Diplomarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Übersicht
1.2 Der Einfluss der US-Immobilienkrise auf die globale Realwirtschaft
2 Expansive Fiskalpolitik in einer offenen Volkswirtschaft
2.1 Geld- vs. Fiskalpolitik – Was liefert die besseren Lösungsansätze für die aktuelle Krise?
2.2 Die expansive Fiskalpolitik zwischen Theorie und Empirie
2.2.1 Die Weltwirtschaftskrise von 1930
2.2.2 Das IS-LM-Modell
2.2.3 Kredit- und Bürgschaftsprogramme im Rahmen fiskalpolitischer Maßnahmen
2.2.4 Empirische Wirksamkeit expansiver Fiskalpolitik
2.3 Nationale Wirkungsweise expansiver Fiskalpolitik
2.4 Einfluss der Staatsverschuldung auf die Wirkung von Fiskalpolitik
3 Konjunkturpakete in der Praxis
3.1 Deutschland
3.1.1 Direkte fiskalpolitische Maßnahmen der Bundesregierung
3.1.2 Indirekte fiskalpolitische Maßnahmen der Bundesregierung
3.1.3 Wirtschaftspolitische Implikationen der deutschen Konjunkturpakete
3.2 Spanien
3.2.1 Direkte fiskalpolitische Maßnahmen der spanischen Regierung
3.2.2 Indirekte fiskalpolitische Maßnahmen der spanischen Regierung
3.2.3 Wirtschaftspolitische Implikationen der spanischen Konjunkturpakete
3.3 Frankreich
3.3.1 Direkte fiskalpolitische Maßnahmen der französischen Regierung
3.3.2 Indirekte fiskalpolitische Maßnahmen der französischen Regierung
3.3.3 Wirtschaftspolitische Implikationen der französischen Konjunkturpakete
3.4 Österreich
3.4.1 Direkte fiskalpolitische Maßnahmen der österreichischen Regierung
3.4.2 Indirekte fiskalpolitische Maßnahmen der österreichischen Regierung
3.4.3 Wirtschaftspolitische Implikationen der österreichischen Konjunkturpakete
3.5 Das Konjunkturpaket der Europäischen Union
3.6 Überblick über die Konjunkturpakete der europäischen Länder
4 Auswirkungen expansiver Fiskalpolitik im europäischen Kontext
4.1 Externe Effekte expansiver Fiskalpolitik
4.1.1 Externe Effekte durch internationale Handelsverflechtungen
4.1.2 Externe Effekte über den Realzinsausgleich innerhalb der EWU
4.2 Anreizproblematik für offene Volkswirtschaften
4.3 Wettbewerbsverzerrungen durch Konjunkturpakete
4.3.1 Verzerrungen in der Empirie
4.3.2 Verzerrungen in der Theorie
4.3.2.1 Die Modellannahmen
4.3.2.2 Das fiskalpolitische Gleichgewicht bei Nicht-Kooperation
4.4 Supranationale Koordination der Konjunkturpakete
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die fiskalpolitischen Rettungsprogramme innerhalb der Europäischen Union als Antwort auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise, wobei insbesondere die externen Effekte nationaler Maßnahmen sowie die Notwendigkeit einer supranationalen Koordination zur Wohlfahrtsmaximierung untersucht werden.
1.2 Der Einfluss der US-Immobilienkrise auf die globale Realwirtschaft
Um die Notwendigkeit der in den nachfolgenden Kapiteln beschriebenen staatlichen Rettungspakete verstehen zu können, ist ein Blick auf die Ursachen, die Entwicklung und die Tragweite der Krise unabdingbar.
Der wichtigste makroökonomische Aspekt, der letztendlich zur schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit der großen Depression der Jahre 1929 bis 1932 geführt hat, ist das enorme Leistungsbilanzdefizit der USA. Dieses Leistungsbilanzdefizit wurde in den letzten drei Jahrzehnten angehäuft. Man kann dabei sowohl eine private Verschuldung als auch ein hohes Budgetdefizit beim öffentlichen Haushalt betrachten.
Zunächst betrachten wir die Problematik der steigenden privaten Verschuldung der US-amerikanischen Haushalte und der sinkenden Immobilienpreise: Lag die private Sparquote in den USA jahrelang weitgehend stabil zwischen 7 % und 10 %, verringerte sie sich seit Anfang der Achtziger auf annähernd 0 % in den Jahren 2005 bis 2007. Da es sich bei den Zahlen um Durchschnittswerte handelt, kann man erkennen, dass viele Haushalte negative Sparquoten aufwiesen und somit mehr konsumierten, als sie verdienten. Dies wurde ermöglicht durch die kontinuierlich steigenden Immobilienpreise. Die amerikanischen Hausbesitzer wähnten sich für das Alter abgesichert, solange die Preise ihrer Häuser weiter stiegen. Zusätzlich nahmen sie laufend neue Kredite auf ihre Eigenheime auf, um mehr Geld für den Konsum zur Verfügung zu haben. Diese Kredite gewährten die amerikanischen Banken ihren Kunden meist ohne sorgfältige Prüfung ihrer Bonität. Möglich war dies für die Banken, weil sie diese Hypothekendarlehen nicht lange in den eigenen Büchern führten, sondern bündelten, um sie anschließend zusammen mit weiteren Ansprüchen wie zum Beispiel Kreditkartendarlehen oder Autoleasingverträgen als sogenannte Collateralized Dept Obligations (CDO) an andere Banken weiterzureichen.
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Ursprünge der Finanzmarktkrise sowie die Zielsetzung der Arbeit, die fiskalischen Rettungsprogramme in der EU zu beleuchten.
2 Expansive Fiskalpolitik in einer offenen Volkswirtschaft: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Fiskalpolitik, stellt das IS-LM-Modell vor und analysiert Instrumente wie Kreditprogramme sowie die Rolle der Staatsverschuldung.
3 Konjunkturpakete in der Praxis: Hier werden die konkreten fiskalpolitischen Maßnahmen von Deutschland, Spanien, Frankreich und Österreich detailliert sowie die Strategie der EU beschrieben.
4 Auswirkungen expansiver Fiskalpolitik im europäischen Kontext: In diesem Teil werden externe Effekte, Anreizproblematiken, Wettbewerbsverzerrungen und die Notwendigkeit supranationaler Koordination theoretisch und empirisch untersucht.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer koordinierten Fiskalpolitik zur Vermeidung negativer externer Effekte.
Fiskalpolitik, Finanzmarktkrise, Konjunkturpakete, Europäische Union, Staatsverschuldung, IS-LM-Modell, Wettbewerbsverzerrungen, Multiplikatoreffekt, Externe Effekte, Koordination, BIP, Kreditklemme, Rezession, Wirtschaftswachstum, Stabilitäts- und Wachstumspakt.
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse fiskalischer Rettungsprogramme, die europäische Regierungen als Reaktion auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise nach 2008 initiiert haben.
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Wirkungsweise von Fiskalpolitik, die empirische Betrachtung konkreter Konjunkturpakete in ausgewählten EU-Ländern sowie die Analyse von spill-over-Effekten und wettbewerbspolitischen Verzerrungen im europäischen Kontext.
Das Hauptziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit die nationalen Konjunkturprogramme positive oder negative externe Effekte auf benachbarte Länder haben und warum eine supranationale Koordination zur Maximierung der wirtschaftlichen Wohlfahrt in der EU erforderlich ist.
Es erfolgt eine deskriptive Analyse der nationalen Maßnahmen in Verbindung mit makroökonomischen Modellen (wie dem IS-LM-Modell), spieltheoretischen Ansätzen zur Modellierung der Anreizproblematik sowie der Auswertung empirischer Studien und Wirtschaftsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen fiskalpolitischen Grundlagen, den detaillierten Vergleich der Maßnahmen in Deutschland, Spanien, Frankreich und Österreich sowie die theoretische Herleitung der Notwendigkeit einer Koordination aufgrund externer Effekte.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Fiskalpolitik, Konjunkturpakete, externe Effekte, Wettbewerbsverzerrungen und europäische Koordination charakterisieren.
Laut dem Modell von Keen und Marchand führt ein international unkoordinierter Standortwettbewerb zu einer ineffizienten Zusammensetzung öffentlicher Ausgaben, bei der Unternehmen durch Infrastrukturförderung zu stark begünstigt werden, während öffentliche Konsumgüter unterversorgt bleiben.
Eine Koordination ist wichtig, um die positiven spill-over-Effekte zu maximieren, negative externe Effekte (wie den Anstieg des Zinsniveaus durch Staatsverschuldung) zu minimieren und "Free-Riding"-Verhalten kleiner Staaten zu verhindern, damit eine effiziente, wohlfahrtsmaximierende Krisenbekämpfung für Europa als Ganzes erreicht werden kann.
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