Examensarbeit, 2003
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Was ist Lesen?
2.1 Lesebegriff und Lesehandlung
2.2 Leseprozess
2.2.1 Entwicklungsmodell des Schriftspracherwerbs von FRITH
2.2.2 Erweitertes Entwicklungsmodell des Schriftspracherwerbs von GÜNTHER
2.2.3 Aneignungsprozess des Lesens nach Christine MANN
3. Abklärung der Lernvoraussetzungen beim Kind
3.1 Allgemeine Voraussetzungen des Anfangsunterrichts
3.1.1 Situation des Kindes zu Schulbeginn
3.1.2 Die Seite des Wollens – Lernmotivation
3.1.3 Die Seite des Könnens – Kognitive Voraussetzungen des Lernens
3.2 Voraussetzungen des Lesenlernens
3.2.1 Für das Lesen grundlegende Wahrnehmungsleistungen
3.2.2 Physiologisch-organische Voraussetzungen
3.2.3 Zentrale Funktions- und Verstehensleistungen
3.2.4 Psychologische Grundbedingungen
3.2.5 Soziokulturelle Faktoren
3.2.6 Diagnostik von Sprachwahrnehmungsleistungen
3.3 Lautsprachliche Grundfertigkeiten
3.3.1 Für das Lesenlernen grundlegende lautsprachliche Grundfertigkeiten
3.3.2 Diagnostik der lautsprachlichen Grundfertigkeiten
4. Leselehrmethoden
4.1 Einzelheitliche Verfahren – Synthetische Methoden
4.2 Ganzheitliche Verfahren – Analytische Methoden
4.3 Analytisch-synthetische Verfahren
4.4 Neue Wege im Schriftspracherwerb
5. Störungen im Leselernprozess
5.1 Leseschwierigkeiten im Anfangsunterricht
5.1.1 Probleme leseschwacher Kinder
5.1.2 Erscheinungsformen von Leseschwierigkeiten
5.2 Lesenlernen unter erschwerenden Bedingungen der Lernbehinderung
5.2.1 Definition von Lernbehinderung
5.2.2 Schwierigkeiten im Leselernprozess lernbehinderter Kinder
6. Verfahren zur Erkennung und Diagnostik von Lese- schwierigkeiten
6.1 Klassische psychologische Diagnostik
6.2 Mehrdimensionale Diagnostik
6.3 Förderdiagnostik
7. Strategien der Förderung und Therapie bei Leseschwierigkeiten
7.1 Allgemeine Aspekte der Förderung
7.2 Fördermaßnahmen im Sinne der Förderdiagnostik
7.2.1 Festigung der Graphem-Phonem-Korrespondenz
7.2.2 Förderung des Lesens in der alphabetischen Phase
7.3 Förderung der Sprachwahrnehmung und der lautsprachlichen Grundfertigkeiten
7.3.1 Förderung der verschiedenen Differenzierungsfähigkeiten
7.3.2 Förderung der lautsprachlichen Grundfertigkeiten
7.4 Inhaltliche Konsequenzen für die Schulpraxis
7.4.1 Allgemeine Gestaltung des Erstleseunterrichts
7.4.2 Gestaltung von Förderunterricht im Lesen
7.5 Therapieverfahren und Trainingsprogramme
8. Schlussfolgerung
Die wissenschaftliche Hausarbeit befasst sich mit der diagnostischen Abklärung von Lernvoraussetzungen beim Lesenlernprozess und der Ableitung gezielter Förderstrategien. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Kinder mit Leseschwierigkeiten frühzeitig identifiziert und methodisch individuell unterstützt werden können, um den Schriftspracherwerb erfolgreich zu bewältigen.
2.2.1 Entwicklungsmodell des Schriftspracherwerbs von FRITH
Das „Stufenmodell des Schriftspracherwerbs als Entwicklungsprozess“ wurde 1985 von FRITH erstellt. Ziel war es dabei, das Entwicklungsgeschehen des kontinuierlichen Prozesses zu strukturieren und veränderte Strategien beim Erlesen und Verschriften von Texten darzustellen. Hier wird eine Unterteilung des Lesenlernens als rezeptiver Anteil des Schriftspracherwerbs parallel zum produktiven Anteil des Schreibens in Phasen vorgenommen. Beide Prozesse beeinflussen sich wechselseitig.
In jeder dieser Phasen wird alternierend zwischen den beiden Prozessen Lesen und Schreiben eine neue Strategie angewandt, die den Verlauf des Schriftspracherwerbes auf ein höheres Niveau führt.
In der ersten Stufe beruht das Lesen überwiegend auf der Vertrautheit mit den Merkmalen einiger Wörter mit Hilfe des visuellen Gedächtnisses. Wörter werden anhand globaler visueller Hinweise identifiziert, sozusagen ganzheitlich erkannt, jedoch nicht buchstabenweise erschlossen. Häufig gelingt Kindern in diesem Stadium das Erkennen des eigenen Namens sowie bestimmter Reklamelogos. Es werden nur Teile der Buchstabenfolge von Wörtern beachtet, dabei gehen die Kinder aber noch unsystematisch vor und verwenden uneinheitliche Merkmale, um diese Wörter zu behalten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Schriftspracherwerbs ein und skizziert den Gliederungsablauf der Arbeit sowie die Zielsetzung hinsichtlich der Untersuchung von Leseschwierigkeiten.
2. Was ist Lesen?: Das Kapitel definiert den Begriff Lesen, erläutert die Lesehandlung und stellt verschiedene theoretische Modelle des Leseprozesses vor.
3. Abklärung der Lernvoraussetzungen beim Kind: Hier werden die notwendigen kognitiven, psychologischen und soziokulturellen Voraussetzungen für den Leseerwerb sowie die Bedeutung der Sprachwahrnehmung detailliert analysiert.
4. Leselehrmethoden: Dieser Abschnitt beschreibt historisch und systematisch die verschiedenen Ansätze des Erstleseunterrichts, von synthetischen über analytische bis hin zu modernen, methodenintegrierenden Verfahren.
5. Störungen im Leselernprozess: Das Kapitel widmet sich den Problemen leseschwacher Kinder sowie der speziellen Situation des Leselernens bei Kindern mit einer diagnostizierten Lernbehinderung.
6. Verfahren zur Erkennung und Diagnostik von Lese- schwierigkeiten: Hier werden klassische psychologische Testverfahren, mehrdimensionale Diagnostik und der Ansatz der Förderdiagnostik zur Identifikation von Störungen erläutert.
7. Strategien der Förderung und Therapie bei Leseschwierigkeiten: Dieses Kapitel stellt konkrete Fördermaßnahmen, methodische Prinzipien für den Unterricht sowie therapeutische Ansätze und Trainingsprogramme vor.
8. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer präventiven Förderung sowie einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Einrichtungen.
Lesenlernen, Leseschwierigkeiten, Schriftspracherwerb, Leselehrmethoden, Sprachwahrnehmung, Förderdiagnostik, Lernbehinderung, Phonologische Rekodierung, Alphabetisierung, Leseentwicklung, Erstleseunterricht, Lesemotivation, Sinnerfassung, Teilleistungsschwäche, Differenzierung.
Die Arbeit untersucht den Prozess des Lesenlernens bei Schulanfängern, analysiert Ursachen für Leseschwierigkeiten und zeigt Wege für eine effektive pädagogische Diagnose sowie individuelle Förderung auf.
Zentrale Felder sind die psychologischen und kognitiven Voraussetzungen, unterschiedliche didaktische Methoden des Lesenlernens, die Diagnostik von Lesestörungen sowie praktische Förderstrategien für den Unterricht.
Das Ziel ist die Verbindung von theoretischen Modellen der Leseentwicklung mit der praktischen Notwendigkeit, Kinder mit Leseschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und durch gezielte, präventive Maßnahmen zu unterstützen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur, pädagogischer Modelle und empirischer Untersuchungsergebnisse aus der Berliner Schulpraxis basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Leseprozesse, die detaillierte Beschreibung notwendiger Lernvoraussetzungen, die Vorstellung verschiedener Lehrmethoden und eine tiefgehende Analyse von Förderstrategien bei Störungen.
Kernbegriffe sind Leselernprozess, Sprachwahrnehmung, Förderdiagnostik, Leselehrmethoden, Schriftspracherwerb und Lernbehinderung.
Sie dient als Beleg für die verschiedenen Gruppen von Schülern hinsichtlich ihres Leseerfolgs und verdeutlicht, dass Schwierigkeiten bei der Lesetechnik oft kein bloßes „Zurückbleiben“ darstellen, sondern unterschiedliche qualitative Ansätze erfordern.
Die Autorin argumentiert, dass eine frühe Intervention bei festgestellten Sprachwahrnehmungsdefiziten das Risiko für eine spätere negative Leseentwicklung signifikant senkt und Stigmatisierungen durch schulische Misserfolge vermeidet.
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