Examensarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ziel der vorliegenden Arbeit
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Erstspracherwerb
3.1.1 Voraussetzungen
3.1.2 Phasen des Spracherwerbs
3.2 Genderspezifische Aspekte des Spracherwerbs
3.2.1 Empirische Argumente zum Zusammenhang von Geschlecht und Spracherwerb
3.2.1.1 Beginn und Fortschritt
3.2.1.2 Entwicklung von Phonologie, Phonetik und Intonation
3.2.1.3 Die Syntaxentwicklung
3.2.1.4 Die lexikalische und semantische Entwicklung
3.2.1.5 Der Erwerb pragmatischer Regeln und die Entwicklung kommunikativer Kompetenz
3.2.1.6 Fazit der empirischen Befunde
3.2.2 Theoretische Erklärungsmodelle zum Zusammenhang von Geschlecht und Spracherwerb
3.2.2.1 Biologische Argumentation
3.2.2.2 Kognitionspsychologische Argumentation
3.2.2.3 Sozialisationstheoretische Argumentation
3.2.2.4 Fazit theoretische Erklärungsmodelle
3.3 Der Erwerb der Rechenkompetenzen
3.3.1 Kognitive Schemata als Grundlage mathematischer Entwicklung und zahlenspezifischer Verarbeitungsprozesse (Resnick)
3.3.1.1 Zahlvorstellung von Vorschulkindern
3.3.1.2 Das protoquantitative Schema des Vergleichs
3.3.1.3 Das protoquantitative Schema der Zunahme und Abnahme
3.3.1.4 Das protoquantitative Teil-Ganzes-Schema
3.3.1.5 Fazit
3.3.2 Zählprinzipien nach Gelman und Gallistel
3.3.3 Erwerb der Zahlwortfolge nach Fuson
3.3.3.1 Niveau 1: string level
3.3.3.2 Niveau 2: unbreakable chain level
3.3.3.3 Niveau 3: breakable chain level
3.3.3.4 Niveau 4: numerable chain level
3.3.3.5 Niveau 5: bidirectional chain level
3.3.4 Das fünfstufige Entwicklungsmodell nach Fritz, Ricken et al.
3.3.4.1 Stufe I
3.3.4.2 Stufe II
3.3.4.3 Stufe III
3.3.4.4 Stufe IV
3.3.4.5 Stufe V
3.4 Genderspezifische Aspekte des Erwerbs mathematischer Kompetenzen
4 Methode
4.1 Fragestellung der Untersuchung
4.2 Stichprobe
4.3 Durchführung
4.4 Messinstrumente
4.4.1 Trog-D
4.4.2 Kompetenzstufentest (in Vorb.)
4.4.3 TEDI - Math
4.5 Statistische Prüfverfahren
5 Ergebnisse
5.1 Sprachleistungen
5.2 Rechenleistungen
5.3 Zusammenhänge zwischen Sprachkompetenz und Geschlecht
5.4 Zusammenhänge zwischen Rechenkompetenz und Geschlecht
5.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.1.1 Bereich Sprachkompetenzen
6.1.2 Bereich Rechenkompetenzen
6.2 Methodenkritik
6.2.1 Stichprobe
6.2.2 Durchführung der Tests
6.3 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob es im Vorschulalter signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede bei Sprach- und Rechenleistungen gibt. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand empirisch zu prüfen und die Einflüsse von Sozialisation und biologischen Faktoren auf die Kompetenzentwicklung zu analysieren.
3.1.1 Voraussetzungen
Um Sprache lernen zu können, müssen bereits im Mutterleib die Sprechwerkzeuge Mund, Kehlkopf und der Nasenrachenraum entwickelt werden. Auch die Ohren und Augen müssen als sprachaufnehmende Organe entwickelt sein. Natürlich ist es auch notwendig, dass das Gehirn weit genug gereift ist. (Schindler, 1998) Weiterhin muss „das Zentralnervensystem so ausgereift sein, dass ankommende Sprache verarbeitet und aktives Sprechen initiiert werden kann.“ (Sander, et al., 2007 S. 3)
Während dieses Entwicklungsprozesses kommt es zu einer Spezialisierung der Gehirnhälften. Dabei ist die linke Hälfte besonders für die Verarbeitung sprachlicher Informationen zuständig und die rechte Hälfte für „gestalthafte Wahrnehmung, Verarbeitung emotionaler Reize und natürliche Geräusche“ (Sander, et al., 2007 S. 3).
Unter anderem trägt auch die Reifung des Gehirns zur Sprachentwicklung bei. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres hat sich das Gewicht des Gehirns mehr als verdoppelt, was daran liegt, dass sich die Nervenzellen ausdifferenzieren und Verbindungen zu anderen Zellen herstellen. Somit können Reize schneller weitergeleitet werden. Unter diesem Prozess versteht man die neuronale Reifung, welche zusätzlich Grundlage dafür ist, dass ein Kind Sprache erlernen kann. (Schindler, 1998)
Wenn ein Kind nun diese biologischen Voraussetzungen erfüllt, gibt es weitere Kriterien, die für den Erwerb von Sprache notwendig sind. Zunächst ist es wichtig, dass ein Kind fähig ist mit allen Sinnen seine Umwelt wahrzunehmen. Zu Beginn lernen Kinder mit all ihren Sinnen und verinnerlichen so den Sprachgebrauch durch „konkrete Handlungserfahrungen“. Je mehr Sinneskanäle angesprochen werden, umso „nachhaltiger kann die Erfahrung und das daraus gezogene Wissen gespeichert und verankert werden“. (Sander, et al., 2007 S. 3)
1 Einleitung: Erläutert die Relevanz von Sprach- und Rechenkompetenzen für die Schulentwicklung und führt in die Fragestellung ein, ob es bereits im Kindergartenalter geschlechtsspezifische Unterschiede gibt.
2 Ziel der vorliegenden Arbeit: Definiert das Ziel, durch eine empirische Untersuchung einen Beitrag zur aktuellen Forschungslage zu leisten und Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Kompetenzentwicklung im Jahr 2010 zu analysieren.
3 Theoretische Grundlagen: Bietet einen Überblick über den Erstspracherwerb, Theorien zum Spracherwerb und Modelle zum Erwerb mathematischer Kompetenzen, jeweils unter Berücksichtigung von Geschlechtsaspekten.
4 Methode: Beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Stichprobe von 80 Vorschulkindern sowie die eingesetzten Messinstrumente (TROG-D, Kompetenzstufentest und TEDI-MATH).
5 Ergebnisse: Stellt die deskriptive und statistische Auswertung der Sprach- und Rechenleistungstests dar, um mögliche Zusammenhänge mit dem Geschlecht zu prüfen.
6 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, hinterfragt methodische Aspekte kritisch und bewertet den Forschungsstand zur genderspezifischen Kompetenzentwicklung.
Spracherwerb, Rechenkompetenz, Genderspezifische Unterschiede, Vorschulalter, Sprachentwicklung, Mathematisches Verständnis, Kompetenzstufentest, TEDI-MATH, TROG-D, Sozialisation, Biologische Faktoren, Zahlwortfolge, Zählprinzipien, Lernumwelt, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit vergleicht die Sprach- und Rechenleistungen von Jungen und Mädchen im Vorschulalter, um zu überprüfen, ob bereits in diesem frühen Stadium geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede existieren.
Zentrale Themen sind der Erstspracherwerb, der Erwerb mathematischer Basiskompetenzen sowie die theoretischen Erklärungsmodelle, die geschlechtsspezifische Unterschiede in diesen Bereichen begründen sollen.
Das Hauptziel ist es, die bestehende Forschungslage durch eine eigene empirische Erhebung im Jahr 2010 zu ergänzen, da aktuelle Daten zu diesem Thema im Vorschulbereich selten sind.
Die Autorin verwendet quantitative Testverfahren, darunter den TROG-D für das Grammatikverständnis sowie den Kompetenzstufentest und TEDI-MATH für den mathematischen Bereich, ergänzt durch statistische Analysen (Kolmogorov-Smirnov-Test, T-Test, Mann-Whitney-Test).
Der Hauptteil behandelt biologische, kognitionspsychologische und sozialisationstheoretische Erklärungsmodelle sowohl für den Spracherwerb als auch für den Erwerb von mathematischen Kompetenzen.
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Rechenkompetenz, geschlechtsspezifische Unterschiede, Vorschulalter, Kompetenzstufenmodell und Sozialisation.
Während bei den Sprachleistungen vor allem das Grammatikverständnis im Fokus steht, wird bei den Rechenleistungen differenziert zwischen Zählprinzipien, Zahlvorstellung und dem Verständnis von Rechenoperationen auf verschiedenen Entwicklungsstufen.
Die empirische Untersuchung zeigt keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern in den getesteten Bereichen, was der Annahme angeborener genetischer Unterschiede widerspricht.
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