das Potenzial älterer ArbeitnehmerInnen in der Pflegebranche angesichts einer alternden Gesellschaft und eines drohenden Fachkräftemangels effektiv zu nutzen.
Die zentralen Felder sind die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Pflegeeinrichtungen, die Identifikation von Stärken älterer ArbeitnehmerInnen, die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsbedingungen sowie die Implementierung lebenslangen Lernens.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Strategien, wie durch eine gezielte Nutzung der Fähigkeiten älterer MitarbeiterInnen Pflegeeinrichtungen nachhaltig zukunftsfähig und wettbewerbsfähig gestaltet werden können.
Grundlage ist eine umfassende Literaturanalyse, die durch Online-Recherchen (PubMed, Google-Scholar), Hand- und Katalogsuche sowie die Auswertung spezifischer Fachzeitschriften gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der demografischen Situation, die Analyse der Potenziale älterer Fachkräfte, den Vergleich von Modellprojekten (auch branchenfremd) und die Ableitung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation basierend auf dem Modell des "Hauses der Arbeitsfähigkeit".
Neben dem demografischen Wandel stehen Begriffe wie Kompetenzmodell, Alternsgerechte Arbeit, Humankapital und Arbeitsfähigkeit im Fokus der Analyse.
Es handelt sich um ein von Juhani Ilmarinen konzipiertes Modell, das die Faktoren der Arbeitsfähigkeit in vier Ebenen (Führung/Personalmanagement, Qualifikation, Gesundheit/Kapazität, Arbeitsorganisation) strukturiert, um gezielte Verbesserungen zu ermöglichen.
Das Defizitmodell betrachtet Altern primär als Verlust von Leistungsfähigkeit, was zu Diskriminierung führt. Das Kompetenzmodell hingegen erkennt, dass Ältere spezifische Stärken (Expertise, Erfahrungswissen) besitzen, deren Nutzung für Unternehmen wettbewerbsentscheidend ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

