Magisterarbeit, 2005
77 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
I. Spiritualität im Siglo de Oro
1. Das Siglo de Oro
2. Judentum, Islam und Christentum im Spanien des Siglo de Oro
3. Mystisch-asketische Prosa
4. Symbolik in der Mystik
II. Spanische Mystiker des Siglo de Oro
1. Santa Teresa de Jesús
2. San Juan de la Cruz
3. Fray Luis de León
4. Fray Luis de Granada
III. Die Mystik des Judentums
1. Die Geschichte der jüdischen Mystik
2. Die Mystik im Judentum
3. Problem der einheitlichen Definition von Mystik
4. Die Kabbala
5. Mittelalterliche rabbinische Literatur
6. Der Sohar
7. San Jan de la Cruz und die Kabbala
8. Santa Teresa de Jesús und die Kabbala
IV. Die Mystik des Islam
1. Der Koran
2. Islamische Mystik und Sufismus
3. Die islamische Literatur im Mittelalter
4. San Juan de la Cruz und der Islam
5. San Juan de la Cruz und die Shadhilite Schule
V. Symbolik bei San Juan de la Cruz und Santa Teresa de Jesús
1. Das Motiv des Wassers
2. Das Motiv der inneren Burg
3. Das Motiv des Lichtes
4. Das Motiv des Tages und der Nacht
5. Das Motiv des Spiegels, der Raupe, der Nuss und des Baumes
6. Das Motiv der Braut und des Bräutigams
7. Das Motiv der Jagd
8. Das Motiv des Knotens
9. Das Motiv des Weines
10. Das Motiv des Seils
11. Das Motiv der Durchbohrung
12. Das Motiv der Taube
Diese Arbeit untersucht die intertextuellen Bezüge jüdischer und islamischer Mystik in der spanischen Literatur des "Siglo de Oro". Das Hauptziel ist die Analyse, wie spanische Mystiker wie San Juan de la Cruz und Santa Teresa de Jesús orientalische Motive und Symbole in ihre christliche Mystik integrierten.
Die Mystik im Judentum
Mystik ist eine bestimmte Theorie und Praxis, um die religiöse Erfahrung zu intensivieren. Dazu gehört, dass die religiöse Erfahrung in eine intensive Beziehung zur höchsten Wirklichkeit umgewandelt wird. Sie ist eine intensivere Form der Religion als die, die eine Religion formell sanktioniert. In vielen Religionen ist Mystik auch eine esoterische Erscheinung, die nur von ausgewählten Individuen, nicht von der Masse ausgeübt wird. Die jüdische Mystik ist also eine intensivere Form der religiösen Erfahrung, als man sie im allgemeinen im normativen, rabbinischen Judentum findet.
Das rabbinische Konzept Gottes baut auf der paradoxen Formulierung auf, Gott stehe dem Menschen im wesentlichen nahe, gleichzeitig bleibe er jedoch jenseits des unüberbrückbaren Abgrundes fern und verborgen. Rabbinisches Judentum beruht auf Ritualen wie dem Gebet, das den Zweck hat, den Abgrund mit der menschlichen Stimme zu überbrücken. Die rabbinische Tradition kennt insgesamt 613 Gebote und Verbote.
Für die biblische wie für die talmudisch-rabbinische Zeit, d.h. von ca. 1200 vor bis 900 nach der Zeitrechnung, bleibt das jüdische Gottesbild ein personalistisches. D.h. es ist ein Gott, der typisch körperliche Merkmale besitzt. Er liebt, zürnt, hört und sieht.
Rein äußerlich haben sich die jüdischen Mystiker in religiösen Handlungen kaum von anderen Juden, die der rabbinischen Tradition folgten, unterschieden. Jüdische Mystiker sagten die gleichen Gebete, beteten in den gleichen Synagogen und hielten die gleichen Ge- und Verbote wie andere Juden ein. Obwohl sich die jüdischen Mystiker wie ihre Zeitgenossen verhielten, maßen sie ihrem religiösen Leben einen ganz anderen Stellenwert bei.
I. Spiritualität im Siglo de Oro: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den historischen und religiösen Kontext Spaniens im 16. und 17. Jahrhundert und beleuchtet die kulturellen Rahmenbedingungen für das Aufblühen der Mystik.
II. Spanische Mystiker des Siglo de Oro: Hier werden die bedeutendsten spanischen Mystiker vorgestellt, darunter Santa Teresa de Jesús, San Juan de la Cruz, Fray Luis de León und Fray Luis de Granada, und ihr Leben sowie ihr mystisches Schaffen porträtiert.
III. Die Mystik des Judentums: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der jüdischen Mystik, die Bedeutung der Kabbala sowie den Einfluss des Sohar auf das mystische Denken und die symbolischen Traditionen.
IV. Die Mystik des Islam: Hier wird der Sufismus als islamische Mystik eingeführt, wobei die Bedeutung des Korans und der Einfluss sufischer Denker wie Ibn Arabi auf die mystische Philosophie und Literatur untersucht werden.
V. Symbolik bei San Juan de la Cruz und Santa Teresa de Jesús: Das abschließende Kapitel widmet sich detailliert der Analyse spezifischer mystischer Motive wie Wasser, Burg, Licht, Wein und Taube und belegt deren intertextuelle Wurzeln aus jüdischen und islamischen Quellen.
Mystik, Siglo de Oro, San Juan de la Cruz, Santa Teresa de Jesús, Kabbala, Sohar, Sufismus, Intertextualität, Symbolik, Religion, Spiritualität, Mittelalter, Islam, Judentum, Christentum
Die Arbeit untersucht die intertextuellen Verflechtungen zwischen jüdischer Kabbala, islamischem Sufismus und der christlichen Mystik im Spanien des 16. und 17. Jahrhunderts.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Spiritualität im Siglo de Oro, die Analyse der Symbolsprache spanischer Mystiker und die Identifikation fremdkultureller Einflüsse.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie stark das Schrifttum von San Juan de la Cruz und Santa Teresa de Jesús durch jüdische und islamische Symbolik geprägt ist und wie diese Elemente in den christlichen Kontext integriert wurden.
Die Arbeit nutzt die Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere im Bereich der intertextuellen Symbolforschung, um Parallelen zwischen den religiösen Traditionen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in Porträts der spanischen Mystiker, eine Einführung in die jüdische und islamische Mystik sowie eine detaillierte symbolgeschichtliche Untersuchung einzelner Motive.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mystik, Kabbala, Sufismus, Intertextualität und Symbolik definiert.
Es dient als architektonische Metapher für den spirituellen Weg der Seele und zeigt durch seine Struktur verblüffende Parallelen zu kabbalistischen Vorstellungen von Palästen auf.
Der Sohar fungierte als bedeutendes Werk der kabbalistischen Symbolik, dessen Konzepte und Bilder von spanischen Mystikern als Interpretationsrahmen für ihre eigene Erfahrung der göttlichen Vereinigung genutzt wurden.
Die erotische Sprache wird als notwendige Umschreibung der "Nähesprache" gedeutet, um die Unbeschreibbarkeit der intensiven Beziehung zwischen der menschlichen Seele und Gott verständlich zu machen.
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