Bachelorarbeit, 2010
26 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1. Die Aufarbeitung des Holocaust- Themas in der Literatur der frühen Nachkriegszeit (1945- 1968: Die erste Generation)
1.2. Die Erneuerungen von Edgar Hilsenrath
2. Die allgemeine Darstellung der von Edgar Hilsenrath verwendeten, in der Shoah- Literatur als neu geltenden ästhetischen Mitteln
2.1. Satire
2.2. Schwarzer Humor
2.3. Groteske
2.4. Banalität des Bösen
2.5. Hypernaturalismus
3. Die Darstellung der neuen ästhetischen Mittel in dem Roman „Nacht“
3.1. Die Satire in der Darstellung
3.2. Der schwarze Humor in der Darstellung
3.3. Das Groteske in der Darstellung
3.4. Der Hypernaturalismus in der Darstellung
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Aufarbeitung des Holocausts in Edgar Hilsenraths Roman "Nacht" und analysiert, wie der Autor durch den gezielten Einsatz neuartiger ästhetischer Mittel die Grenzen traditioneller Vergangenheitsbewältigung überschreitet. Im Zentrum der Forschungsfrage steht dabei, auf welche Weise Hilsenrath durch die Provokation des Lesers und die Dekonstruktion idealisierter Opferbilder eine neue, realistischere Perspektive auf das Leben im Ghetto eröffnet.
3.1. Die Satire in der Darstellung
Hilsenrath erlebte selbst, dass die Juden so wie auch andere Menschen egoistisch und brutal sein und ohne Moral, unter der Leitung ihrer Triebe leben können. Er ließ also die Erwartungen seiner Zeit außer Acht, und stellte die Protagonisen in ihrer ganzen Realität als völlig entmenschlichte, fast tierische Kreaturen dar.
In dem Ghetto beschäftigten sich alle nur mit sich selbst, um etwas zum Essen und einen Schlafplatz kriegen zu können. Und sie verheimlichten diese Eigenschaften gar nicht. Selbst Ranek äußerte sich einmal folgender Weise. „>Heute muß jeder zuerst an sich selbst denken<, sagte er kalt, >es ist das Gesetz unserer Zeit.<“ 19 In einer anderen Szene wurde das verfasst wie folgt: „Die meisten Leute hier leben nur von Kartoffelschalen und Abfällen; sie sind immer neidisch, wenn ein anderer was Anständiges frißt.“ (Nacht S.77.). Auch das Leben der anderen wurde von den Ghettobewohner nicht mehr als Wert gefunden. Die Hauptfigur wollte einmal mit einer Frau bezahlen, um etwas zum Essen zu bekommen. „>.... gib mir ein Stück Brot... und ich hab' was für dich.< >Also doch!< schmunzelte Dvorski, >was ist's?< > Eine Frau<, sagte Ranek leise.“ (Nacht S.66.). Als sie einen Toten in dem Schlamm erblickten, fühlten sie kein Leid mehr, sondern fassten diesen Anblick als das Natürlichste im Leben auf.
1. Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert die Schwierigkeit der literarischen Holocaust-Aufarbeitung nach 1945 und stellt Edgar Hilsenrath als Pionier vor, der mit Tabus brach.
2. Die allgemeine Darstellung der von Edgar Hilsenrath verwendeten, in der Shoah- Literatur als neu geltenden ästhetischen Mitteln: Hier werden die theoretischen Grundlagen der verwendeten Stilmittel wie Satire, schwarzer Humor, Groteske, Banalität des Bösen und Hypernaturalismus definiert.
3. Die Darstellung der neuen ästhetischen Mittel in dem Roman „Nacht“: In diesem Hauptteil wird die praktische Anwendung der oben genannten Stilmittel im Roman analysiert und deren Wirkung auf den Leser untersucht.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Hilsenraths Werk trotz zeitgenössischer Ablehnung einen wesentlichen, innovativen Beitrag zur Zeugnisliteratur leistet.
Holocaust, Edgar Hilsenrath, Nacht, Vergangenheitsbewältigung, Zeugnisliteratur, Satire, Schwarzer Humor, Groteske, Hypernaturalismus, Banalität des Bösen, Ghetto, Entmenschlichung, Opfer-Täter-Muster, Moral, Literatur.
Die Arbeit analysiert die literarischen Strategien von Edgar Hilsenrath, mit denen er das Holocaust-Thema in seinem Roman „Nacht“ auf eine provokative und ungeschönte Weise darstellt.
Die zentralen Felder sind die literarische Verarbeitung des Grauens, die Dekonstruktion moralischer Vorstellungen im Ghetto und die Änderung des Opferbildes.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hilsenrath durch spezifische ästhetische Mittel das traditionelle Bild der Shoah in der Literatur aufbrach.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die zentrale Stilmittel definiert und deren Anwendung sowie Wirkung am Textbeispiel des Romans „Nacht“ belegt.
Im Hauptteil werden Satire, schwarzer Humor, Groteske und Hypernaturalismus detailliert auf ihre Funktion hin untersucht, wie sie die Realität des Ghettos abbilden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Hypernaturalismus, Groteske, Banalität des Bösen und die literarische Aufarbeitung der Shoah.
Er bricht mit der philosemitischen Tradition, indem er Juden nicht als edle Opfer, sondern als Menschen in einer extremen Situation darstellt, die auch egoistisch und brutal handeln.
Dies beschreibt die Wirkung der grotesken und satirischen Darstellung von Grausamkeiten, die den Leser einerseits zum Lachen reizen, ihn aber gleichzeitig mit der schockierenden Realität konfrontieren.
Er verdeutlicht, dass im Ghetto die Barberei zur alltäglichen Normalität wurde, was durch Hilsenraths sachliche und detailreiche Erzählweise unterstrichen wird.
Die Arbeit zeigt auf, dass Kinder in dieser Welt ihren Wert als „Geschenk“ verloren haben und ebenfalls einem Überlebenskampf unterworfen waren, der sie vorzeitig erwachsen werden ließ.
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