Magisterarbeit, 2010
64 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung: Sojourner Truths Vorbildfunktion für die weiblichen Figuren in Incidents in the Life of a Slave Girl und Beloved
2. Einführung in die frauenzentrierte Sklavenliteratur
2.1 Das slave narrative und die Rolle der Frau in der afroamerikanischen Literatur
2.2 Die gesellschaftliche Rolle der weißen und der schwarzen Frau
2.3 Die doppelte Ausbeutung der schwarzen Frau
2.4 Die Rolle der Sklavenmutter
3. Die unkonventionelle Betrachtung weiblicher Identität in Harriet Jacobs’ Incidents in the Life of a Slave Girl
3.1 Ein Werk zwischen den traditionellen Genrevorgaben
3.2 Das Frauenbild in Incidents: Weiblicher Zusammenhalt durch Widerstand
3.3 Die Würde und Frömmigkeit der Sklavin: eine andere moralische Beurteilung
3.4 Lindas Heldentum im Vergleich zum Bild des heroischen Sklaven
3.5 Die lebensbestimmende Funktion der Mutterschaft
3.6 Fazit: Eine moderne Heldin mit traditionellem Bewusstsein
4. Das zukunftsweisende Frauenbild in Toni Morrisons Beloved
4.1 Inhalt und Stil als Form der Vergangenheitsbewältigung
4.2 Männer und Frauen in Beloved: Die Neuentdeckung ihrer Menschlichkeit
4.3 Die Bedeutung von Mutterschaft in ihren extremsten Ausmaßen
4.4 Die Liebesentdeckung zu sich selbst
4.5 Fazit: Weibliches Selbstbewusstsein in Beloved und Incidents
5. Schlussbetrachtung: „Ar’n’t I a woman?“- Ein impliziter Protest
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung weiblicher Identität in den Werken "Incidents in the Life of a Slave Girl" von Harriet Jacobs und "Beloved" von Toni Morrison. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie afroamerikanische Frauenfiguren durch Unkonventionalität und Selbstbehauptung ein alternatives Konzept zu den dominanten, oft unterdrückerischen Weiblichkeitsidealen des 19. Jahrhunderts entwickeln und wie sie trotz systematischer Entmenschlichung ihre Identität als Frau und Mutter verteidigen.
Die unkonventionelle Betrachtung weiblicher Identität in Harriet Jacobs’ Incidents in the Life of a Slave Girl
Harriet Jacobs’ Incidents in the Life of a Slave Girl ist ein Ausnahmebeispiel unter den afroamerikanischen slave narratives, die weitgehend von männlichen Autoren dominiert werden. Im Bewusstsein traditioneller Genrevorgaben hält sich die Autorin an die Formen der sentimentalen Literatur des 19. Jahrhunderts und der slave narratives, welche sie jedoch durch die Behandlung des zur damaligen Zeit kontroversen Themas über sexuellen Missbrauch in ihrer frauenzentrierten Darstellung inhaltlich immer wieder durchbricht.
Das 1861 erschienene Incidents in the Life of a Slave Girl, auf das sich im weiteren Verlauf dieser Arbeit mit der Abkürzung Incidents bezogen werden soll, ist bis spät ins 20. Jahrhundert hinein vom Literaturkanon ausgeschlossen gewesen, so wie viele andere Werke afroamerikanischer Autorinnen. In Jacobs’ Fall wird der Grund vor allem darin gesucht, dass sie sich stark den Konventionen des insbesondere weiblichen Lesern zugänglichen sentimentalen Romans anpasst und somit kaum Individualität in ihrem Schreibstil zeigt (Mullen 1992: 260). Dies ist jedoch ein Vorwurf, der generell den Sklavenautobiographien gemacht wurde, obwohl nicht übersehen werden darf, dass die slave narratives gerade auf eine beim Leserpublikum beliebte Art der Ansprache ausgerichtet sind, um für das politische Ziel, die Abschaffung der Sklaverei, Anhänger zu gewinnen.
1. Einleitung: Sojourner Truths Vorbildfunktion für die weiblichen Figuren in Incidents in the Life of a Slave Girl und Beloved: Die Einleitung etabliert Sojourner Truth als Symbol des Widerstands und führt in die Themen Unterdrückung, Identitätssuche und die Verschränkung von gender- und rassenbedingter Diskriminierung ein.
2. Einführung in die frauenzentrierte Sklavenliteratur: Dieses Kapitel kontextualisiert die literarische Gattung des slave narrative und zeigt auf, wie afroamerikanische Autorinnen die männlich dominierte Perspektive herausforderten.
3. Die unkonventionelle Betrachtung weiblicher Identität in Harriet Jacobs’ Incidents in the Life of a Slave Girl: Hier wird Jacobs' Autobiografie als Abweichung von traditionellen Genrenormen analysiert, insbesondere im Umgang mit sexueller Autonomie und Mutterschaft.
4. Das zukunftsweisende Frauenbild in Toni Morrisons Beloved: Die Analyse des Romans Beloved konzentriert sich auf die Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen, die Bedeutung der Gemeinschaft und die extreme Ausformung von Mutterschaft als Widerstand.
5. Schlussbetrachtung: „Ar’n’t I a woman?“- Ein impliziter Protest: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die Protagonistinnen beider Werke ein emanzipiertes Frauenbild jenseits des "True Woman"-Konzepts entwerfen.
Afroamerikanische Literatur, Sklaverei, Weiblichkeit, Mutterschaft, Identität, Widerstand, Harriet Jacobs, Toni Morrison, slave narrative, True Womanhood, Rassismus, Patriarchat, Selbstbewusstsein, Empowerment, Schwesternschaft
Die Magisterarbeit untersucht die Darstellung weiblicher Identität in der afroamerikanischen Literatur anhand von Harriet Jacobs' Autobiografie und Toni Morrisons Roman Beloved.
Die zentralen Themen umfassen die Erfahrung der Sklaverei aus weiblicher Perspektive, die Konstruktion von Geschlechterrollen sowie die Strategien der Selbstbehauptung gegenüber einem unterdrückerischen System.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Protagonistinnen in den behandelten Werken trotz systematischer Ausbeutung ihre Weiblichkeit definieren und als "Heldinnen" agieren, die gängige gesellschaftliche Ideale ihrer Zeit hinterfragen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Werke in ihren historischen und soziokulturellen Kontext stellt und mit theoretischen Konzepten wie dem "True Womanhood" oder der "slave narrative" vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die frauenzentrierte Sklavenliteratur, eine detaillierte Textanalyse zu Harriet Jacobs und eine tiefgehende Untersuchung von Toni Morrisons Werk, jeweils mit Fokus auf Identität, Mutterschaft und Widerstand.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie afroamerikanische Literatur, Identität, Sklaverei, Mutterschaft, Widerstand und Empowerment charakterisieren.
Im Gegensatz zum heroischen, physischen Widerstand männlicher Sklavenfiguren, äußert sich Lindas Heldentum in einer Form der Selbstaufopferung für die Familie und der bewussten moralischen Neudefinition ihrer eigenen Situation.
Mutterschaft wird in Beloved extrem dargestellt, wobei die Liebe zur Tochter Sethe zu einer traumatischen, aber auch befreienden Erfahrung wird, die das Bild der "natürlichen" Mutter im Kontext der Sklaverei radikal bricht.
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