Magisterarbeit, 2009
292 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Behelfsreflexiva im Deutschen
2.1. Reflexivierung im Deutschen
2.1.1. Grewendorf
2.1.2. Die Duden-Grammatik
2.1.3. IDS-Grammatik
2.2. Die zugrunde liegenden Theorien
2.2.1. Chomsky und die Bindungstheorie
2.2.2. Der Ansatz von Levinson
2.2.3. Exkurs zu den Grice’schen Maximen
2.3. Von „sich“ zu „eigen“
2.4. Das Material
2.4.1. „eigene“
2.4.2. „eigenen“
2.4.3. „eigener“
2.4.4. „eigenes“
2.4.5. „seine eigene“
2.4.6. „seine eigenen“
2.4.7. „seinen eigenen“
2.4.8. „seinem eigenen“
2.4.9. „sein eigener“
2.4.10. „sein eigenes“
2.5. Eine kurze Zusammenfassung
2.6. Verwendung des Possessivpronomens
2.7. Das Verhalten von „seine“
3. Schlussbetrachtung
4. Anhang
5. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Fragestellung, ob sich sogenannte „eigen-Ausdrücke“ im Deutschen analog zu Reflexivpronomen verhalten, wofür der Autor den Begriff „Behelfsreflexiva“ prägt. Die Forschungsarbeit analysiert, ob diese Ausdrücke als Anaphern gemäß der Bindungstheorie Chomskys fungieren und wie sie in unterschiedlichen syntaktischen Kontexten sowie bei Kombination mit Possessivpronomen gebunden werden.
2.1.1. Grewendorf
Günter Grewendorf befasst sich in einem Kapitel seines Buches „Aspekte der deutschen Syntax“ (Grewendorf 1988, Seite 54 ff) mit Reflexivierungsregeln im Deutschen.
Demnach kann das deutsche Reflexivpronomen „sich“ auf zwei verschiedene Arten verwendet werden. So gibt es zum einen die so genannten reflexiv gebrauchten Verben wie „bewundern“, die auch ohne reflexiven Bezug verwendet werden können, wie in dem von ihm auf Seite 54 gegeben Beispiel:
a) Peter bewundert sich.
b) Peter bewundert den Formel-1-Weltmeister.
Daneben gibt es inhärent-reflexive Verben wie „schämen“, bei denen es immer nur den Bezug auf das Subjekt geben kann:
c) Hans schämte sich.
d) *Hans schämte den unverschämten Kerl.
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die These auf, dass sich eigen-Ausdrücke wie Reflexivpronomen verhalten, und definiert das Untersuchungsziel sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Behelfsreflexiva im Deutschen: Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch Grewendorf, Duden- und IDS-Grammatik sowie eine Darstellung der Bindungstheorie und pragmatischer Ansätze, gefolgt von einer detaillierten Analyse verschiedener eigen-Konstruktionen anhand eines großen Korpus.
3. Schlussbetrachtung: Der Autor bestätigt die Tendenz, dass eigen-Ausdrücke sich wie Anaphern innerhalb der Bindungsdomäne verhalten, und vergleicht die Ergebnisse mit den theoretischen Stadien der Entwicklung von Reflexiva.
4. Anhang: Enthält Erklärungen zu den verwendeten Abkürzungen sowie eine Auflistung der untersuchten Beispielsätze aus dem Korpus des IDS Mannheim.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten linguistischen Fachliteratur und Quellen für das untersuchte Material.
Behelfsreflexiva, Reflexivierung, Bindungstheorie, Anaphern, Noam Chomsky, Stephen Levinson, Syntax, Korpusanalyse, eigen-Ausdrücke, Possessivpronomen, Grammatikalisierung, Pragmatik, Logophorizität, Bindungsdomäne, Sprachwissenschaft
Die Arbeit untersucht das grammatikalische Verhalten von sogenannten „eigen-Ausdrücken“ im Deutschen und prüft, ob diese wie Reflexivpronomen (Anaphern) innerhalb einer Bindungsdomäne fungieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bindungstheorie nach Chomsky, pragmatischen Erklärungsansätzen nach Levinson sowie der empirischen Untersuchung von Wortverbindungen mit „eigen“.
Es wird der Frage nachgegangen, ob sich eigen-Ausdrücke als „Behelfsreflexiva“ verhalten und ob ihre Bindung syntaktisch durch das Subjekt oder andere Satzglieder determiniert ist.
Der Autor führt eine korpusbasierte Analyse durch, bei der 1100 Sätze aus dem Bestand des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim nach verschiedenen Kriterien der Bindung ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Reflexivierung und Bindungstheorie sowie eine systematische Einzelauswertung der verschiedenen Kombinationen von „eigen“ mit Personal- und Possessivpronomen.
Wichtige Begriffe sind Behelfsreflexiva, Bindungstheorie, Anaphern, Korpusanalyse und Grammatikalisierung.
Die Arbeit differenziert zwischen „eigen-“ und „sein-eigen-“ Ausdrücken und untersucht bei beiden Formen, ob sie durch das Subjekt, durch Nicht-Subjekte oder logophorisch gebunden werden.
Diese Sätze, wie z. B. „Jedem sein eigener Apfelsaft“, werden als pragmatische Varianten diskutiert, die oft keine syntaktische Bindung im klassischen Sinne aufweisen, sondern sich aus dem Kontext erklären.
Die Analyse ergibt, dass die Verwendung von Possessivpronomen bei eigen-Ausdrücken das Bindungsverhalten leicht verstärkt und die Eindeutigkeit des Satzes für den Leser erhöht.
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