Diplomarbeit, 2010
61 Seiten
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Optionen und ihre Bewertung
2.1 Optionen
2.2 Optionsbewertung
2.2.1 Das Black/Scholes-Modell
2.2.2 Empirische Kritikpunkte am Black/Scholes-Modell
3. GARCH-Modelle
3.1 Das symmetrische GARCH-Modell
3.2 Asymmetrische GARCH-Modelle
3.3 Schätzen und Testen
4. Das GARCH-Optionspreismodell
4.1 Das Grundmodell
4.2 Das Bewertungsproblem
4.3 Die risikoneutrale Bewertung
4.4 Das GARCH-Options-Delta
4.5 Vergleich mit dem Black-Scholes-Modell
4.6 Numerische Ergebnisse
5. Analytische Approximation von GARCH-Optionspreise
5.1. Der Ansatz von Duan et al. (1999)
5.1.1 Das Grundmodell
5.1.2 Die analytische Approximation
5.1.3 Numerische Ergebnisse
5.2 Analytische Approximation für GJR-GARCH und EGARCH
5.2.1 Numerische Ergebnisse
6. Konvergenz zum zeit-stetigen Limit
7. Zusammenfassung und Ausblick
8. Abbildungen und Tabellen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Anwendung von GARCH-Modellen zur Optionsbewertung. Das primäre Ziel ist die Evaluierung des GARCH-Optionspreismodells von Duan (1995) sowie dessen analytischer Weiterentwicklungen, um systematische Bewertungsfehler des klassischen Black/Scholes-Modells zu beheben, die aus dessen restriktiven Annahmen hinsichtlich der Volatilität und der Renditeverteilung resultieren.
2.2.2 Empirische Kritikpunkte am Black/Scholes-Modell
Das Black/Scholes-Modell stellt heute die Basis der allgemeinen Optionspreistheorie dar. Doch decken eine Vielzahl empirischer Studien von Finanzmärkten systematische Diskrepanzen zwischen den Black/Scholes-Optionspreisen und den Marktpreisen real gehandelter Optionen auf. Zu diesen Diskrepanzen gehören die Unterbewertung von Optionen aus-dem-Geld, die Unterbewertung von Optionen auf Wertpapiere mit niedriger Volatilität, die Unterbewertung von Optionen mit kurzer Laufzeit sowie der U-förmige Verlauf der impliziten Volatilitäten im Bezug auf den Ausübungspreis. Als Ursachen für diese Fehlbewertungen werden die zum Teil sehr restriktiven Annahmen des Black/Scholes-Modells angesehen. Im Folgenden werden die Annahmen des Black/Scholes-Modells in Bezug auf die divergierenden empirischen Beobachtungen diskutiert.
Aufgrund der sehr geringen Sensitivität des Optionspreises in Bezug auf die Höhe des Zinssatzes ist die Annahme eines über die Laufzeit der Option konstanten risikofreien Zinssatzes r_f unbedenklich. Merton (1973) zeigt, dass die Annahme der Abwesenheit von Dividenden relativ einfach aufgehoben werden kann, indem die während der Laufzeit fälligen Dividenden in die Black/Scholes-Bewertungsgleichung integriert werden. Ingersoll (1975) zeigt, dass dies auch ohne Probleme für Steuern möglich ist. Ähnliches gilt für die Integration von Transaktionskosten. Auch ein unstetiger Verlauf des Aktienkurses lässt sich in das Modell integrieren. Die Annahme der Möglichkeit von Leerverkäufen ist für das rechnerische Ergebnis irrelevant. Es verbleiben also die Annahmen einer konstanten Volatilität und der Lognormalverteilung des Aktienkurses als restriktive Annahmen des Modells.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Optionsmärkte, Darstellung des Black/Scholes-Modells und Erläuterung des Forschungsziels, die Schwächen dieses Modells durch GARCH-basierte Ansätze zu adressieren.
2. Optionen und ihre Bewertung: Erläuterung der Grundprinzipien von Optionen sowie der klassischen Bewertungslogik inklusive des Black/Scholes-Modells und einer Diskussion empirischer Abweichungen.
3. GARCH-Modelle: Mathematische Darstellung von symmetrischen und asymmetrischen GARCH-Prozessen, die zur Modellierung zeitveränderlicher Volatilität und leptokurtischer Renditeverteilungen dienen.
4. Das GARCH-Optionspreismodell: Vorstellung des Ansatzes von Duan (1995), der GARCH-Prozesse in die Optionsbewertung integriert, sowie Erläuterung der risikoneutralen Bewertung in diesem Kontext.
5. Analytische Approximation von GARCH-Optionspreise: Behandlung effizienter Approximationsmethoden für GARCH-Optionspreise nach Duan et al. (1999) sowie deren Erweiterung auf GJR-GARCH und EGARCH.
6. Konvergenz zum zeit-stetigen Limit: Analyse des theoretischen Zusammenhangs zwischen diskreten GARCH-Prozessen und zeit-stetigen bivariaten Diffusionsmodellen im Sinne der schwachen Konvergenz.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse bezüglich der Leistungsfähigkeit von GARCH-Modellen und ein Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsanstrengungen für die Praxis.
8. Abbildungen und Tabellen: Präsentation der grafischen Auswertungen und tabellarischen Daten zum Vergleich von Optionspreismodellen.
9. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Optionsbewertung, Black/Scholes-Modell, GARCH-Modelle, Volatilität, Heteroskedastizität, Leptokurtosis, Leverage-Effekt, Duan (1995), Analytische Approximation, Risikoneutrale Bewertung, Zeitveränderliche Varianz, Finanzmärkte, Volatilitäts-Smile, Delta-Hedging, Konvergenz.
Die Arbeit untersucht, wie das mathematische Modell von Black und Scholes zur Bewertung von Finanzoptionen durch modernere GARCH-Modelle verbessert werden kann, um real beobachtete Marktphänomene besser abzubilden.
Die zentralen Themen sind die mathematische Modellierung von Aktienrenditen und Volatilität, die Optionspreistheorie, die risikoneutrale Bewertung in unvollständigen Märkten sowie effiziente numerische und analytische Näherungsverfahren.
Das Ziel ist es, das GARCH-Optionspreismodell von Duan (1995) und seine Weiterentwicklungen zu evaluieren, um zu zeigen, dass diese Modelle systematische Fehler des Standard-Black/Scholes-Modells – wie die Unterbewertung von Optionen – korrigieren können.
Die Arbeit stützt sich primär auf ökonometrische Zeitreihenanalyse, stochastische Prozesse und die mathematische Finanztheorie. Es werden Monte-Carlo-Simulationen und analytische Edgeworth-Expansions-Ansätze verwendet.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte mathematische Herleitung von GARCH-Prozessen, die Integration dieser in die Optionsbewertung mittels risikoneutraler Transformation, die Herleitung analytischer Approximationen sowie den Nachweis der Konvergenz zu stetigen Diffusionsmodellen.
Die wichtigsten Begriffe sind Optionsbewertung, GARCH-Modelle, Heteroskedastizität, Volatilität, Leverage-Effekt und analytische Approximation.
Es basiert auf restriktiven Annahmen wie einer konstanten Volatilität und normalverteilten Renditen. Empirische Daten zeigen jedoch, dass Renditen "Fat Tails" aufweisen und Volatilitäten zeitlich stark schwanken.
Duan führt ein "locally risk-neutral Valuation Relationship" (LRNVR) ein, das eine Transformation des Wahrscheinlichkeitsmaßes ermöglicht, um Arbitragefreiheit in einem ansonsten unvollständigen Markt zu gewährleisten.
GARCH-Optionspreise sind nicht direkt formelmäßig berechenbar. Reine Monte-Carlo-Simulationen sind für den massenhaften Handel an "Trading Desks" zu rechenintensiv, weshalb schnelle Approximationsformeln für die praktische Anwendung zwingend erforderlich sind.
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