Diplomarbeit, 2010
162 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
1. Methodische Anmerkung
2. Entwicklung von Jugendgewalt im Zeitverlauf
2.1 Die Polizeiliche Kriminalstatistik
2.2 Quantitative Entwicklung von Jugendgewalt
2.2.1 Quantitative Entwicklung von Jugendgewalt im Hellfeld
2.2.2 Verzerrungsfaktoren im Hellfeld
2.2.3 Quantitative Entwicklung von Jugendgewalt im Dunkelfeld
2.2.4 Interviewergebnisse bezüglich der quantitativen Entwicklung
2.3 Gewalttäteranteil unter Jugendlichen – aktuelle Befunde aus Hell- und Dunkelfeld
2.4 Qualitative Entwicklung von Jugendgewalt
2.5 Interviewergebnisse bezüglich der qualitativen Entwicklung
2.6 Zusammenfassung
3. Die Ethnisierung von Jugendgewalt
3.1 Vergleich der Gewaltbelastung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deutschen Jugendlichen in Hell- und Dunkelfeld
3.2 Interviewergebnisse hinsichtlich der Gewaltbelastung von deutschen Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.3 Zusammenfassung
4. Ursachen von Jugendgewalt
4.1 Allgemeine theoretische Erklärungsansätze
4.1.1 Erklärungsansätze auf individueller Ebene
4.1.2 Erklärungsansätze auf gesellschaftlicher Ebene
4.1.3 Das Zusammenspiel vielfältiger Faktoren bei der Entstehung von Gewalt
4.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung der Gewaltbelastung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
4.3 Zusammenfassung
5. Prävention und Intervention
5.1 Präventionsmöglichkeiten
5.2 Interventionsmöglichkeiten im Rahmen des Jugendstrafrechts
5.3 Jugendhaft, härtere Jugendstrafen und „Warnschussarrest“ – effektives Mittel zur Bekämpfung der Jugendgewalt?
5.4 Zusammenfassung
6. Zusammenfassung / Resümee
Die Arbeit untersucht die tatsächliche Entwicklung der Jugendgewalt in Deutschland unter kritischer Hinterfragung statistischer Daten aus Hell- und Dunkelfeld sowie der medialen und politischen Debatte, um zu klären, ob ein realer Anstieg der Gewalt und eine zunehmende Ethnisierung vorliegen.
2.2.2 Verzerrungsfaktoren im Hellfeld
Jugendgewalt ist ein bevorzugtes Thema der Medien (vgl. Mansel/Raithel 2003, S.8), über welches heutzutage deutlich umfangreicher berichtet wird (vgl. Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2006, S. 61).
„Es ist mehr öffentlich geworden. (…) Also sie wird häufiger berichtet, es wird intensiver berichtet und es wird immer wieder aufgegriffen.“ (Interview 2, S.12)
Gerade die „Einführung des Privatfernsehens“ hat hierzu wesentlich beigetragen (vgl. Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2006, S. 61). Dabei wird im Zuge einer „selektiven Berichterstattung“ vonseiten der Medien (Bundesministerium des Innern/Bundesministerium der Justiz 2006, S. 61) oftmals über besonders dramatische Einzelfälle berichtet, sodass der Eindruck von zunehmender Brutalität und steigenden Fallzahlen entsteht (vgl. Mansel/Raithel 2003, S.7f).
1. Methodische Anmerkung: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise durch Experteninterviews und Analyse statistischer Daten aus Hell- und Dunkelfeld.
2. Entwicklung von Jugendgewalt im Zeitverlauf: Darstellung der quantitativen und qualitativen Trends bei Jugendgewalt anhand offizieller Statistiken und Dunkelfeldstudien.
3. Die Ethnisierung von Jugendgewalt: Diskussion über die Rolle der ethnischen Herkunft bei Gewalttaten und die Problematik der statistischen Erfassung von Migrationshintergrund.
4. Ursachen von Jugendgewalt: Untersuchung allgemeiner und spezifischer theoretischer Erklärungsansätze für die Entstehung von Gewalt bei Jugendlichen.
5. Prävention und Intervention: Diskussion verschiedener Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendgewalt, von primärer Prävention bis hin zu jugendstrafrechtlichen Interventionen.
6. Zusammenfassung / Resümee: Abschließende Synthese der Forschungsergebnisse zur tatsächlichen Gewaltentwicklung und Bewertung der Wirksamkeit von Präventionsansätzen.
Jugendgewalt, Hellfeld, Dunkelfeld, Polizeiliche Kriminalstatistik, PKS, Ethnisierung, Migrationshintergrund, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, KFN, Prävention, Intervention, Jugendstrafrecht, Mehrfachtäter, Gewalttäteranteil, Experteninterviews.
Die Arbeit analysiert kritisch die Entwicklung von Jugendgewalt in Deutschland, indem sie offizielle Kriminalstatistiken mit empirischen Dunkelfeldstudien abgleicht und die öffentliche sowie mediale Darstellung hinterfragt.
Zentrale Themen sind die Validität von Hellfelddaten, die Rolle der Ethnisierung in der Gewaltdiskussion, die Ursachenforschung sowie die Evaluation von Präventions- und Interventionsmaßnahmen.
Ziel ist es zu klären, ob es einen realen Anstieg der Jugendgewalt gibt oder ob statistische Verzerrungen und eine veränderte Anzeigebereitschaft ein solches Bild vermitteln.
Die Arbeit nutzt eine Triangulation aus statistischen Analysen (PKS, Verurteiltenstatistik), der Auswertung relevanter Dunkelfeldstudien und der Durchführung von vier Experteninterviews.
Der Hauptteil befasst sich mit der quantitativen und qualitativen Entwicklung im Zeitverlauf, der Debatte um die Ethnisierung von Jugendgewalt, theoretischen Erklärungsansätzen für Gewaltentstehung sowie den Möglichkeiten der Prävention und Intervention.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Jugendgewalt, Kriminalstatistik (PKS), Dunkelfeldstudien, Mediale Stigmatisierung und Präventionsstrategien.
Die Autorin verdeutlicht, dass die PKS lediglich angezeigte Straftaten erfasst und stark durch Anzeigeverhalten sowie die Kontrolldichte der Behörden verzerrt wird, weshalb sie die Realität nicht eins zu eins abbildet.
Die Experten und die Analyse bestätigen, dass eine selektive und dramatische Berichterstattung über Einzelfälle das Bedrohungsempfinden in der Bevölkerung schürt, was wiederum die Anzeigebereitschaft erhöht und Statistiken beeinflussen kann.
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