Masterarbeit, 2009
148 Seiten, Note: 5.75
1 Einleitung
2 Empirischer Teil: Methodologie des narrativen Interviews
2.1 Formale Textanalyse
2.1.1 Erzähler E.
2.1.2 Erzähler A.
2.2 Strukturelle Beschreibung
2.2.1 Erzähler E.
2.2.2 Erzähler A.
2.3 Analytische Abstraktion
2.3.1 Erzähler E.
2.3.2 Erzähler A.
2.4 Kontrastierender Fallvergleich
2.5 Konstruktion eines theoretischen Modells
3 Theoretische Reflexion
4 Zusammenfassung und Fazit
5 Literatur
6 Anhang: Interviews
6.1 Erzählung E.
6.2 Erzählung A.
Die Arbeit untersucht mikrosoziologisch den Prozess der religiösen Konversion unter besonderer Berücksichtigung der biografischen Diskontinuität. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Individuen in der Moderne religiöse Konversionen konstruieren, interpretieren und kommunikativ verarbeiten, wobei insbesondere die systemtheoretische Perspektive auf die Umschaltung auf religiöse Kommunikation analysiert wird.
2.1.1 Erzähler E.
Erzähler E. beginnt das Gespräch mit seinen Kirchenbesuchen als Kind, die als leere Rituale ohne Sinn erlebt werden: E. 5: Also – die Kirche war für mich immer etwas (4,0 Sek.) Veraltetes, etwas, was wahrscheinlich nicht wirklich Sinn ergeben kann, weil es für mich, äh, nicht stimmt. […] Ich war einfach in der reformierten Kirche, war dort wahrscheinlich auch in der Sonntagsschule, sicher ein paar Mal, und bin dort in den Unterricht gegangen.
Diese Stelle zeigt die Unterscheidung zwischen Interpretation und Erzählung von Erlebtem wie folgt: Dass die Kirche etwas Veraltetes ist, ist eine Interpretation, die Schilderung der Kirchenbesuche ist Erzählung. In der folgenden Sequenz verweist E. relativ am Anfang des Gesprächs auf sein bereits als Kind ausgeprägtes Interesse an Spirituellem und später an psychedelischen Drogen, wobei dieser Abschnitt auch eine zeitliche Rahmenschaltung darstellt: E. 41: Und dann habe ich einfach aufgrund von, äh, da ich niemanden gekannt habe und da es mir langweilig war, habe ich eine Büchse Gras von meinem Bruder, das er auf dem Kompost gezogen hat, von zuhause mitgenommen, weil er sie nicht gebraucht hat, und habe dann angefangen, jeden Abend zu kiffen. […] Ich würde sagen, das [Kiffen] ist sicher wichtig, wenn man mein Leben ein bisschen verstehen möchte…
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Religion in der Moderne, die makrotheoretische Verortung der Säkularisierungsthese und die mikrosoziologische Forschungsfrage nach biografischer Diskontinuität.
2 Empirischer Teil: Methodologie des narrativen Interviews: Darstellung der methodischen Vorgehensweise bei der Auswertung qualitativer Interviews anhand der Ansätze von Fritz Schütze.
2.1 Formale Textanalyse: Erste Auswertungsschritte zur Trennung von narrativen Erzählsegmenten und interpretativen Beschreibungen bei den Erzählern E. und A.
2.1.1 Erzähler E.: Analyse der Erzählstruktur von E., der seine religiöse Suche durch eine schrittweise Konversion und Integration in eine Freikirche beschreibt.
2.1.2 Erzähler A.: Analyse der Erzählung von A., dessen als psychotisch gedeutete Konversionserfahrung durch ein Scheitern an gesellschaftlichen Strukturen gekennzeichnet ist.
2.2 Strukturelle Beschreibung: Detaillierte Untersuchung der biografischen Wendepunkte und inhaltlichen Erzählsegmente beider Fälle.
2.2.1 Erzähler E.: Beschreibung der Entwicklung von E., bei der die Entfremdung von der Kirche und spätere religiöse Erlebnisse in eine erfolgreiche biografische Rekonstruktion münden.
2.2.2 Erzähler A.: Beschreibung der Entwicklung von A., bei der ein radikaler religiöser Enthusiasmus in eine psychiatrische Diagnose und spätere Stagnation übergeht.
2.3 Analytische Abstraktion: Synthese der Einzelergebnisse zu abstrakten Thesen über den Konversionsprozess und die Rolle der Biografie.
2.3.1 Erzähler E.: Zusammenfassung der Handlungsweisen von E., der seine religiöse Identität stabilisieren kann.
2.3.2 Erzähler A.: Zusammenfassung der Handlungsweisen von A., der an der fehlenden Identifikation mit religiösen Strukturen scheitert.
2.4 Kontrastierender Fallvergleich: Gegenüberstellung beider Fälle, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der narrativen Konstruktion von Konversion zu verdeutlichen.
2.5 Konstruktion eines theoretischen Modells: Entwicklung eines theoretischen Modells zur Bedeutung von Referenzrahmen innerhalb der biografischen Selbstbeschreibung.
3 Theoretische Reflexion: Systemtheoretische Untersuchung der Konversionserzählungen unter Rückgriff auf Luhmanns Differenz von Immanenz und Transzendenz.
4 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung religiöser Identität in einer funktional differenzierten Gesellschaft.
5 Literatur: Vollständiges Verzeichnis der verwendeten Quellen.
6 Anhang: Interviews: Transkripte der durchgeführten narrativen Interviews.
6.1 Erzählung E.: Vollständiges Interviewprotokoll des Erzählers E.
6.2 Erzählung A.: Vollständiges Interviewprotokoll des Erzählers A.
Konversion, Systemtheorie, narrative Interviews, biografische Diskontinuität, religiöse Erfahrung, Identitätsstiftung, Religion in der Moderne, Ineffabilität, Luhmann, Schütze, Säkularisierung, religiöse Kommunikation, Selbstbeschreibung, Biografie, Sinnsuche.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen ihre religiöse Konversion narrativ aufarbeiten und in ihre Lebensgeschichte integrieren, wobei sie besonders die systemtheoretische Sichtweise auf diesen Prozess beleuchtet.
Die zentralen Themen sind religiöse Erfahrungen, biografische Brüche, narrative Identitätskonstruktion sowie die Rolle von Religion und Kommunikation in der modernen Gesellschaft.
Das Ziel ist es, den Prozess der Konversion nicht nur als ein psychologisches Ereignis zu verstehen, sondern als eine spezifische Form der Kommunikation, die Identität stiften soll.
Die Arbeit basiert auf der Methode der narrativen Interviews nach Fritz Schütze, um die lebensgeschichtliche Aufschichtung der Erfahrungen der Probanden zu erfassen und auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine empirische Auswertung zweier Fallbeispiele und eine anschließende theoretische Reflexion, in der die Ergebnisse systemtheoretisch interpretiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Konversion, Identitätsstiftung, religiöse Kommunikation, Systemtheorie, Erzählstruktur und die Bedeutung der Zeitlichkeit für das Individuum.
Es dient als "Biographiegenerator", der es ermöglicht, nicht nur das "Was" einer Konversion, sondern das "Wie" der Erzählung und damit die interne Logik der biografischen Rekonstruktion zu erfassen.
Erzähler E. beschreibt eine erfolgreiche, phasenweise Integration in eine Freikirche, während Erzähler A. eine radikale, aber letztlich an institutionellen Strukturen gescheiterte Konversion erlebt, die heute psychologisch gedeutet wird.
Zeitlichkeit ist zentral, da die Konversion dazu dient, die "sinnlose" Zeit vor dem Bekehrungserlebnis im Nachhinein als notwendige Vorstufe für die neue Identität umzudeuten und so ein "temporäres Ganzes" zu schaffen.
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